Ratssitzung · Sitzung beendet
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Ratssitzung · Sitzung beendet
Historische Ratsnachlese
Ratssitzung vom 18. November 2021
Die Sitzung in einer Minute
Die Sitzung verband zwei große städtische Bauvorhaben mit Entscheidungen zu Verkehr, Wohnen und sozialen Hilfen. Konflikte entzündeten sich vor allem an Klimastandards beim Schulbau und an der Frage, wie weit der Lärm- und Gesundheitsschutz beim RRX-Ausbau gehen sollte.
Nachrichtenwert statt Reihenfolge der Tagesordnung
Änderungsantrag der Ratsfraktion Die PARTEI-Klima-Fraktion zur Vorlage SCHUA/058/2021
Der Rat beschloss einstimmig, die Gemeinschaftshauptschule von der Bernburger Straße 44 an die Vennhauser Allee 167 zu verlagern. Die Gesamtkosten einschließlich Ausstattung und Inventar betrugen 43,65 Millionen Euro; zusätzlich stimmte der Rat einer überplanmäßigen Mittelbereitstellung von 3,95 Millionen Euro zu.
Die Partei-Klima-Fraktion wollte unter anderem Vorsorge für einen späteren Ausbau der Photovoltaikanlage und einen Verzicht auf fossile Wärmeerzeugung festschreiben. Die Linke und Tierschutz/Freie Wähler unterstützten den Änderungsantrag; SPD, Grüne, Oberbürgermeister, CDU, FDP und AfD lehnten ihn ab.
Der Beschluss legte Finanzierung und Ausführung eines großen Schulbauprojekts im Stadtbezirk 8 fest. Zugleich zeigte die Debatte den Konflikt zwischen fortgeschrittener Planung und weitergehenden Klimaschutzanforderungen.
Vorlage RAT/608/2021 · Nachweis: TOP 33.1, PDF-Seite 34
Neubau des Technischen Verwaltungsgebäudes (TVG) - Auslobungsbeschluss -
Der Rat beschloss das Wettbewerbsverfahren und die weitere Planung für den Neubau des Technischen Verwaltungsgebäudes bis zum späteren Ausführungs- und Finanzierungsbeschluss. Für Wettbewerb, Generalplanung, Beratung, Ingenieurleistungen und den begleitenden Veränderungsprozess stellte er 29,97 Millionen Euro bereit; damit war der Bau selbst noch nicht beschlossen.
Der Beschluss fiel einstimmig und ohne Debatte. Berücksichtigt werden sollten Anregungen der Bezirksvertretung 3 zu ÖPNV, Radverkehr, Autoverkehr, Bauphase und frühzeitiger Information der Anwohnerschaft.
Schon die Vorbereitung des Verwaltungsneubaus erforderte einen hohen zweistelligen Millionenbetrag. Verkehrsfolgen und Beteiligung wurden damit Teil des Planungsauftrags.
Vorlage BAU/014/2021 · Nachweis: TOP 27, PDF-Seite 18
RRX-Planung Angermund - Prüfergebnisse zum Ratsauftrag vom 04.02.2021
Der Rat nahm den Abschlussbericht des Werkstattverfahrens zur Kenntnis und beauftragte die Verwaltung, im Planfeststellungsverfahren eine neue Gewichtung städtebaulicher, ökologischer und menschlicher Belange zu fordern. Gegen einfache Lärmschutzwände sollte die Stadt Einwendung erheben; eine Variante mit teiltransparenten und begrünten Elementen sollte in die Genehmigungsplanung aufgenommen werden, während auch Einhausung oder Tunnel ermöglicht werden sollten.
Die SPD wandte sich gegen den Teil des Auftrags, der Einhausung und Tunnel für Angermund offenhielt. Sie verwies auf im Werkstattverfahren genannte mögliche Mehrkosten von rund 700 Millionen Euro, eine um mehr als fünf Jahre längere Bauzeit und Risiken für das Gesamtprojekt; der Rat stimmte getrennt ab und beschloss die Vorlage mehrheitlich.
Der Beschluss bestimmte die Position der Stadt gegenüber der RRX-Ausbauplanung. Im Mittelpunkt stand der Zielkonflikt zwischen stärkerem Schutz des Stadtteils und Kosten sowie Dauer anspruchsvollerer Trassenvarianten.
Vorlage OVA/119/2021 · Nachweis: TOP 32, PDF-Seite 29
Ergänzungsantrag der FDP-Ratsfraktion zur Vorlage RAT/453/2021
Die Verwaltung wurde beauftragt, die städtischen Grundstücke am Hasseler Richtweg und Zaunkönigweg neu zu entwickeln. Vorgesehen waren kleinere moderne Unterkünfte für obdachlose Menschen sowie öffentlich geförderte, preisgedämpfte und zielgruppenspezifische Wohnungen; geprüft werden sollten außerdem stationäre Pflegeeinrichtungen mit jeweils 80 Plätzen und zusätzliche Kindertagesstätten.
Grüne und CDU unterstützten den ergänzenden Prüfauftrag der FDP, der ohne Gegenstimme und bei Enthaltungen von Linken, Partei-Klima-Fraktion und AfD angenommen wurde. Einen Änderungsantrag der Linken lehnte die Mehrheit ab; die Grünen erklärten in der Debatte, ungefähr 30 Prozent der damaligen Bewohnerinnen und Bewohner könnten in reguläre Mietverhältnisse wechseln.
Der Auftrag verband die Erneuerung nicht mehr sanierungsfähiger Unterkünfte mit bezahlbarem Wohnen, Pflege und Kinderbetreuung. Konkrete Bau- und Betriebskonzepte mussten jedoch erst erarbeitet und erneut politisch beraten werden.
Nachweis: TOP 48.2.2, PDF-Seite 45
Aktuelle Informationen zur Corona-Pandemie
Der Rat nahm den Bericht zur damaligen Corona-Lage ohne Aussprache zur Kenntnis. Gemeldet wurden 307 Neuinfektionen, rund 2.200 aktuell Infizierte und 93 Krankenhauspatientinnen und -patienten, darunter 23 auf Intensivstationen; deren Auslastung lag bei 95 Prozent, zehn Betten waren noch verfügbar.
Eine politische Kontroverse war nicht dokumentiert, weil der Tagesordnungspunkt ohne Aussprache behandelt wurde. Der Stadtdirektor berichtete außerdem von 993.906 Impfungen und 470.555 Menschen mit vollständigem Impfschutz.
Die Zahlen beschrieben eine starke Belastung des Gesundheitswesens und zahlreiche Infektionen in Schulen. Zugleich erklärte die Verwaltung, weitere Impfstraßen vorzubereiten, ohne dass der Rat darüber einen gesonderten Beschluss fasste.
Nachweis: TOP 4, PDF-Seite 12
Amtliche Quellen
Niederschrift, Einladung und weitere Unterlagen der Stadt.
Orte der Sitzung
Die Karte zeigt den Sitzungsort. Weitere konkrete Adressen wurden nicht zuverlässig extrahiert.
Kartendaten: OpenStreetMap · Adressen aus den strukturierten Ortsdaten der Sitzung und ihrer Vorlagen.
Alle öffentlichen Tagesordnungspunkte in amtlicher Reihenfolge – einschließlich Ergebnis, Vorlage und verfügbarer Anlagen.
Verknüpfte Anträge, Anfragen und Verwaltungsvorlagen mit eigenständigen Detailseiten.