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Title: Informationsvorlage
URL Source: http://ris-oparl.itk-rheinland.de/Oparl/bodies/0015/downloadfiles/00585276.pdf
Published Time: 2026-04-29T05:59:00.000Z
Number of Pages: 4
Markdown Content:
AGS/037/2026
X öffentlich nicht öffentlich
# Informationsvorlage
Betrifft:
Berichtswesen der kommunal geförderten Suchthilfe in der Landeshauptstadt Düsseldorf:
Weiterentwicklung des Berichtswesens der kommunal geförderte Suchthilfe und
Jahresbericht 2025 | Kommunal geförderte Suchthilfe in der Landeshauptstadt Düsseldorf
Fachbereich:
53 - Gesundheitsamt
Dezernentin / Dezernent:
Beigeordnete Miriam Koch
Beratungsfolge:
Gremium Sitzungsdatum Beratungsqualität
Ausschuss für Gesundheit und
Soziales 19.05.2026 Kenntnisnahme
Beschlusslage:
Gremium Datum Vorlagennummer
mit Titel
Beschlussart
Ausschuss für
Gesundheit und
Soziales
18.03.2015 AGS 50/12/2015
Gesamtkonzept
Suchtprävention und
Suchthilfe
Entscheidung
Sachdarstellung:
Der Ausschuss für Gesundheit und Soziales der Landeshauptstadt Düsseldorf nimmt die
Planungen zur Weiterentwicklung des Berichtswesens der kommunal geförderten Suchthilfe
sowie den Jahresbericht 2025 - Kommunal geförderte Suchthilfe in der Landeshauptstadt
Düsseldorf - zur Kenntnis.
1. Kurzdarstellung
Mit der vorliegenden Informationsvorlage wird dem Ausschuss für Gesundheit und Soziales
der Jahresbericht 2025 der kommunal geförderten Suchthilfe in Düsseldorf vorgelegt.
Das seit 2015 aufgebaute Berichtswesen stellt die Leistungen und Strukturen der Suchthilfe
umfassend dar, ist jedoch mit einem hohen Erstellungsaufwand verbunden und liefert bislang
nur eingeschränkt steuerungsrelevante Informationen, da der Fokus überwiegend auf
Leistungsdaten liegt. Seite 2
Vor dem Hintergrund der konzeptionellen Weiterentwicklung eines stadtverträglichen
Hilfenetzes Sucht- und Obdachlosenhilfe, welches eine integrierte Betrachtung komplexer
Problemlagen und eine stärkere Verzahnung der Hilfesysteme erfordert, wird das
Berichtswesen daher inhaltlich und strukturell weiterentwickelt.
Kern der Neuausrichtung sind:
eine inhaltliche Fokussierung des Berichts auf steuerungsrelevante Informationen,
die Einführung einer zweiphasigen Berichterstattung (Frühjahr/Herbst) sowie
die Entwicklung einer kompakten digitalen Kurzfassung.
Ziel ist es, die fachpolitische Steuerungsfähigkeit zu verbessern, die Transparenz zu erhöhen
und den Aufwand für alle Beteiligten zu reduzieren.
2. Ausgangslage
Auf Grundlage des Beschlusses des Ausschusses für Gesundheit und Soziales (AGS) vom
18.03.2015 (AGS/050/2015) wurde in der Landeshauptstadt Düsseldorf ein kontinuierliches
Berichtswesen für die überwiegend kommunal geförderte Suchthilfe aufgebaut.
Ziel war es, eine transparente und belastbare Grundlage für fachpolitische Entscheidungen
sowie für einen bedarfsgerechten Mitteleinsatz zu schaffen.
Das Berichtswesen ist seitdem fachlich kontinuierlich weiterentwickelt worden und hat sich
als fester Bestandteil der kommunalen Suchthilfeplanung etabliert. Es basiert im
Wesentlichen auf einrichtungsbezogenen Leistungs- und Falldaten und bildet die drei
zentralen Arbeitsfelder der Suchthilfe (Prävention, Überlebenshilfen, ausstiegsorientierte
Hilfen) sowie die Sucht-Selbsthilfesystematisch ab.
Mit der zunehmenden Ausdifferenzierung der Datengrundlagen ist jedoch auch der Umfang
und die Komplexität der Berichterstattung deutlich gestiegen. Die Erstellung des
Jahresberichts ist mit einem erheblichen personellen und zeitlichen Aufwand sowohl auf
Seiten der Einrichtungen als auch innerhalb der Verwaltung verbunden.
