Informationsvorlage Aktenzeichen AGS/036/2026

Düsseldorf plant Hitzeaktionsstrategie für 2026

Amtlicher Titel: Hitzeaktionsplanung für das Jahr 2026: Sachstand zur Weiterentwicklung und Erschließung neuer Handlungsfelder für den gesundheitlichen Hitzeschutz

Ein Sachstandsbericht der Verwaltung zur Kenntnisnahme.

Termine abgeschlossen Die eingetragenen Termine sind vergangen; ein eindeutiges abschließendes Ergebnis ist nicht veröffentlicht.
2Dokumente 28. April 2026veröffentlicht

Zusammenfassung

Die Stadt Düsseldorf informiert über den aktuellen Stand der Hitzeaktionsplanung für 2026. Der Ausschuss für Gesundheit und Soziales nimmt die Vorlage am 19. Mai 2026 zur Kenntnis. Ziel ist der gesundheitliche Hitzeschutz.

Einordnung

Die Informationsvorlage zur Hitzeaktionsplanung für 2026 trägt die Referenznummer AGS/036/2026. Der Ausschuss für Gesundheit und Soziales wird die Vorlage am 19. Mai 2026 um 15:00 Uhr besprechen. Die Sitzung findet im Rahmen der regulären Ausschussarbeit statt.

Hintergrund

Die Hitzeaktionsplanung zielt darauf ab, neue Handlungsfelder für den gesundheitlichen Hitzeschutz zu erschließen. Dies ist besonders relevant angesichts der steigenden Temperaturen und deren Auswirkungen auf die Gesundheit der Bürger.

Was bedeutet das für Bürger?

Die Kenntnisnahme der Vorlage durch den Ausschuss ist ein Schritt zur Verbesserung des Hitzeschutzes in Düsseldorf. Konkrete Maßnahmen werden in der weiteren Planung festgelegt.

Die wichtigsten Punkte

  • Vorlage zur Hitzeaktionsplanung für 2026
  • Ausschuss für Gesundheit und Soziales tagt am 19. Mai 2026
  • Ziel: Verbesserung des gesundheitlichen Hitzeschutzes
  • Referenznummer: AGS/036/2026
  • Zwei relevante Dokumente zum Download verfügbar

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Aus der amtlichen Vorlage

Der Ausschuss für Gesundheit und Soziales nimmt den aktuellen Sachstand zur Umsetzung und Weiterentwicklung des Hitzeaktionsplans (HAP) für das Jahr 2026 zur Kenntnis.

Auszug aus „Sachdarstellung“. Der Dokumenttext allein belegt keinen gefassten Beschluss. Originaldokument

Vorgang · AGS/036/2026

Unterlagen und Sitzungsverlauf

Die amtlichen Unterlagen und eindeutig verknüpften Sitzungstermine stehen gemeinsam auf dieser Seite. Ein Sitzungstermin allein belegt noch keinen Beschluss.

Der Verlauf wird automatisch anhand amtlicher Verknüpfungen zusammengestellt.

Die belegten Schritte

So entwickelt sich der Vorgang

  1. Ursprüngliche Vorlage

    Informationsvorlage · Dateidatum im Ratsinformationssystem

  2. Sitzung · TOP 15

    Ausschuss für Gesundheit und Soziales. Amtlicher Vermerk: „zur Kenntnis genommen“.

  3. Weitere Unterlage

    Anlage 1 Hitzeaktionsplan · Dateidatum im Ratsinformationssystem

  4. Sitzung · TOP 10

    Ausschuss für Umwelt-, Klima- und Verbraucherschutz. Amtlicher Vermerk: „zur Kenntnis genommen“.

Gezeigt werden amtlich verknüpfte Unterlagen und Termine. Dateidatum und Sitzungsdatum können voneinander abweichen. Eine Kenntnisnahme oder beantwortete Anfrage ist noch kein Umsetzungsbeschluss.

