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JHA/018/2026
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Informationsvorlage
Betrifft:
Aufbau einer stadtweiten Struktur für Digitale Aufsuchende Arbeit (DAA) in
Düsseldorf â€" aktueller Stand und weiteres Vorgehen
Fachbereich:
51 - Amt für Soziales und Jugend
Dezernentin / Dezernent:
Stadtdirektor Burkhard Hintzsche
Beratungsfolge:
Gremium Sitzungsdatum Beratungsqualität
Jugendhilfeausschuss 02.03.2026 Kenntnisnahme
Sachdarstellung:
Anlass und Ziel der Vorlage
Die digitale Lebenswelt von Kindern und Jugendlichen hat in den vergangenen Jahren
eine Dynamik entwickelt, die weitreichende Auswirkungen auf ihr Aufwachsen, ihre
psychische Gesundheit und ihre soziale Teilhabe hat. Diese Entwicklung ist
mittlerweile nicht nur in der Praxis der Jugendhilfe, sondern auch in Politik, Schule
und Familie ein zentrales Thema. Das Amt für Soziales und Jugend erkennt einen
wachsenden Bedarf, die Zielgruppe der Jugendlichen digital zu erreichen und
Methoden sozialpädagogischen Handelns auch in der digitalen Lebenswelt
anzubieten.
Die Fachberatungsstelle hat in den vergangenen zwei Jahren intensiv darauf
hingearbeitet, das Themenfeld der digitalen aufsuchenden Arbeit (DAA) in Düsseldorf
strategisch zu verankern.
Ziel dieser Vorlage ist es, den Ausschuss über die laufende Strukturierungsphase zu
unterrichten und die nächsten Schritte auf dem Weg zu einem stadtweiten Konzept
darzustellen.
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Sachstand
Ausgangslage und fachliche Einschätzung
Aufsuchende soziale Arbeit oder nachgehende Sozialarbeit bezeichnet eine besondere
Form der Sozialarbeit, bei der Fachkräfte aktiv zu den Menschen gehen, anstatt
darauf zu warten, dass diese eine Beratungsstelle oder Einrichtung aufsuchen.
Digitale aufsuchende Arbeit (DAA) bezeichnet Methoden der aufsuchenden
Sozialarbeit, die systematisch digitale Räume, Kanäle und Tools nutzen, um
Menschen dort zu erreichen, wo sie sich online aufhalten, und um niederschwellige
Beziehungs- und Unterstützungsangebote anzubieten.
Die Kernzielgruppe der DAA umfasst junge Menschen im Alter von etwa 10 bis 21
Jahren. Gleichzeitig ist klar, dass Bedarf auch bei jüngeren und älteren Jugendlichen
besteht. Ein erheblicher Teil des Alltags dieser Zielgruppe findet im digitalen Raum
statt. Dort gelten eigene Kommunikationsformen, Dynamiken und soziale Regeln, die
sich von analogem Handeln unterscheiden.
Aktuelle Studien, darunter die JIM-Studie 2025 (JIM = Jugend, Information, Medien)
zeigen deutliche Entwicklungen:
ï‚· Zunahme von Fake News, extremistischen Inhalten und Hate Speech
ï‚· steigende Konfrontation mit ungewollter Pornografie
ï‚· wachsender Druck durch soziale Medien
ï‚· zunehmende Einsamkeit unter Jugendlichen
ï‚· steigende Zahlen psychischer Belastungen und Online-Sucht
Obwohl bundesweit erste Ansätze digitaler Jugendarbeit entstehen, bleibt das Feld
insgesamt unterentwickelt. Im Großraum Düsseldorf werden junge Menschen im
digitalen Raum bislang kaum erreicht. Gleichzeitig ist der Bedarf enorm und steigt
weiter an.