Gleichzeitig zeigt sich, dass die im Bericht enthaltenen Informationen nur eingeschränkt für
fachpolitische Steuerungsentscheidungen nutzbar sind. Ursache hierfür ist insbesondere,
dass der Bericht in hohem Maße Leistungsdaten darstellt, während bedarfs- und
wirkungsbezogene Kennzahlen bislang nur begrenzt abgebildet werden. Dadurch lassen
sich zentrale Fragestellungen – etwa zur Entwicklung von Versorgungsbedarfen, zu
Versorgungslücken oder zur Zielerreichung – nur eingeschränkt beantworten.
Vor diesem Hintergrund besteht ein fachlicher Weiterentwicklungsbedarf des
Berichtswesens.
Dieser ergibt sich auch aus den aktuellen konzeptionellen Überlegungen zur
Weiterentwicklung eines „stadtverträglichen Hilfenetzes Sucht- und Obdachlosenhilfe“.
Zukünftig ist eine stärker integrierte Betrachtung von Suchthilfe und ausgewählten
Angeboten der Obdachlosenhilfe erforderlich, um komplexe Problemlagen insbesondere im
öffentlichen Raum adäquat abbilden und steuern zu können.
Ziel ist es daher, das Berichtswesen so weiterzuentwickeln, dass es mit vertretbarem
Aufwand belastbare, steuerungsrelevante Informationen für Politik und Verwaltung
bereitstellt und zugleich eine Grundlage für die fachliche Weiterentwicklung des Hilfesystems
bildet. Seite 3
3. geplante Maßnahmen
Zur Weiterentwicklung des Berichtswesens sind folgende strukturelle und inhaltliche
Anpassungen vorgesehen:
a) Weiterentwicklung des Berichtsformats
Das Berichtswesen wird stärker auf steuerungsrelevante Fragestellungen
ausgerichtet.
Klare Gliederung entlang der drei Arbeitsfelder der Suchthilfe sowie der
Sucht-Selbsthilfe
Fokussierung auf zentrale Kennzahlen zur Inanspruchnahme, zu Zielgruppen
und zu Entwicklungstendenzen
Ergänzung der Leistungsdaten um bedarfs- und wirkungsbezogene
Indikatoren
Reduzierung des Umfangs zugunsten einer klareren,
entscheidungsorientierten Darstellung
Systematische Einordnung der Ergebnisse in den Kontext des
„stadtverträglichen Hilfenetzes Sucht- und Obdachlosenhilfe“
Ziel ist ein Bericht, der die fachpolitische Bewertung und Prioritätensetzung im
AGS gezielt unterstützt.
b) Einführung einer zweiphasigen Berichterstattung
Künftig erfolgt die Berichterstattung an den AGS in zwei zeitlich getrennten Schritten:
Frühjahr: Vorlage zentraler statistischer Kennzahlen des Vorjahres
(Kurzbericht)
Herbst: Vertiefte fachliche Analyse, Darstellung von Entwicklungstrends
sowie Ableitung von Handlungsbedarfen und Empfehlungen
Diese Struktur ermöglicht eine frühzeitige Information des Ausschusses sowie eine
anschließende vertiefte fachpolitische Beratung.
c) Einführung einer digitalen Kurzfassung
Ergänzend zum ausführlichen Bericht wird eine kompakte, digital aufbereitete
Kurzfassung entwickelt.
Adressiert an Politik, Fachöffentlichkeit und interessierte Öffentlichkeit
Darstellung der zentralen Ergebnisse in übersichtlicher und verständlicher
Form (z. B. Kennzahlen, Grafiken, Kernaussagen)
Veröffentlichung über die digitalen Kanäle der Landeshauptstadt Düsseldorf
Ziel ist eine verbesserte Zugänglichkeit der Ergebnisse sowie eine höhere Reichweite
und Transparenz des Berichtswesens
4. Finanzielle Auswirkungen
☐ Ja ☒ Nein
Die Informationsvorlage hat keine unmittelbaren finanziellen Auswirkungen auf den Haushalt
der Landeshauptstadt Düsseldorf. Die Weiterentwicklung des Berichtswesens sowie die Seite 4
Erstellung der digitalen Kurzfassung erfolgen im Rahmen der vorhandenen Personal- und
Sachmittel des Gesundheitsamtes.
5. Weiteres Vorgehen
Mit dieser Informationsvorlage wird der Jahresbericht 2025 mit den Daten bis zum
Berichtsjahr 2025 dem Ausschuss für Gesundheit und Soziales zur Kenntnis vorgelegt.
Die Verwaltung wird das Berichtswesen strukturell und inhaltlich weiterentwickeln.
Ziel ist eine stärkere Ausrichtung auf steuerungsrelevante Informationen sowie eine
verbesserte Nutzbarkeit für politische Entscheidungsprozesse.
Die Umsetzung der dargestellten Maßnahmen erfolgt schrittweise. Die neue Struktur der
Berichterstattung soll erstmals für das Berichtsjahr 2027 Anwendung finden.
