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Title: Informationsvorlage
URL Source: http://ris-oparl.itk-rheinland.de/Oparl/bodies/0015/downloadfiles/00582881.pdf
Published Time: 2026-04-10T07:22:00.000Z
Number of Pages: 3
Markdown Content:
AWM/019/2026
X öffentlich nicht öffentlich
# Informationsvorlage
Betrifft:
Wohngeldbericht und Einsatz des KI-Assistenten bei der Bearbeitung von
Wohngeldanträgen
Fachbereich:
64 - Amt für Wohnungswesen
Dezernentin / Dezernent:
Beigeordnete Cornelia Zuschke
Beratungsfolge:
Gremium Sitzungsdatum Beratungsqualität
Ausschuss für Wohnungswesen
und Modernisierung 20.04.2026 Kenntnisnahme
Sachdarstellung:
Das Wohngeld soll einkommensschwachen Mieterinnen und Mietern von Wohnungen
und selbst nutzenden Eigentümerinnen und Eigentümern von Eigenheimen oder
Eigentumswohnungen helfen, die Wohnkosten zu tragen. Das Wohngeld wird als
Miet- oder Lastenzuschuss geleistet und ist abhängig vom Gesamteinkommen der zu
berücksichtigenden Haushaltsmitglieder, von der monatlichen Miete beziehungsweise
Belastung und von der Zahl der zu berücksichtigenden Haushaltsmitglieder.
Wohngeld wird je zur Hälfte vom Bund und den Ländern getragen.
1) Entwicklung der Wohngeldleistungen durch die Novelle 2023
Wohngeldzahlungen: nach Anzahl Haushalte im Monat/Jahr
Jahr: Zahlfälle je
Monat:
Zahlfälle im
Jahr:
Jahresbetrag:
Januar 2022 6.495 89.505 28.094.637 €
Januar 2023 8.782 136.968 60.383.048 €
Januar 2024 11.413 144.101 61.287.684 €
Januar 2025 12.914 154.504 65.739.106 €
* 2022 und 2023 wurden zusätzlich Heizkostenzuschüsse ausgezahlt
2022 für 8.341 Haushalte rd. 3,1 Mio
2023 für 8.563 Haushalte rd. 4,9 Mio Seite 2
Die Wohngeldreform 2023 („Wohngeld-Plus“) hat landesweit zu einem sprunghaften
Anstieg der Berechtigten geführt. Düsseldorf profitiert von seiner Einstufung in
Mietenstufe 6, wodurch sich höhere individuelle Förderbeträge ergeben. Während in
Nordrhein-Westfalen die durchschnittliche Wohngeldzahlung je Haushalt bei 319,00 €
lag, wurden in Düsseldorf durchschnittlich 340,00 € an die Haushalte ausgezahlt.
Die Antragszahlen für das erste Quartal 2026 liegen mit 5.608 Wohngeldanträgen,
darunter 1.239 Erstanträge, leicht unter dem Vorjahreswert. Die nächste reguläre
Fortschreibung und Erhöhung des Wohngeldes ist zum 1. Januar 2027 vorgesehen.
2) Weiterentwicklung des Wohngeldes bis zum 31.12.2025
Die Wohngeldreform 2023 stellte Kommunen bundesweit vor massive
Herausforderungen. Während viele Städte unter der Verdoppelung der Antragszahlen
und komplexeren Berechnungsverfahren kapitulierten, positioniert sich Düsseldorf als
Benchmark für Verwaltungseffizienz. Mit Bearbeitungszeiten, die weit unter dem
Landes- und Bundesdurchschnitt liegen, konnte die Landeshauptstadt die soziale
Absicherung ihrer Bürgerinnen und Bürger zeitnah gewährleisten.
Der markanteste Unterschied zeigt sich in der Geschwindigkeit der
Bescheiderteilung. Während Düsseldorf die Krise proaktiv bewältigte, entstanden in
vielen anderen Regionen teils existenzbedrohende Wartezeiten.