Die vulnerable Zielgruppe der Kinder und Jugendlichen ist in besonderem Maße
schutzbedürftig. Digitale Aufsuchende Arbeit stellt daher einen zentralen Baustein
dar, um den Kinderschutz zukunftssicher aufzustellen und junge Menschen auch in
ihrem digitalen Sozialraum wirksam zu erreichen. Damit das Netzwerk der Helfenden
seiner Verantwortung gerecht werden kann, muss es in der Lage sein, im digitalen
Raum sichtbar, ansprechbar und handlungsfähig zu sein. Eine präventive
Sichtbarkeit sowie ein fachlich fundiertes Konzept, das partizipativ entwickelt wird
und die Perspektiven junger Menschen einbezieht, sind hierfür zwingend notwendig.
Digitale Aufsuchende Arbeit ist daher ein notwendiger Bestandteil einer zeitgemäßen
Jugendarbeit und ein weiterer Baustein innerhalb der Düsseldorfer Präventionskette.
Sie ergänzt die offene Kinder- und Jugendarbeit, stärkt bestehende Angebote und
schafft Zugänge zu jungen Menschen, die analog kaum erreicht werden.
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Aktueller Stand im Amt für Soziales und Jugend
Das Amt für Soziales und Jugend befindet sich derzeit in einer intensiven
Strukturierungsphase. Ziel ist der Aufbau eines tragfähigen, internen Netzwerks, das
klare Kommunikationswege, abgestimmte Zuständigkeiten und eine enge
Verzahnung der relevanten Fachstellen sicherstellt. Damit sollen Doppelstrukturen
vermieden und ein effektiver Informationsfluss gewährleistet werden.
Aktuell laufen folgende Schritte:
ï‚· Sondierung der beteiligten Fachbereiche und relevanten Schnittstellen
 Gespräche mit internen Ansprechpartner*innen zur Klärung von Rollen,
Zuständigkeiten und rechtlichen Rahmenbedingungen
 Entwicklung eines Schulungskonzepts für Mitarbeitende, um digitale
Kompetenzen und Handlungssicherheit zu stärken
 Vorbereitung eines hybriden Ansatzes, der digitale Präsenz mit analogen
Angeboten verbindet
 Prüfung möglicher Kooperationen mit weiteren Ämtern, insbesondere dem
Gesundheitsamt
Ziel ist es, eine solide Grundlage zu schaffen, auf der sowohl das Amt für Soziales
und Jugend als auch freie Träger wirksam arbeiten können.
Zusammenarbeit mit freien Trägern
Die freien Träger der Jugendhilfe spielen eine zentrale Rolle bei der Umsetzung
digitaler aufsuchender Arbeit. Viele Träger haben bereits großes Interesse signalisiert
und erste konzeptionelle Überlegungen angestellt. Das Amt für Soziales und Jugend
möchte diesen Prozess ausdrücklich unterstützen und gemeinsam mit den Trägern
eine tragfähige Struktur entwickeln.
Wichtig ist dabei ein wertschätzender, transparenter und kooperativer Ansatz:
 Freie Träger sollen frühzeitig eingebunden werden.
ï‚· Es soll ein gemeinsamer fachlicher Standard entstehen, der Orientierung
bietet, aber Raum für unterschiedliche Profile lässt.
ï‚· Ziel ist ein abgestimmtes, nicht konkurrierendes System, das die Vielfalt der
Trägerlandschaft nutzt und gleichzeitig Doppelstrukturen vermeidet.
Ausblick
Das weitere Vorgehen sieht zunächst eine interne Abstimmungs- und Arbeitsphase
innerhalb des Amtes für Soziales und Jugend vor. Dazu gehören gemeinsame Treffen
aller relevanten amtsinternen Akteur*innen, die Klärung von Zuständigkeiten, die
Festlegung von Kommunikationswegen sowie die weitere fachliche Strukturierung.
Im Anschluss daran wird ein stadtweites Konzept für Digitale Aufsuchende Arbeit
(DAA) erarbeitet. Sobald ein belastbarer Entwurf vorliegt, wird dem
Jugendhilfeausschuss ein Modell für eine Pilotphase sowie eine langfristige
Finanzplanung vorgestellt und eine Beschlussvorlage zur Entscheidung vorgelegt.
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Nach Abschluss dieser internen Konzeptionsphase erfolgt der strukturierte Austausch
mit den freien Trägern, die bereits Interesse signalisiert haben und eine wichtige
Rolle in der späteren Umsetzung einnehmen sollen .