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BV2/283/2026
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Düsseldorf, 22.09.2026
Fraktion BÜNDNIS 90 / DIE GRÜNEN
der Bezirksvertretung 2
An den
Bezirksbürgermeister
des Stadtbezirks 2
Herrn Philipp Schlee
Betrifft:
Start der Kinderkonferenzen in Flingern und Düsseltal
- Anfrage der Fraktion BÜNDNIS 90 / DIE GRÜNEN
Frage 1:
Wie ist der aktuelle Stand der Vorbereitungen für die im Rahmen des
Beteiligungsprojektes „Jugend checkt Düsseldorf" angekündigten regelmäßigen
Kinderkonferenzen im Stadtbezirk 2?
Frage 2:
Wann ist nach derzeitigem Planungsstand mit den ersten Terminen in Flingern
und Düsseltal zu rechnen, und worauf ist die Verschiebung des ursprünglich
für das zweite Halbjahr 2026 avisierten Starts zurückzuführen?
Frage 3:
In welcher Form sollen die Bezirksvertretung 2 und die Bezirksverwaltungsstelle in die
Kinderkonferenzen und in die weitere Bearbeitung der dort erarbeiteten Anliegen
eingebunden werden?
Sachdarstellung:
Im Nachgang zur Durchführung des Beteiligungsprojektes „Jugend checkt Düsseldorf"
sollen auch in Flingern und Düsseltal regelmäßige Kinderkonferenzen stattfinden. Die
Kinderkonferenzen wurden 2023 zunächst als Pilotprojekt im Stadtbezirk 3 (Oberbilk)
erprobt. Zweimal jährlich arbeiten die Kinder dabei an selbst gewählten Themen aus
ihrem Stadtteil. In der jeweils folgenden Konferenz wird nachgehalten, was aus den
Vorschlägen geworden ist. Vertreter*innen aus Bezirksvertretung, Politik und
Verwaltung nehmen an den Konferenzen teil und stehen den Kindern unmittelbar Rede
und Antwort.
Der Bezirksvertretung 2 war ursprünglich ein Start der Kinderkonferenzen im zweiten
Halbjahr 2026 avisiert worden. Im Juni 2026 ging den Bezirksvertreter*innen die
Information zu, dass sich der Start voraussichtlich in das Jahr 2027 verschieben wird,
mit den Vorbereitungen jedoch bereits im laufenden Jahr begonnen werden soll. Seither
hat die Bezirksvertretung keine weitere Rückmeldung zum Fortgang der Vorbereitungen
erhalten.
Es besteht ein hohes Interesse daran, dass die Kinderkonferenzen möglichst bald im
Stadtbezirk 2 starten können. Kinder sind Expert*innen für ihren eigenen Stadtteil - für
Spielplätze, Schulwege, Grünflächen sowie Sport-, Freizeit- und Bildungsangebote. Eine
frühe, niedrigschwellige und verbindlich angelegte Beteiligung stärkt nicht nur die
konkrete Stadtteilentwicklung, sondern vermittelt Kindern auch früh die Erfahrung, dass
demokratische Mitsprache wirkt.
gez.Kerstin Prasuhn
Fraktionssprecherin
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Beantwortung BV2 283 2026 Start der Kinderkonferenzen in Flingern und Düsseltal als Text anzeigen
Sitzung: 06.10.2026
Vorlagennummer BV2/283/2026
Anfrage der Fraktion BÜNDNIS 90 / DIE GRÜNEN vom 22.09.2026
hier: Start der Kinderkonferenzen in Flingern und Düsseltal
Frage 1:
Wie ist der aktuelle Stand der Vorbereitungen für die im Rahmen des
Beteiligungsprojektes „Jugend checkt Düsseldorf" angekündigten regelmäßigen
Kinderkonferenzen im Stadtbezirk 2?