Ein Entwurf der digitalen Kurzfassung wird dem AGS im Herbst 2026 vorgestellt. Die
Veröffentlichung ist für das erste Quartal 2027 vorgesehen.
Anlagen:
Anlage 1 AGS_037_2026 Suchthilfejahresbericht 2025
Anlage 1 AGS_037_2026 Suchthilfejahresbericht 2025 als Text anzeigen
Title: 00585287.pdf
URL Source: http://ris-oparl.itk-rheinland.de/Oparl/bodies/0015/downloadfiles/00585287.pdf
Published Time: Tue, 28 Apr 2026 12:03:28 GMT
Number of Pages: 10
Markdown Content:
Kommunal geförderte Suchthilfe
# in der Landeshauptstadt Düsseldorf
# Jahresbericht 202 5
# Teil A
# Überblick: Kommunal geförderte Suchthilfe
# Relevanz des gesellschaftlichen Problems
Drogen und Suchtmittel verursachen in Deutschland erhebliche gesundheitliche, soziale und
volkswirtschaftliche Probleme:
In der Bevölkerung ist Rauchen unter Erwachsenen nach wie vor verbreitet. Nach aktuellen
Ergebnissen der Deutschen Befragung zum Rauchverhalten (DEBRA -Studie) 1 beträgt der An-
teil im Jahr 2024 30,4 %. Bei Jugendlichen unter 18 Jahren ist dieser Anteil deutlich geringer
und liegt nach den aktuellen Daten der Drogenaffinitätsstudie 2023 2 für die 12 - bis 17 -Jahrigen
bei 7,0 %, ist aber in der Altersgruppe der jungen Erwachsenen (18 bis 25 Jahre) mit 26,3 %
schon deutlich höher. Der Anteil von Jugendlichen und Erwachsenen, die Tabakprodukte rau-
chen, hat seit Anfang der 2000er Jahre abgenomm en. Jedoch stagniert diese Entwicklung in
den letzten Jahren.
In Deutschland konsumieren 7,9 Millionen Menschen der 18 - bis 64 -jahrigen Bevölkerung Al-
kohol in einer gesundheitlich riskanten Form. Bei 9,0 Millionen Menschen liegt ein problemati-
scher Konsum vor. 3 Es wird geschätzt, dass bei etwa 2,9 Millionen Menschen ein problemati-
scher 4 Medikamentenkonsum vorliegt. Ein problematischer Gebrauch liegt vor allem bei der
Anwendung von Opiat -Analgetika sowie Hypnotika und Sedativa, die ein hohes Abhängigkeits-
potenzial aufweisen, vor. Schätzungen zufolge sind etwa 1,5 bis 1,9 Millionen Menschen in
Deutschland medikamentenabhängig 5, insbesondere von Benzodiazepinen und Z -Substan-
zen 6 sowie opioidhaltigen Schmerzmitteln.
> 1
DEBRA study – Deutsche Befragung zum Rauchverhalten | German Study on Tobacco Use . Letzter Zugriff 16.07.2025
> 2
BIÖG - InfoDienst: Die Drogenaffinität Jugendlicher in der Bundesrepublik Deutschland 2023 – Ergebnisse zum Rauchen .
Letzter Zugriff 16.07.2025
3 Deutsche Hauptstelle für Suc htfragen: DHS Jahrbuch Sucht 2024
> 4
Problematischer Konsum: Hinweise auf problematischen Medikamentenkonsum in den letzten 12 Monaten nach den Kriterien des Kurz-
fragebogens zum Medikamentengebrauch (KFM; Watzl et al., 1991). Ab einem Schwellenwert von 4 Punkten wird von problematischem
Gebrauch ausgegangen.
> 5
Zahlen | NACOA Deutschland . Letzter Zugriff 16.07.2025
> 6
Als Z-Substanzen bezeichnet man eine Klasse von Arzneistoffen , die als Hypnotika eingesetzt werden und mit dem Buchsta-
ben "Z" anfangen. Dabei handelt es sich um Nicht -Benzodiazepin -Agonisten wie Zolpidem (Stilnox ®), Zopiclon (Imovane ®)
und Zaleplon (Sonata ®).(Quelle: https://flexikon.doccheck.com/de/Z -Drug, Rund 735.000 Menschen weisen einen problematischen und/oder abhängigen Konsum von
Cannabis und anderen illegalen Drogen und gut 500.000 Menschen zeigen ein problemati-
sches oder sogar pathologisches Glücksspielverhalten auf. 7 Auch eine exzessive Internetnut-
zung kann zu abhängigem Verhalten führen. Es ist davon auszugehen, dass in Deutschland
etwa 560.000 Menschen onlineabhängig sind. 8
# Kommunale Zuschüsse
Im Jahr 2025 wurden die Düsseldorfer Suchthilfeeinrichtungen sowie die Suchtselbsthilfe auf
der Grundlage politischer Beschlüsse von der Gesundheitsverwaltung mit 9.572 .952 ,- Euro
gefördert.
