Informationsvorlage Aktenzeichen SCHUA/019/2026

Pilotstudie „school attendance teams“ im Kontext „Prävention von Schulvermeidung“

Ein Sachstandsbericht der Verwaltung zur Kenntnisnahme.

Termine abgeschlossen Die eingetragenen Termine sind vergangen; ein eindeutiges abschließendes Ergebnis ist nicht veröffentlicht.
1Dokument 10. März 2026veröffentlicht

Worum es geht

Der Auszug beschreibt den Stand der Vorlage zum angegebenen Datum, nicht notwendigerweise den heutigen Stand.

Aus „Sachdarstellung“

1. H i n t e r g r u n d Im Kinder- und Jugendförderplan 2021 bis 2025 wurde unter Maßnahmennummer „ C2 " (S. 74) die Entwicklung eines einheitlichen Datensystems zur Verbesserung einer Datengrundlage zu schulvermeidendem Verhalten als Ziel beschrieben. Es gibt aufgrund der schulinternen Verantwortlichkeit der Schulpflichtüberwachung keine einheitliche, flächendeckende Datenerfassung von Anwesenheits- und Fehlzeiten in den Düsseldorfer Schulen. Der Verwaltung liegen daher keine verwertbaren Zahlen zu schulabsentem Verhalten vor. „ Schulabsentismus " wird fachbegrifflich definiert, als „ alle (regelmäßigen) Verhaltensmuster, bei denen Schüler*innen ohne ausreichende Berechtigung der Schule fernbleiben 1 . Gesteuert vom Amt für Schule und Bildung (Regionales Bildungsbüro) und dem Amt für Soziales und Jugend (Jugendförderung) entwickelte die amts- und trägerübergreifend besetzte „ Arbeitsgemeinschaft Prävention von Schulvermeidung in Grundschulen "  ein gemeinsames Verständnis des Begriffes Schulabsentismus (ab der ersten Fehlstunde, die ohne Berechtigung auffällt)  eine Netzwerkkarte mit den kommunalen Unterstützungsstrukturen im Kontext Schulvermeidung 2 https://www.brd.nrw.de/document/20240514_4_41_Schulabsentismus_Leitfaden.pdf In 2026 wird in der Arbeitsgemeinschaft der „ Leitfaden für den Umgang mit Schulabsentismus der Bezirksregierung " 2 um die konkreten Unterstützungsangebote, Kontaktadressen und Abläufe in Fällen von Schulvermeidung in der Stadt Düsseldorf ergänzt. Die Handreichung wird allen Düsseldorfer Schulen in städtischer Trägerschaft zur Verfügung gestellt. Damit wird sichergestellt, dass die Schulen in Fällen von Schulabsentismus und insbesondere im Hinblick auf die Sicherstellung des Kindeswohls (z.B. in Fällen von Fernhalten der Kinder durch die Personensorgeberechtigten) handlungsfähig sind. Aus der Zusammenarbeit in der Arbeitsgemeinschaft ergab sich in 2023 die Möglichkeit, in Zusammenarbeit mit der LVR-Klinik Düsseldorf (Abteilung Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie) an einem internationalen Forschungsprojekt teilzunehmen. Es werden im Folgenden die Ergebnisse des Modellprojekts vorgestellt.

Ausgewählte Originalpassagen, keine neue KI-Zusammenfassung. Stand der Vorlage: 10. März 2026. Vollständiges Original mit weiteren Angaben

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Vorgang · SCHUA/019/2026

Unterlagen und Sitzungsverlauf

Die amtlichen Unterlagen und eindeutig verknüpften Sitzungstermine stehen gemeinsam auf dieser Seite. Ein Sitzungstermin allein belegt noch keinen Beschluss.

Der Verlauf wird automatisch anhand amtlicher Verknüpfungen zusammengestellt.

Die belegten Schritte

So entwickelt sich der Vorgang

  1. Ursprüngliche Vorlage

    Informationsvorlage · Dateidatum im Ratsinformationssystem

  2. Sitzung · TOP 9

    Schulausschuss. Amtlicher Vermerk: „zur Kenntnis genommen“.

  3. Sitzung · TOP 7.1

    Jugendhilfeausschuss. Amtlicher Vermerk: „zur Kenntnis genommen“.

Gezeigt werden amtlich verknüpfte Unterlagen und Termine. Dateidatum und Sitzungsdatum können voneinander abweichen. Eine Kenntnisnahme oder beantwortete Anfrage ist noch kein Umsetzungsbeschluss.