Frage 2:
Wann ist nach derzeitigem Planungsstand mit den ersten Terminen in Flingern
und Düsseltal zu rechnen, und worauf ist die Verschiebung des ursprünglich
für das zweite Halbjahr 2026 avisierten Starts zurückzuführen?
Antwort:
Die Fragen 1 bis 2 werden aufgrund ihres inhaltlichen Zusammenhangs gemeinsam
beantwortet.
Die Einführung von Kinderkonferenzen (KiKo) im Stadtbezirk 2 befindet sich aktuell in der
Vorbereitungsphase, wobei mit den ersten Kinderkonferenzen im ersten Quartal 2027 zu
rechnen ist. Dieser Auftakt wird derzeit mit den vor Ort verantwortlichen
Kinderfreizeiteinrichtungen abgestimmt.
Das Konzept des stadtweiten Ausbaus der Kinderkonferenzen sieht vor, dass die
Servicestelle Partizipation vor Ort geeignete Kinderfreizeiteinrichtungen für die Übernahme
der Koordination des Beteiligungsformats gewinnt (siehe hierzu Informationsvorlage
JHA/041/2025 sowie Beschlussvorlage JHA/060/2025). Im Stadtbezirk 2 soll der Kinder- und
Jugendtreff Pestalozzihaus die Koordination der Kinderkonferenz für die Stadtteile Flingern
Nord und Düsseltal übernehmen. Für die Koordination der Kinderkonferenz im Stadtteil
Flingern Süd ist perspektivisch die Kinder- und Jugendfreizeiteinrichtung Icklack zuständig.
Die ersten Vorgespräche zur Initiierung von Kinderkonferenzen mit den genannten
Kinderfreizeiteinrichtungen fanden im März 2026 statt. Die angefragten Einrichtungen baten
im Anschluss um Zeit zur Prüfung, inwiefern die Koordination des Beteiligungsformats mit
den bestehenden Kapazitäten, insbesondere den personellen Ressourcen, vereinbar ist. Die
offenen Fragen der Einrichtungen bezogen sich dabei allein auf die Rahmenbedingungen
der Umsetzung und nicht auf das grundsätzliche Ziel des Beteiligungsformats.
Die Servicestelle Partizipation hat daher in Folgegesprächen näher dargelegt, welche
konkreten Aufgaben und welcher zeitliche Aufwand mit der Koordination einhergehen. Dabei
wurde ebenso verdeutlicht, dass der mit der Umsetzung verbundene Arbeitsaufwand nicht
durch die jeweilige Einrichtung allein zu erbringen ist. Wie bereits im Pilotprojekt Oberbilk soll
die Kinderkonferenz durch eine Planungsgruppe aus Fachkräften der teilnehmenden
Einrichtungen, Schulen und sonstigen Gruppen gemeinschaftlich organisiert werden. Zudem
ist insbesondere im ersten Jahr eine enge Begleitung durch die Servicestelle Partizipation
vorgesehen, um die Einrichtungen in ihrer neuen Rolle als koordinierende Stellen der
Kinderkonferenzen zu unterstützen.
Aufgrund der erforderlichen Klärungen konnte der im Vorfeld angekündigte Start der
Kinderkonferenzen im Herbst 2026 nicht wie geplant erfolgen, da es für eine nachhaltige
Umsetzung des Beteiligungsformats und eine dafür notwendige Bereitstellung
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entsprechender Ressourcen wichtig ist, dass die angefragten Kinderfreizeiteinrichtungen die
Übernahme dieser Aufgabe sorgfältig prüfen.
Nächste Schritte zur Einführung der Kinderkonferenzen im Stadtbezirk 2 sind:
• vsl. November 2026: stadtteil- bzw. standortübergreifende Schulung der
Mitarbeiter*innen der verantwortlichen Kinderfreizeiteinrichtungen zu
Kinderkonferenz-Koordinator*innen durch die Servicestelle Partizipation
• vsl. Dezember 2026: Einladung der im Einzugsgebiet des jeweiligen KiKo-Standorts
liegenden Schulen, Freizeiteinrichtungen, Vereine sowie Verbände zu einem
Auftakttreffen zur Einführung der Kinderkonferenzen.