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Title: Informationsvorlage URL Source: http://ris-oparl.itk-rheinland.de/Oparl/bodies/0015/downloadfiles/00585226.pdf Published Time: 2026-04-28T15:58:00.000Z Number of Pages: 4 Markdown Content: AGS/036/2026 X öffentlich nicht öffentlich # Informationsvorlage Betrifft: Hitzeaktionsplanung für das Jahr 2026: Sachstand zur Weiterentwicklung und Erschließung neuer Handlungsfelder für den gesundheitlichen Hitzeschutz Fachbereich: 53 - Gesundheitsamt Dezernentin / Dezernent: Beigeordnete Miriam Koch Beratungsfolge: Gremium Sitzungsdatum Beratungsqualität Ausschuss für Gesundheit und Soziales 19.05.2026 Kenntnisnahme Sachdarstellung: Der Ausschuss für Gesundheit und Soziales nimmt den aktuellen Sachstand zur Umsetzung und Weiterentwicklung des Hitzeaktionsplans (HAP) für das Jahr 2026 zur Kenntnis. Beschlusslage Gremium Datum Vorlage Beschlussart Rat 11.12.2025 AGS/050/2025 Hitzeaktionsplan der Landeshauptstadt Düsseldorf > Entscheidung 1. Kurzdarstellung Für den Sommer 2026 setzt die Verwaltung priorisiert Maßnahmenvorschläge des Hitzeaktionsplans (HAP) um, die ohne zusätzliche Ressourcen auskommen. Darunter fallen diejenigen Maßnahmen, die eine besonders hohe Wirksamkeit zum Schutz ausgewählter, besonders vulnerabler Gruppen bieten. Zugleich werden Fördermöglichkeiten geprüft, um die Umsetzung zu erweitern. Bei Ressourcenbedarf erfolgt eine detaillierte Planung und Prüfung der haushaltsrechtlichen Machbarkeit. Seite 2 Wesentliche Ziele sind: Verstetigung und Weiterentwicklung bestehender Maßnahmen, Integration ressourcenneutraler Ansätze in neue Handlungsfelder und kontinuierlicher Wissenstransfer sowie sektorübergreifende Zusammenarbeit auf allen Ebenen. 2026 orientiert sich der HAP weiterhin an Leitlinien der französischen HAP, insbesondere der Stärkung einer „Hitze-Kultur“. 2. Ausgangslage Hitzeereignissen stellen eine wachsende Herausforderung für die Gesundheit der Bevölkerung dar. Bund, Länder und WHO empfehlen daher kommunale Hitzeaktionspläne (HAP). Düsseldorf erstellte im BMUV-Projekt Plan°C (2022-2025) einen HAP, der als Orientierungsrahmen für gesundheitlichen Hitzeschutz dauerhaft im Verwaltungshandeln verankert und als dynamisches Instrument kontinuierlich weiterentwickelt werden soll. Ziele sind die Reduktion hitzebedingter Erkrankungen und Todesfälle, Stärkung der individuellen Hitzekompetenz und Schaffung gesundheitsförderlicher Rahmenbedingungen bei Hitze. Mit Beschluss AGS/050/2025 wurde die Verwaltung beauftragt, den Hitzeaktionsplan der Landeshauptstadt Düsseldorf und die darin enthaltenen, im Projekt Plan°C ermittelten Maßnahmenvorschläge zum Gesundheitsschutz der Bürgerinnen und Bürger sukzessive umzusetzen und regelmäßig fortzuschreiben. Die Umsetzung erfolgt gemeinsam mit Schlüsselakteuren aus Verwaltung, Gesundheits- und Sozialwesen sowie der freien Wohlfahrtspflege, basierend auf nationalen/internationalen Leitfäden, Bedarfsanalyse und Good-Practice-Beispielen, differenziert nach Gesamtbevölkerung und Risikogruppen. 