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Rat
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Historische Ratsnachlese
Ratssitzung vom 13. Dezember 2007
Die Sitzung in einer Minute
Die Sitzung verband weitreichende Finanzentscheidungen mit großen Infrastruktur- und Stadtentwicklungsvorhaben. Während Haushalt und Stadtentwässerung ohne dokumentierte Grundsatzkontroverse beschlossen wurden, trafen beim Kö-Bogen, beim Golzheimer Friedhof und bei der Schuldenbremse unterschiedliche Vorstellungen über Planung, Bürgerbeteiligung und finanzielle Selbstbindung aufeinander.
Nachrichtenwert statt Reihenfolge der Tagesordnung
Etatberatung 2008 23; a) Haushaltssatzung der Landeshauptstadt Düsseldorf für das Haus- haltsjahr 2008
Der Rat beschloss die Haushaltssatzung 2008 sowie die Haushaltssatzung nach dem Neuen Kommunalen Finanzmanagement. Kredite wurden nicht veranschlagt; die Verpflichtungsermächtigungen wurden auf 446.679.700 Euro und der Höchstbetrag der Kassenkredite auf 300 Millionen Euro festgesetzt.
In der Grundsatzdebatte stellte die CDU den ausgeglichenen Haushalt und die Schuldenfreiheit in den Mittelpunkt. Der Haushalt wurde beschlossen; eine genaue Stimmenverteilung ist im gelieferten Material nicht ausgewiesen.
Mit dem Etat legte der Rat die finanziellen Grenzen für sämtliche städtischen Aufgaben und Investitionen des Jahres 2008 fest. Zugleich erlaubte er Verpflichtungen in erheblicher Höhe für spätere Haushaltsjahre.
Vorlage 01/290/07 · Nachweis: TOP 16, PDF-Seite 26
Wirtschaftsplan des Stadtentwässerungsbetriebes der Landeshaupt- stadt Düsseldorf für das Jahr 2008
Der Rat stellte für 2008 einen Erfolgsplan des Stadtentwässerungsbetriebs von 136.132.020 Euro und einen Vermögensplan von 40.301.619 Euro fest. Vorgesehen waren Investitionen von 38.689.213 Euro, ein Kreditbedarf von 28.138.803 Euro und Verpflichtungsermächtigungen von 48.019.000 Euro.
Eine Aussprache fand nicht statt. Der Beschluss fiel ohne Gegenstimme; die Gruppe Linke Liste enthielt sich.
Der Wirtschaftsplan bestimmte den finanziellen Rahmen für Betrieb und Ausbau der kommunalen Abwasserinfrastruktur. Die Investitionen und Kreditermächtigungen banden erhebliche Mittel über das Haushaltsjahr hinaus.
Vorlage 60/094/07 · Nachweis: TOP 7, PDF-Seite 20
a) Kö-Bogen - 1. und 2. Bauabschnitt - Verkehrsanlagen - Grundsatzbeschluss -
Der Rat beschloss mehrheitlich den Grundsatzbeschluss zu den Verkehrsanlagen des ersten und zweiten Bauabschnitts des Kö-Bogens. Außerdem wurde eine neunköpfige, beratende Kommission für planerische, verkehrliche, bautechnische und gestalterische Fragen des Projekts gebildet.
Die SPD hielt den Beschluss für nicht entscheidungsreif, kritisierte die fehlende vorherige Beratung im Planungsausschuss und befürchtete zu enge Vorgaben für einen internationalen städtebaulichen Wettbewerb. Der Grundsatzbeschluss wurde dennoch mehrheitlich angenommen.
Die Entscheidung betraf Verkehrsführung und Stadtgestaltung in einem großen Teil der Innenstadt. Die Kommission sollte den Rat über Änderungen bei Planung, Zeitablauf und Kosten informieren.
Vorlage 66/151/07 · Nachweis: TOP 31, PDF-Seite 108
Entscheidung über die Zulässigkeit des Bürgerbegehrens "Rettet den Golzheimer Friedhof"
Der Rat erklärte das Bürgerbegehren „Rettet den Golzheimer Friedhof“ unter Aufhebung zweier früherer Beschlüsse für zulässig. Inhaltlich folgte er dem Begehren jedoch nicht und hielt am Verkauf des Grundstücks an der Fischerstraße fest; anschließend sollte ein Bürgerentscheid stattfinden.
Ein Antrag der Grünen, dem Bürgerbegehren zu folgen, erhielt Unterstützung von Grünen, SPD und Linker Liste, wurde aber mit 33 zu 45 Stimmen abgelehnt. Das Festhalten am Verkauf beschloss der Rat mit 44 zu 36 Stimmen.
Damit trennte der Rat die rechtliche Zulässigkeit der Bürgerinitiative von seiner eigenen Position zum Grundstücksverkauf. Die endgültige Auseinandersetzung wurde in einen Bürgerentscheid weitergeführt.
Vorlage 01/351/07 · Nachweis: TOP 42, PDF-Seite 130
53. Satzung zur Änderung der Hauptsatzung der Landeshauptstadt Düsseldorf
Die vorgesehene Änderung der Hauptsatzung erhielt zwar 39 Ja- bei 36 Nein-Stimmen, verfehlte aber die für eine Satzungsänderung erforderlichen 42 Stimmen. Damit wurde die geplante Schuldenbremse nicht in die Hauptsatzung aufgenommen.
Die Grünen wollten die Entscheidung vertagen und einen neuen Entwurf mit zusätzlicher Verkaufsbremse sowie möglichen Ratsbürgerentscheiden erarbeiten lassen; ihr Änderungsantrag wurde abgelehnt. Für den ursprünglichen Entwurf stimmten CDU, Oberbürgermeister und Düsseldorfer Bündnis, dagegen SPD, Grüne und Linke Liste; die FDP enthielt sich.
Die Stadt erhielt damit keine satzungsrechtliche Selbstbindung gegen eine künftige Kreditaufnahme. Die Debatte zeigte zugleich den Konflikt darüber, ob auch Vermögensverkäufe und Bürgerentscheide in eine solche Regelung einbezogen werden sollten.
Vorlage 01/322/07 · Nachweis: TOP 17, PDF-Seite 103
Amtliche Quellen
Niederschrift, Einladung und weitere Unterlagen der Stadt.
Orte der Sitzung
Die Karte zeigt den Sitzungsort. Weitere konkrete Adressen wurden nicht zuverlässig extrahiert.
Kartendaten: OpenStreetMap · Adressen aus den strukturierten Ortsdaten der Sitzung und ihrer Vorlagen.
Alle öffentlichen Tagesordnungspunkte in amtlicher Reihenfolge – einschließlich Ergebnis, Vorlage und verfügbarer Anlagen.