Frage 3:
In welcher Form sollen die Bezirksvertretung 2 und die Bezirksverwaltungsstelle in die
Kinderkonferenzen und in die weitere Bearbeitung der dort erarbeiteten Anliegen
eingebunden werden?
Antwort:
Das Beteiligungsformat der Kinderkonferenzen soll für die Zielgruppe der 6- bis 12-Jährigen
eine niedrigschwellige Möglichkeit der Mitwirkung in ihrem Sozialraum schaffen. Bei den
Kinderkonferenzen beschäftigen sich die Kinder mit selbst gewählten Themen, etwa Spiel- &
Sportplätze, Sauberkeit oder Sicherheit. Damit die von den Kindern dazu entwickelten Ideen,
Wünsche und Forderungen in die weitere Gestaltung ihres Lebensumfeldes einfließen
können, werden zu den Kinderkonferenzen zuständige Personen aus Politik und Verwaltung
eingeladen, mitunter auch weitere Gäste mit Expertise zum jeweiligen Themenfeld. Hierzu
erhalten die Bezirksvertretung und die Bezirksverwaltungsstelle frühzeitig eine Einladung.
Bei der Kinderkonferenz werden Gelegenheiten geschaffen, bei denen die
Bezirkspolitiker*innen und die Bezirksverwaltungsstelle ihre Aufgaben und ihre Rolle
vorstellen sowie in direkten Austausch mit den teilnehmenden Kindern treten können.
Dadurch sollen Hemmschwellen im Kontakt mit der Politik abgebaut werden. Nach aktuellem
Stand sind pro Kinderkonferenz-Standort zwei Veranstaltungen pro Jahr mit einer Dauer von
etwa zwei bis drei Stunden geplant. Die Kinderkonferenzen finden am Nachmittag statt, um
auch ehrenamtlich tätigen Bezirkspolitiker*innen die Teilnahme zu ermöglichen.
Neben den persönlich geteilten Ideen, Wünsche und Forderungen, welche die
Bezirkspolitiker*innen für ihre weitere Arbeit mitnehmen können, können sich aus einer
Kinderkonferenz auch gemeinsame Anliegen der Kinder ergeben. Diesbezüglich ist
gewünscht, dass die Bezirksvertretung die jeweiligen Anliegen prüft und, soweit möglich, in
ihrer politischen Arbeit berücksichtigt. Damit ist nicht gemeint, dass die Anliegen immer
umgesetzt werden müssen. Wichtig ist vielmehr, dass die Kinder auch im Falle einer Nicht-
Umsetzung eine Rückmeldung und Erklärung erhalten. Sofern möglich, sollten ihnen zudem
Alternativen aufgezeigt werden. Ein konkretes Beispiel für ein umgesetztes Anliegen aus
einer Kinderkonferenz ist etwa die Aufstellung von Spielcontainern in Oberbilk. Diese
Spielcontainer wurden von der Bezirksvertretung 3 finanziert (siehe dazu einen kurzen
Bericht https://jugendring-duesseldorf.de/spiel-und-sportplaetze-in-oberbilk/).
Dieser Rückkopplungsprozess kann das Gefühl der Selbstwirksamkeit der Kinder stärken,
Vertrauen zur Politik aufbauen und eine kindgerechte Gestaltung von Stadtteilen fördern.
Über diesen direkten Austausch hinaus ist es möglich, dass Vertreter*innen der
koordinierenden und mitplanenden Einrichtungen sowie der Servicestelle Partizipation die
Bezirksvertretung besuchen und über die Entwicklung der Kinderkonferenz sowie daraus
hervorgegangenen Anliegen berichten.
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