3. Geplante Maßnahmen Einbettung in bestehende Strategien Der HAP setzt vor allem auf gesundheitliche und soziale Aspekte, wie Sensibilisierung, Unterstützung und akute Schutzmaßnahmen für besonders gefährdete Bevölkerungsgruppen. Für eine umfassende Hitzevorsorge und der Nutzung ressourcenschonender Synergien wird der HAP weiterhin in bestehende städtische Strategien eingebettet („Health-in-all-Policies“-Ansatz), etwa das Klimaanpassungskonzept (baulich-technische und ökologische Maßnahmen wie Begrünung, Entsiegelung, Trinkbrunnen ), und dem Bevölkerungsschutz. Ziel ist eine effiziente, interdisziplinäre Zusammenarbeit ohne Doppelstrukturen. Koordination: Runder Tisch Die Umsetzung des HAP ist eine kommunale Daueraufgabe und erfolgt interdisziplinär schrittweise und priorisiert nach WHO-Empfehlungen und Düsseldorfer Rahmenbedingungen in enger Abstimmung mit den zuständigen Fachämtern und relevanten Schlüsselakteur*innen als zentrale Partner. Die Koordinierungsstelle im Gesundheitsamt steuert den Prozess: Sie koordiniert ämterübergreifend, leitet den „Runden Tisch Hitze“ (2x jährlich), verantwortet Monitoring und Evaluation und ist zentrale Ansprechstelle und verantwortet eigene Maßnahmen. Ziele des Runden Tisches Hitze als Arbeitsgemeinschaft sind ein strategischer fachlicher Austausch mit jeweiligen Schlüsselakteuren wie Führungskräfte, Expert*innen und Praxisvertreter*innen. Der Fokus liegt auf komplexen und gleichzeitig besonders hitzerelevanten Handlungsfeldern („keine Low-hanging Fruits“) sowie der Nutzung von Synergien durch unterschiedliche Perspektiven und Netzwerke. Ablauf 2026: >  Kick-Off am 16.03.2026: Festlegung von Pilotmaßnahmen in ausgewählten Handlungsfeldern für den Sommer 2026, drunter Verantwortlichkeiten, Zeitplan, Ressourcen und geplante Maßnahmen. >  Herbsttreffen 2026: Evaluation der Pilotmaßnahmen auf Erfolge, Anpassungsbedarf und Skalierungspotenzial. Seite 3 Der Arbeitskreis wird in den Folgejahren um weitere Handlungsfelder und entsprechende Akteure angepasst. Parallel zum Arbeitskreis laufen 2026 weitere bilaterale Treffen und Arbeitsgruppen, beispielsweise zu Informationskampagnen. Fokus Pilotprojekte 2026 und Schlüsselthemen: besonders komplexe hitzerelevante Maßnahmen Öffentlich zugängliche kühle Innenräume mit Fokus auf die dichtbebaute Innenstadt  Die „Karte der kühlen Orte“ gibt eine Übersicht  Erprobung von Mindes tstandards für technische und organisatorische Ausstattung an mindestens einem öffentlich zugänglichen Raum: o für die Allgemeinbevölkerung o speziell für Wohnungs- und Obdachlose, unter anderem in Kooperation mit Suchtkoordination und Streetwork. Hitzeschutz bei Großveranstaltungen  Entwickelung einer Vorlage für Hitzekonzepte (u.a. rechtliche Grundlagen, Zielkonflikte, Kontakte)  Zielgruppe: städtische und nicht-städtische Veranstalter Sensibilisierung und Schutz städtischer Mitarbeitenden mit Kontakt zur Bevölkerung  Erprobung von Pilot-Schulungen im Gesundheitsamt für verschiedene Zielgruppen, beispielsweise für Eltern und Kinder (Schuleingangsuntersuchungen), Schwangere und Menschen mit chronischen Erkrankungen Einbettung „Hitzegesundheit“ in psychosoziale Angebote für einsame/sozialisolierte Personen, u.a.  