# Region Durchschnittliche
# Bearbeitungszeit Extremfälle
# Düsseldorf 3 bis 6 Wochen 2 bis 3 Monate
# NRW (Schnitt) 4 bis 6 Monate teilweise > 12 Monate
# Bundesgebiet 6 bis 9 Monate bis zu 24 Monate
> Datenbasis: IT.NRW/Destatis
Durch Prozessoptimierung, schlankere interne Abläufe und die konsequente Nutzung
digitaler Antragswege (Online-Anträge) sowie des KI-Antragsassistenten des Start-
ups for.ml konnte die Wohngeldstelle Düsseldorf die Bearbeitungszeit dennoch bei
drei bis sechs Wochen halten.
3) Einsatz des KI-Assistenten bei der Bearbeitung von Wohngeldanträgen
Die Einführung des KI-basierten Wohngeld-Assistenten bei der Landeshauptstadt
Düsseldorf zielt darauf ab, die Sachbearbeitung im Bereich Wohngeld massiv zu
entlasten und das Antragsverfahren effizienter zu gestalten.
Das KI-Assistenzsystem steigert die Effizienz der Wohngeldstelle, indem es
Sachbearbeiter dabei unterstützt, Anträge schneller und präziser zu bearbeiten.
Die Anwendung übernimmt die Funktion eines digitalen Frontoffice, welches
unvollständige Anträge erkennt und die Korrespondenz zum Bürger entwirft.
Ein wesentlicher Vorteil ist die automatisierte Datenextraktion: Bei jährlich 23.500
Wohngeldanträgen liest die KI alle Datenfelder aus und wandelt sie in digitale
Datensätze um, was die bisherige manuelle Suche ersetzt. Zudem sortiert und
klassifiziert das System die gesamte digitale Eingangspost automatisch nach
Dokumententypen in die E-Akte (DMS), sodass Unterlagen für die Sachbearbeitung
übersichtlich abrufbar sind. Zur fachlichen Unterstützung liefert die KI intelligente Seite 3
Bearbeitungshinweise zu komplexen Fallkonstellationen und bietet einen speziell
trainierten Sprachassistenten für Rechtsfragen. Letztlich trägt das System massiv zur
Fehlervermeidung bei, indem es Bearbeitungsfehler reduziert und durch den Abgleich
mit dem Fachverfahren Doppelbewilligungen verhindert.
Die Anzahl der bearbeiteten Wohngeldanträge je Sachbearbeiter und Jahr konnte um
20 Prozent gesteigert werden (von 373 auf 448 Anträge).
Das Potenzial zur Erhöhung der Anträge je VZÄ/Jahr kann durch Verbesserung der
technischen Basis weiter erhöht werden.
Fazit
Durch die vorstehenden Maßnahmen konnten bisher alle Wohngeldanträge zeitnah
bearbeitet werden. Im Vergleich zu den Vorjahren sind bisher keine nennenswerten
Verzögerungen in der Bearbeitung entstanden.
Neben dem großen Engagement der Mitarbeitenden zahlte sich aus, dass schon sehr
frühzeitig neues Personal – auch in Form von Auszubildenden und Praktikanten –
gewonnen und eingearbeitet wurde. Auch die Verbesserung der telefonischen
Erreichbarkeit ist ein wichtiger Baustein bei der Aufgabenbewältigung.
Die Erfahrung zeigt, dass die Kunden vermehrt den digitalen Kontakt nutzen.
Im Rahmen eines Pilotprojekts erprobt das Amt für Jugend und Soziales und das Amt
für Wohnungswesen ab Sommer 2026 ein neues Beratungskonzept an der Willi-
Becker-Allee. Ziel ist es, die städtischen Sozialleistungen und das Wohngeld in der
zentralen Eingangszone organisatorisch zu verknüpfen, um den Bürgerinnen und
Bürgern eine ganzheitliche Beratung aus einer Hand anzubieten.