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1 https://www.brd.nrw.de/document/20240514_4_41_Schulabsentismus_Leitfaden.pdf SCHUA/019/2026 X öffentlich nicht öffentlich Informationsvorlage Betrifft: Pilotstudie „ school attendance teams „ im Kontext „ Prävention von Schulvermeidung " Fachbereich: 40 - Amt für Schule und Bildung Dezernentin / Dezernent: Stadtdirektor Burkhard Hintzsche Beratungsfolge: Gremium Sitzungsdatum Beratungsqualität Schulausschuss 14.04.2026 Kenntnisnahme Jugendhilfeausschuss 15.04.2026 Kenntnisnahme Sachdarstellung: 1. H i n t e r g r u n d Im Kinder- und Jugendförderplan 2021 bis 2025 wurde unter Maßnahmennummer „ C2 " (S. 74) die Entwicklung eines einheitlichen Datensystems zur Verbesserung einer Datengrundlage zu schulvermeidendem Verhalten als Ziel beschrieben. Es gibt aufgrund der schulinternen Verantwortlichkeit der Schulpflichtüberwachung keine einheitliche, flächendeckende Datenerfassung von Anwesenheits- und Fehlzeiten in den Düsseldorfer Schulen. Der Verwaltung liegen daher keine verwertbaren Zahlen zu schulabsentem Verhalten vor. „ Schulabsentismus " wird fachbegrifflich definiert, als „ alle (regelmäßigen) Verhaltensmuster, bei denen Schüler*innen ohne ausreichende Berechtigung der Schule fernbleiben 1 . Gesteuert vom Amt für Schule und Bildung (Regionales Bildungsbüro) und dem Amt für Soziales und Jugend (Jugendförderung) entwickelte die amts- und trägerübergreifend besetzte „ Arbeitsgemeinschaft Prävention von Schulvermeidung in Grundschulen "  ein gemeinsames Verständnis des Begriffes Schulabsentismus (ab der ersten Fehlstunde, die ohne Berechtigung auffällt)  eine Netzwerkkarte mit den kommunalen Unterstützungsstrukturen im Kontext Schulvermeidung Seite 2 2 https://www.brd.nrw.de/document/20240514_4_41_Schulabsentismus_Leitfaden.pdf In 2026 wird in der Arbeitsgemeinschaft der „ Leitfaden für den Umgang mit Schulabsentismus der Bezirksregierung " 2 um die konkreten Unterstützungsangebote, Kontaktadressen und Abläufe in Fällen von Schulvermeidung in der Stadt Düsseldorf ergänzt. Die Handreichung wird allen Düsseldorfer Schulen in städtischer Trägerschaft zur Verfügung gestellt. Damit wird sichergestellt, dass die Schulen in Fällen von Schulabsentismus und insbesondere im Hinblick auf die Sicherstellung des Kindeswohls (z.B. in Fällen von Fernhalten der Kinder durch die Personensorgeberechtigten) handlungsfähig sind. Aus der Zusammenarbeit in der Arbeitsgemeinschaft ergab sich in 2023 die Möglichkeit, in Zusammenarbeit mit der LVR-Klinik Düsseldorf (Abteilung Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie) an einem internationalen Forschungsprojekt teilzunehmen. Es werden im Folgenden die Ergebnisse des Modellprojekts vorgestellt. Damit wird nicht das Gesamtsystem im Umgang mit Schulvermeidung - insbesondere mit Blick auf die Jugendhilfe - abgebildet. 2. Das Forschungsprojekt „ O n T he F rontline for A ttendance " a) Zielsetzung: Ziel des Forschungsvorhabens war es, an Schulen sogenannte „ school attendance teams " zu bilden und zu etablieren. Das sind multiprofessionelle Expert*innenteams, bestehend aus Schulleitungen, Lehrkräften und sozialpädagogischen Fachkräften / Schulsozialarbeitenden. Die Expert*innenteams nehmen das Thema Schulabsentismus für ihren Standort in den Fokus, entwickeln präventive Angebote, gehen in Fällen von schulvermeidendem Verhalten in den Elternkontakt und beziehen Fachstellen (u.a. die Schulpsychologie, die Erziehungsberatung, die Fachstelle zur Stärkung der psychischen Gesundheit und / oder den Bezirkssozialdienst) ein. Darüber hinaus sind sie Ansprechpersonen für das Thema und die Umsetzung an ihrer Schule. Teilgenommen haben folgende städtische Grundschulen: KGS Höhenstraße, GGS Gumbertschule, GGS Am Köhnen sowie GGS Wrangelstraße. Neben der Landeshauptstadt Düsseldorf für Deutschland vervollständigen Akteure aus den USA, Norwegen und den Niederlanden die