Erprobung Schulungen für ehrenamtliche Besuchsdienste (Kooperation mit katholischer Kirche); Integration in bestehende Kanäle, wie zum Beispiel „Social Prescribing“ Fortführung und Weiterentwicklung bereits bestehender Maßnahmen Zu nennen hier sind Bau- und stadtplanerische Maßnahmen wie Baumpflanzungen, Entsiegelung, Trinkbrunnen, das Förderprogramm für Dach-, Fassaden- und Innenhofbegrünung. Außerdem sind Informations- und Sensibilisierungsmaßnahmen geplant. Hierzu gehören zum Beispiel Pressemitteilungen, soziale Medien inner- und außerhalb der Stadtverwaltung (z. B. App „Gut versorgt in Düsseldorf“), Anzeigetafeln der Rheinbahn bei Hitzewarnungen, „Hitzeportal Düsseldorf“, die „Karte der kühlen Orte“, sowie Veranstaltungen und Vorträge und Entwicklung neuer Kampagnen wie Trinkwasserkampagnen. 4. Finanzielle Auswirkungen Ja ☒ Nein Die 2026 fortgesetzten und geplanten Maßnahmen sollen im Jahr 2026 ohne zusätzliche Ressourcen erfolgen. Maßnahmen mit potentiellem Mehrbedarf werden auf Fördermöglichkeiten geprüft und im Einzelnen zur Entscheidung in die Haushaltsberatungen eingebracht. 5. Weiteres Vorgehen Die Dokumentation und Anpassung der Pilotmaßnahmen nach der Hitzesaison 2026 stellt die weiteren Schritte dar. Außerdem ist eine kontinuierliche Fortschreibung des HAP basierend auf Evaluation und Monitoring vorgesehen. Seite 4 Anlagen: Anlage 1 Hitzeaktionsplan
Anlage 1 Hitzeaktionsplan als Text anzeigen
Title: Hitzeaktionsplan - Gesundheitlicher Hitzeschutz zur lokalen Anpassung an den Klimawandel URL Source: http://ris-oparl.itk-rheinland.de/Oparl/bodies/0015/downloadfiles/00588721.pdf Published Time: Wed, 03 Jun 2026 09:54:44 GMT Number of Pages: 52 Markdown Content: itze aktions lan Düsseldorf ## Nähe trifft Freiheit Gesundheitlicher Hitzeschutz zur lokalen Anpassung an den Klimawandel Hitzeaktionsplan der Landeshauptstadt Düsseldorf 4 # Inhalt Klimaanpassung und Hitzeaktionsplanung in Düsseldorf. Zwei Konzepte, ein gemeinsames Ziel 8 Das Projekt Plan °C 10 Ziele, Aufgaben und Inhalte eines Hitzeaktionsplans 11 Methodisches Vorgehen zur Erstellung des Hitzeaktionsplans in Düsseldorf 14 Bestands- und Bedarfsanalyse 14 Maßnahmenplanung 15 Struktur und Aufbau des Maßnahmenteils 15 Umsetzung des Hitzeaktionsplans 18 Maßnahmenpriorisierung und dezentrale Ansiedelung der Umsetzung in verschiedenen Dienststellen 18 Koordination und interdisziplinäre Zusammenarbeit 20 Monitoring, Evaluation und Fortschreibung 21 Handlungsfelder für die Gesamtbevölkerung 24 Kommunikation der Hitzewarnungen 24 Informationskampagnen zu Hitze und Gesundheit 25 Kühle Räume 26 Hitzeschutz an und in Gebäuden 27 Bürgerservice 28 Gesundheitlicher Hitzeschutz in der Gesundheits- und Notfallversorgung 28 Gesundheitlicher Hitze- und UV-Schutz bei Veranstaltungen 29 Hitzeaktionsplan der Landeshauptstadt Düsseldorf 5 Handlungsfelder für ausgewählte Risikofaktoren 32 Risikofaktor Schwangerschaft, Stillzeit und Säuglingsalter 32 Risikofaktoren Klein- und Schulkindalter 32 Risikofaktor Hochaltrigkeit 35 Risikofaktor chronische und akute Erkrankungen 35 Risikofaktor Suchtmittelkonsum 36 Risikofaktor Pflegebedürftigkeit 36 Risikofaktoren Wohnungs- oder Obdachlosigkeit 39 Risikofaktoren Arbeitsumfeld und Sport 39 Risikofaktoren fehlende soziale Teilhabe oder finanzielle Ressourcen 40 X. Anhang 44 A1 Klimawandel und Gesundheit 44 A2 Hintergrundinformationen zu Risikofaktoren und Hitze 45 A3 Hitzeaktionsplanung in Frankreich 45 A4 Glossar 49 6 # Klimaanpassung und Hitzeaktions-planung 7 © 35007/ iStock Hitzeaktionsplan der Landeshauptstadt Düsseldorf 8 # Klimaanpassung und Hitzeaktions-planung in Düsseldorf. # Zwei Konzepte, ein gemeinsames Ziel Die Landeshauptstadt Düsseldorf ist als Großstadt im niederrheinischen Tiefland entlang des Rheins besonders stark von sommerlicher Wärmebelastung betroffen. Im Zuge des Klimawandels ist künftig mit häufigeren, länger andauernden und intensiveren Hitzeperioden zu rechnen – oftmals begleitet von ausbleibender nächtlicher Abkühlung. Hitzeereignisse stellen ein Gesundheitsrisiko für die Bevölkerung dar, insbesondere für als besonders vulnerabel geltende Bevölkerungsgruppen aufgrund eines oder mehrerer Risikofaktoren (vergleiche Anhang A1. Klimawandel und Gesundheit und A2. Hintergrundinformationen zu Risikofaktoren ). 1 Düsseldorf verfolgt einen integrativen Ansatz zur Ver - besserung des Hitzeschutzes und zur Stärkung der Hitzeresilienz ihrer Bevölkerung. Ergänzend zu dem bestehenden Klimaanpassungskonzept und dessen Fortschreibung hat die Kommune im Rahmen des vom BMUKN geförderten Verbundprojekts Plan °C (2022 – 2025, Fördernummer 67DAS261A) gemein - sam mit der Stadt Karlsruhe und dem Deutschen Institut für Urbanistik einen Hitzeaktionsplan (HAP) entwickelt. Beide Konzepte – Klimaanpassung und Hitzeaktionsplan – sind eigenständig, jedoch inhalt - lich und strategisch eng miteinander verknüpft. Gemeinsam tragen beide Konzepte zu einem ganz - heitlichen Schutz der Düsseldorfer Bevölkerung vor Hitzeereignissen bei. Klimaanpassungskonzept: Konzentriert sich vor allem auf langfristige baulichökologische Maßnahmen zur Minderung urbaner Wärmeinseln. Dazu zählen unter anderem Begrünungs- und Entsiegelungsmaß - nahmen, energetische Gebäudenachrüstungen sowie der Ausbau des öffentlichen Trinkbrunnennetzes. Diese thematische Abgrenzung erfolgt bei gleich - zeitig enger interdisziplinärer Zusammenarbeit in den Schnittstellenbereichen. Ziel ist es, klare Zuständig - keiten und Maßnahmenstrukturen zu etablieren und ineffiziente Doppelstrukturen zu vermeiden. Darüber hinaus werden weitere städtische Strategien berück - sichtigt und verzahnt, um Synergien in der Klima- anpassung bestmöglich zu nutzen und Zielkonflikte zu vermeiden. Zentrales Anliegen der Hitzeaktionsplanung ist neben der Senkung von hitzebedingter Mortalität und Mor - bidität vor allem der präventive Schutz der mensch - lichen Gesundheit und die Sicherung der Lebensqua - lität. Wesentliche Bausteine sind die Förderung von Hitzekompetenz sowie die Schaffung und Sicherung gesundheitsfördernder Rahmenbedingungen. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) veröffent - lichte bereits 2008 Leitlinien zur Entwicklung von Hitzeaktionsplänen, die bis heute als Grundlage dienen. Im Jahr 2017 griff eine Bund/Länder-Arbeits - gruppe (GAK-AG) diese Empfehlungen auf und entwickelte konkrete Handlungsempfehlungen zum Schutz der menschlichen Gesundheit. 