Forschungsgruppe. Mit den „ school attendance teams " wurden zwischen Herbst 2023 und Ende 2024 durch die Forschenden des LVR-Klinikums Workshops durchgeführt, dazu kamen Austauschtreffen in 2025 zur nachhaltigen Begleitung und Vertiefung. In den Workshops wurden aktuelle pädagogische Konzepte vermittelt und das sogenannte „ Response to Intervention " -Modell vertieft. Das Modell sieht verschiedene Stufen der Prävention schulvermeidenden Verhaltens und der Intervention in Abhängigkeit des Ausmaßes des (drohenden oder vorliegenden) schulvermeidenden Verhaltens vor. In den Workshops wurden den Teams individuell zur jeweiligen Schule angepasste Methoden und Handlungsansätze vermittelt. Die als Machbarkeitsstudie angelegte Forschung unterstützte dabei, der Problematik von aktivem und passivem Schulabsentismus in den beteiligten Schulen entgegenzuwirken. Darüber hinaus wurden Lehrkräfte, Eltern und Kinder durch effektive, niedrigschwellige und zeitnahe Zusammenarbeit, Beratung und Vermittlung im Rahmen des Netzwerks Seite 3 unterstützt. Die Studie umfasste eine umfangreiche Datenerhebung, mit der an den Projektschulen ein digitaler Datenbestand über Fehlzeiten sowie ergänzende Notizen von Fallentwicklungen (inklusive Maßnahmen und Wirkung) erfasst wurde. Zur Datenerhebung testeten die Schulen das Tool „ Fehlzeitenerfassung " der in Köln ansässigen Firma „ eduFlux " , die Lizenzen wurden durch das Amt für Schule und Bildung finanziert. Die erfassten Daten dienten den Schulen als Grundlage für die Umsetzung der in den Workshops erlernten Methoden. In einem zweiten Schritt dienten die Eingaben einer Analyse des Studienteams der LVR- Klinik, mit welchen Handlungsschritten dem Phänomen Schulvermeidung in seinen verschiedenen Ausprägungen am besten vorgebeugt werden kann. Die Datenauswertung erfolgte dafür in drei Schritten: I Quantitative Ein-Jahres-Evaluation von 4 Schulen: 1. vs. 2. Schulhalbjahr 2023/24 II Quantitative Zwei-Jahres-Evaluation von 3 Schulen: 1. Halbjahr 2023/24 vs. 1. Halbjahr 2024/25 sowie 2. Halbjahr 2023/24 vs. 2. Halbjahr 2024/25 III Qualitative Ergebnisse der Auswertung der Fokusgruppeninterviews Die Finanzierung der Studie erfolgte über den Integrationsfond sowie jeweils anteilig über das Amt für Schule und Bildung sowie das Amt für Jugend und Soziales und über das LVR-Klinikum Düsseldorf. b ) D i e E r g e b n i s s e d e r S t u d i e Quantitative Auswertung: Die Ergebnisse der Workshop-Reihe mit den Experten-Teams und der erfolgten digitalen Datenerfassung zeigen insgesamt einen signifikant positiven Effekt. Sowohl kurzfristig als auch langfristig ist eine deutliche Verringerung von Fehlzeiten erkennbar. Zum einen führten bereits die digitale Datenerfassung von Fehlzeiten, die gezielte schulinterne Steuerung (Betrachtung der Daten und die daraus erfolgenden passgenauen Handlungsschritte) durch die Expert*innenteams zu einer Steigerung der Anwesenheitszeiten. Zum anderen halfen die grafischen Auswertungen durch das Tool bei Elterngesprächen, häufige Fehlzeiten zu veranschaulichen und damit einen Handlungseffekt zu erzeugen. Zeitgleich wurden schulintern strukturelle / systemische Optimierungsmöglichkeiten sichtbar. Die über alle Schüler*innen gemittelte Anzahl der Fehlstunden liegt für das 1. Halbjahr 2023/24 zwischen 2,3 und 6,7 Stunden. Der Anteil der Schüler*innen aller vier Schulen mit schwergradigem Absentismus reduzierte sich von 19% im ersten auf 13% im zweiten Halbjahr. Insbesondere eine Schule meldete signifikant geringere Fehlzeiten zurück. Die 2-Jahres-Evaluation der Daten der drei Schulen, die ein weiteres Jahr an der Evaluation teilnahmen, ermöglichte einen um saisonale Effekte (z.B. virale Erkrankungen im Herbst und Winter) weitgehend bereinigten Vergleich. Der Anteil der Schüler*innen in der Kategorie „ ohne/geringgradiger Absentismus " nimmt um ca. 12 Prozentpunkte zu. Der Anteil der Schüler*innen in den Kategorien „ mittelgradiger " und „ schwergradiger " Absentismus nimmt jeweils um ca. 5-6 Prozentpunkte ab. Seite 4 Qualitative Auswertung: Die „ school attendance teams " entwickelten in den Workshops gemäß der in den zuvor geführten Fokusgruppen-Interviews ein gemeinsames Grundverständnis zum Thema Schulabsentismus. Ein Schwerpunktthema war die Elternarbeit und Strategien, mit den Eltern in guten, effektiven Kontakt zu kommen. Im Zuge eines zweiten Fokusgruppen- Interviews nach der Workshop-Serie zeigte sich, dass das Thema Absentismus deutlich in das Bewusstsein der Schul-Teams und deren Kolleg*innen gerückt war. Das Gefühl ihrer Selbstwirksamkeit war gestiegen, die Teams stellten durch das kontinuierliche Erfassen und Monitoring frühzeitiger beginnenden Absentismus fest, intervenieren zügig und beziehen schnell die entsprechenden Fachstellen ein. Als herausfordernd benannt wurde die schulintern fehlende regelmäßige Zeit für Fallbesprechungen. Die zur Verfügung gestellte App zur Erfassung der Fehlzeiten wurde hinsichtlich ihrer Benutzerfreundlichkeit als noch nicht optimal beschrieben. Fazit Die Machbarkeitsstudie zeigt, dass eine konsequente Datenerfassung und -auswertung einhergehend mit einem praxistauglichen und etablierten standortspezifischen Konzept zur Prävention von schulvermeidendem Verhalten und Intervention in Fällen von Schulabsentismus ein nützlicher Lösungsansatz sein kann. Schulvermeidendes Verhalten wird so in den Fokus gerückt und schneller zielgerichtet bearbeitet. A u s b l i c k D i e b e t e i l i g t e n S c h u l e n f ü h r e n n a c h h a l t i g d i e D a t e n e r f a s s u n g u n d k o m m u n i k a t i v e n S t r u k t u r e n d e r „ s c h o o l a t t e n d a n c e t e a m s " a u f d i e s e r B a s i s w e i t e r . D a r ü b e r h i n a u s g i b t e s e i n j ä h r l i c h e s g e m e i n s a m e s A u s t a u s c h - u n d R e f l e x i o n s t r e f f e n , o r g a n i s i e r t u n d b e t r e u t d u r c h d a s R e g i o n a l e B i l d u n g s b ü r o . D e r B e d a r f d e r S c h u l e n i n d e r T h e m a t i k u n d d i e s t e i g e n d e n A b s e n t i s m u s - F ä l l e s o w o h l i n G r u n d - a l s a u c h w e i t e r f ü h r e n d e n S c h u l e n , b e s o n d e r s s e i t C o r o n a , s i n d ü b e r g r e i f e n d b e k a n n t . A u f g r u n d d e r d e u t l i c h z u r ü c k g e h e n d e n Z a h l e n i m K o n t e x t d i e s e r S t u d i e i s t e s s i n n v o l l , d i e A u s w e i t u n g d e r W o r k s h o p - R e i h e a u f w e i t e r e G r u n d - u n d w e i t e r f ü h r e n d e S c h u l e n d u r c h z u f ü h r e n . A u c h u m d i e W i r k s a m k e i t d e s K o n z e p t e s u n d d i e u n t e r s c h i e d l i c h e n O p t i o n e n f ü r e i n e z i e l f ü h r e n d e D a t e n e r f a s s u n g ü b e r d i e P i l o t - S t a n d o r t e h i n a u s e v a l u i e r e n z u k ö n n e n . F ü r e i n e U m s e t z u n g w e r d e n e i n m a l i g r u n d 2 . 8 0 0 E u r o p r o S c h u l e z u z ü g l i c h m ö g l i c h e r K o s t e n f ü r L i z e n z e n f ü r d a s D a t e n e r f a s s u n g s t o o l b e n ö t i g t . D i e F i n a n z i e r u n g d e r K o s t e n i s t f ü r d i e t e i l n e h m e n d e n S c h u l e n a u s d e m S t a r t C h a n c e n - P r o g r a m m d e s L a n d e s N R W / S c h u l b u d g e t m ö g l i c h . D a s R e g i o n a l e B i l d u n g s b ü r o s t e h t i n t e r e s s i e r t e n S c h u l e n f ü r w e i t e r g e h e n d e I n f o r m a t i o n e n z u r V e r f ü g u n g u n d w i r d a u c h d i e w e i t e r e B e g l e i t u n g ü b e r n e h m e n .

Ohne neue KI-Zusammenfassung. Der Inhaltseinstieg zeigt ausgewählte Passagen des geprüften Originaldokuments. Sitzungsverlauf und Antworten werden unabhängig davon geprüft.

Quelle: Ratsinformationssystem Düsseldorf · Aktenzeichen SCHUA/019/2026