2 > 1https://www.umweltbundesamt.de/daten/umwelt-gesundheit/gesundheitsrisiken-durch-hitze#gesundheitsrisiko-hitze Hitzeaktionsplan der Landeshauptstadt Düsseldorf 9 Hitzeaktionsplan: Legt den Fokus auf die gesundheitliche und soziale Prävention sowie die Abmilderung von Hitzefolgen. Hierzu gehören die Verbreitung von Hitzewarnungen, zielgruppenspezifische Sensi- bilisierungskampagnen und konkrete Unterstützungsangebote für besonders gefährdete Bevölkerungsgruppen. Im Projekt Plan °C wurden die bestehenden Handlungs- empfehlungen in ein lokal angepasstes Konzept zur Hitzeaktionsplanung als Orientierungshilfe und Leit - faden für Verwaltungshandeln übertragen und aus - gearbeitet, um Hitzeschutzmaßnahmen zu verankern. Zu Beginn erfolgte eine umfassende Bestands- und Bedarfsanalyse bestehender Maßnahmen und An - gebote zur Hitzebewältigung. Dazu wurden verschie - dene Austauschformate genutzt, darunter Umfragen und Workshops mit verwaltungsinternen und -exter - nen Akteur*innen 3, ämterübergreifende Austausch - treffen sowie bilaterale Gespräche. Begleitend fand ein regelmäßiger Erfahrungsaustausch mit anderen deutschen Kommunen wie Dresden, Köln, Mannheim, Worms und Nürnberg sowie mit dem Landeszentrum Gesundheit Nordrhein-Westfalen statt. Ergänzend wurden bewährte Ansätze und langjährige Erfahrun - gen französischer Städte wie Nancy, Toulouse und Straßburg berücksichtigt. Auf Basis dieser Erkenntnisse aus Wissenschaft und Praxis wurden konkrete Handlungsfelder für Düsseldorf entwickelt. Diese gliedern sich in zwei zentrale Kate - gorien: • Handlungsfelder für die Gesamtbevölkerung • Handlungsfelder für besonders vulnerable Personengruppen Die einzelnen Maßnahmen der Handlungsfelder rei - chen von Informationskampagnen und der Bereitstel - lung kühler Aufenthaltsorte über Bildungsangebote bis hin zu aufsuchender Sozialarbeit. Erste Maß - nahmen wurden bereits umgesetzt. Weitere folgen entsprechend ihrer Priorisierung – vielfach inter- disziplinär und ämterübergreifend. Ein begleitendes Monitoring gewährleistet die kon - tinuierliche Weiterentwicklung und Anpassung an neue Herausforderungen. Der Hitzeaktionsplan (HAP) folgt einem agilen Projektmanagementansatz und versteht sich als dynamisches Dokument , das flexibel auf die sich wandelnden Bedürfnisse der Stadtgesell - schaft reagiert. Im Zentrum der Handlungsfelder stehen: • Vernetzung: Integration in bestehende Strukturen und Prozesse zur effektiven, ressourcenschonen - den Umsetzung unter Nutzung von Synergien und Vermeidung von Zielkonflikten. • Information und Kommunikation: zum Beispiel durch Kampagnen und Fortbildungen für Schlüs - selpersonen im Kontakt mit Risikogruppen. • Unterstützungsangebote: etwa die Bereitstellung und Bekanntmachung kühler Orte oder die Veran - kerung des Hitzeschutzes in Hilfesystemen. Langfristiges Ziel ist die Stärkung der Resilienz der Stadtgesellschaft und die Etablierung eines gesund - heitsorientierten Umgangs mit Hitze im Sinne eines Health-in-All-Policies -Ansatzes. > 2https://www.bmuv.de/fileadmin/Daten_BMU/Download_PDF/Klimaschutz/hap_handlungsempfehlungen_bf.pdf > 3Hierunter fallen wichtige Schlüsselakteur*innen außerhalb der Stadtverwaltung, die für eine Umsetzung des Hitzeaktionsplans unbedingt einbezogen wer - > den sollen, beispielsweise die freien Träger. ## Das Projekt Plan °C Der Düsseldorfer Hitzeaktionsplan (HAP) wurde im Rahmen des Verbundprojekts Plan °C 4 (2022 – 2025) zusammen mit der Stadt Karlsruhe und dem Deut - schen Institut für Urbanistik (Difu) als Projektpartner erarbeitet. Gefördert wurde das Vorhaben vom Bun - desministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMUKN) als kommunales Leuchtturmvorhaben der Deutschen Anpassungs - strategie (Förderkennzeichen 67DAS261A). 5 Im Zuge dessen konnte für zwei Jahre eine projektbezogene Personalstelle zur Erarbeitung des ersten Düsseldorfer Hitzeaktionsplans durch Bundesmittel finanziert werden. Als fachlich-inhaltliche Grundlage dienten im Projekt die Leitlinien für Hitzeaktionspläne des Regionalbüros Europa der Weltgesundheitsorganisation (WHO) 6 sowie die Handlungsempfehlungen für die Erstellung von Hitzeaktionsplänen der Bund/Länder-Ad-hoc- Arbeitsgruppe Gesundheitliche Anpassung an die Folgen des Klimawandels (GAK) des Bundesgesund - heitsministeriums und des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Ver - braucherschutz. 7 Nach diesen Handlungsempfehlungen wurden im Rahmen des Projekts Plan °C in den beiden Projekt- städten Düsseldorf und Karlsruhe jeweils lokal an - gepasste Hitzeaktionspläne ausgearbeitet. Das Projekt wurde in beiden Städten und bundesweit durch eine kontinuierliche Öffentlichkeitsarbeit be - gleitet und richtete 2023 sowie 2024 den bundes - weiten Austausch im Rahmen des Städtedialogs zu gesundheitlichem Hitzeschutz aus. Projektbegleitend wurde ein regelmäßiger Erfahrungsaustausch über Runde Tische und trilaterale Austauschgespräche von Düsseldorf und Karlsruhe mit weiteren deutschen Kommunen (unter anderem Dresden, Köln, Mann - heim, Stuttgart, Worms, Würzburg) sowie Behörden (Landeszentrum Gesundheit (LZG) NRW (seit 2025 Landesamt für Gesundheit und Arbeitsschutz (LfGA NRW), Kompetenzzentrum Klimawandel der Landes - anstalt für Umwelt Baden-Württemberg (LUBW), Lan - desgesundheitsamt Baden-Württemberg) gepflegt. Darüber hinaus flossen insbesondere die langjährige Praxiserfahrung ausgewählter französischer Städte mit Hitzeaktionsplänen ein, die in verschiedenen Aus - tauschrunden erfasst wurden. Frankreich gilt weltweit als ein Vorreiter in der Hitzeaktionsplanung (vergleiche Anhang A.3 Hitzeaktionsplanung in Frankreich ). Insbesondere der Austausch mit der mit Düsseldorf befreundeten Stadt Toulouse war hier relevant. Als Klimazwilling werden laut Klimamodellierungen die Temperaturverhältnisse in Düsseldorf ab Mitte bis Ende des Jahrhunderts denen von Toulouse heute entsprechen. > © PPrat / iStock > 4Das Zeichen C verweist zum einen auf den Temperaturaspekt, zum anderen nimmt das Projekt damit Bezug auf die französische Hitzeaktionsplanung ( Plan Canicule ). 5https://www.z-u-g.org/fileadmin/zug/Dateien/Foerderprorgamme/DAS_Anpassung_an_den_Klimawande/ 241204_Gefoerderte_Projekte_DAS-Programm_JJ_LS_Dezember_2024_CPS_bf.pdf 6Heat-health action plans: guidance (2008) https://www.who.int/publications/i/item/9789289071918 7Handlungsempfehlungen der Bund/Länder-Ad-hoc-Arbeitsgruppe Gesundheitliche Anpassung an die Folgen des Klimawandels (2017) https://www.bmuv.de/fileadmin/Daten_BMU/Download_PDF/Klimaschutz/hap_handlungsempfehlungen_bf.pdf 10 Hitzeaktionsplan der Landeshauptstadt Düsseldorf Ziele, Aufgaben und Inhalte eines Hitzeaktionsplans Die Hitzeaktionsplanung beschreibt den gesamten Prozess des gesundheitlichen Hitzeschutzes – von der Analyse über die Konzeption und Umsetzung von Maßnahmen bis hin zu Monitoring und Evaluation. Ein Hitzeaktionsplan (HAP) stellt dabei das zentrale Konzeptdokument dar, das als Leit faden und Orientie - rungshilfe die wesentlichen Schritte der Hitzeaktions - planung zusammenfasst. Ziel der Hitzeaktionsplanung ist es, Hitzemortalität und Hitze morbidität während akuter Hitzephasen zu redu - zieren – idealerweise sogar zu vermeiden. Darüber hi - naus soll sie durch die Stärkung der Hitzekompetenz zum präventiven Schutz der menschlichen Gesund - heit beitragen und die Lebensqualität auch bei hohen Temperaturen sichern. Mit geeigneten Maßnahmen sollen Rahmenbedingun - gen geschaffen werden, die allen Bürger*innen ein gesundes Leben ermöglichen – selbst unter Extremwet - terbedingungen. Der Hitzeaktionsplan dient als praxisnaher Hand - lungsleitfaden für die Umsetzung der Hitzeaktions - planung. Er definiert konkrete Schutzmaßnahmen sowie zeitliche Abläufe: Was ist vor, während und nach einer Hitzewelle zu tun, um die Bevölkerung wirksam zu schützen? Die inhaltliche Grundlage der Hitzeaktionsplanung bil - den – gemäß den Handlungsempfehlungen der WHO und des Bundes – acht thematische Kernelemente: • Koordination und interdisziplinäre Zusammenarbeit • Hitzewarnsystem • Information und Kommunikation hitzebedingter Gesundheitsrisiken • Hitzereduzierung in Innenräumen • Besondere Maßnahmen für Risikogruppen • Vorbereitung der Gesundheits- und Sozialsysteme • Langfristige Stadtplanung und Bauwesen • Monitoring und Evaluierung Die Umsetzung dieser Kernelemente erfolgt durch kurz-, mittel- und langfristige Maßnahmen, die sich über vier Zeithorizonte erstrecken (siehe Abbildung 1). > Abbildung 1: Zeithorizonte der kommunalen Hitzeaktionsplanung (Eigene Darstellung nach den Handlungsempfehlungen der Bund/Länder-Ad-hoc-Arbeitsgruppe [2017] ) 11 Hitzeaktionsplan der Landeshauptstadt Düsseldorf Abb. 1 Abb. 1 Abb. 1 Schutz während akuter Hitzewellen Schutz während des Sommers Vorbereitung vor dem Sommer Langfristige Planung Steuerung & Koordination Monitoring & Evaluation 12 # Erstellung des Hitzeaktionsplans 13 © FangXiaNuo/ iStock Hitzeaktionsplan der Landeshauptstadt Düsseldorf 14 # Methodisches Vorgehen zur Erstellung des Hitzeaktionsplans in Düsseldorf ## Bestands- und Bedarfsanalyse In Düsseldorf wurde zunächst eine Bestands- und Bedarfsanalyse zu Maßnahmen und Angeboten zur Hitzebewältigung durchgeführt. Ein Schwerpunkt lag dabei auf der Identifikation potenzieller Schnittstel - len zu bereits vorhandenen Planungen und Konzep - ten – etwa zur Düsseldorfer Starkregenstrategie und potentieller Synergien im Bereich Kommunikation zur Stärkung der Eigenvorsorgefähigkeit in der Bevölke - rung; zu Maßnahmen im Be

Auszug – das vollständige Dokument ist über den Original-Link verfügbar.

KI-gestützt aufbereitet am 13. Mai 2026. Die Zusammenfassung kann Fehler enthalten. Maßgeblich bleiben die Originaldokumente und veröffentlichten Beratungsergebnisse.

Quelle: Ratsinformationssystem Düsseldorf · Aktenzeichen AGS/036/2026