Diese Zuschüsse decken die Finanzierung der Personal -, Sach - und Verwaltungsgemein -kos-
ten nicht immer umfänglich. Anteile der Arbeit werden durch Mittel aus Stiftungen, Projekten
oder vergleichbaren finanziellen Quellen sowie durch Eigenmittel der Träger mitfinanziert.
Durch die Anpassung der Produkt - und Aufgabenbeschreibungen ist es seit 2018 möglich, die
Finanzierung der einzelnen Arbeitsfelder differenziert darzustellen.
Die nachfolgende Tabelle zeigt die Entwicklungen der kommunalen Zuschüsse in den letzten
Jahren. Die Entwicklungen in den Arbeitsfeldern werden in den jeweiligen Abschnitten des
Jahresberichts abgebildet.
Der deutliche Anstieg der Zuschussbeträge im Arbeitsfeld II seit 2021 resultiert aus den Rats -
und AGS -Beschlüssen, mit denen Mittel für 'Einrichtung und Betrieb von dezentralen Hilfezen-
tren für Menschen mit Opioidabhängigkeit' bewilligt wurden. Darüber hi naus sind ab 2021 Zu-
schüsse aus dem Bereich „medizinische Hilfen für Wohnungslose“ mit dargestellt.
Abbildung 1: Entwicklung der Ausgaben je Arbeitsfeld
> 7Deutsche Hauptstelle für Suc htfragen: DHS Jahrbuch Sucht 2024
> 8Aus https://www.bundesgesundheitsministerium.de/themen/praevention/gesundheitsgefahren/sucht -und -drogen.html . Letzter
> Zugriff 16.07.2025 2021 2022 2023 2024 2025 552.408 658.142 630.844 669.991 808.159 3.788.517 3.411.570 3.703.817 3.703.817 4.866.048 2.917.146 2.972.926 3.046.556 3.225.333 3.898.745 7.258.071 7.042.638 7.381.217 7.599.141 9.572.952
> AF 1
> AF 2
> AF 3
> Ausgabenentwicklung der kommunalen Aufwendungen für die Suchthilfe inklusive der kommunalisierten Landesmittel (in Euro)
> gesamt
# Teil B
vorbeugen/schützen/stärken
# Sucht -Prävention (Arbeitsfeld I)
Die Suchtprävention verfolgt das Ziel, die Entstehung von Abhängigkeitserkrankungen früh-
zeitig zu verhindern und richtet sich insbesondere an Kinder, Jugendliche und junge Erwach-
sene sowie deren Bezugspersonen und Multiplikator*innen (z. B. Schulen, Jugendhilfe).
Im Mittelpunkt stehen Maßnahmen zur Förderung von Lebenskompetenzen, zur Stärkung der
Risikokompetenz sowie zur frühzeitigen Intervention bei riskantem Konsumverhalten. Zu den
zentralen Angeboten zählen schulische Präventionsprogramme, zielgruppenspezifisc he
Workshops (z. B. zu Cannabis, Medienkonsum), Beratungsangebote für Institutionen sowie
Programme der Frühintervention (z. B. HaLT, FreD).
Strukturell ist das Arbeitsfeld stark kooperationsorientiert organisiert. Zentrales Element ist die
trägerübergreifende Fachstelle CROSSPOINT, in der Ressourcen und fachliche Kompeten-
zen gebündelt werden. Ergänzend wirken spezialisierte Beratungsstellen so wie weitere Ak-
teure aus Jugendhilfe, Suchthilfe , Schule und kommunalen Strukturen mit.
Weitere Akteure:
• Caritasverband Düsseldorf e. V.
• Diakonie Düsseldorf e. V.
• Düsseldorfer Drogenhilfe e. V.
• SKFM Düsseldorf e. V.
• BerTha F. e. V.
• ProMädchen – Mädchenhaus Düsseldorf e. V.
• AWO Kreisverband Düsseldorf e. V.
• Stadt Düsseldorf (u. a. Ordnungsamt/Jugendschutz)
# Herausforderungen, Empfehlungen, Ausblick
Die Suchtprävention in Düsseldorf steht – wie bundesweit – vor der Aufgabe, auf sich wan-
delnde Konsummuster und gesellschaftliche Veränderungen flexibel zu reagieren. Insbeson-
dere bei jungen Menschen verändern sich Lebensstile, Mediennutzung und Risikoverhalten in
hohem Tempo. Um diesen E ntwicklungen gerecht zu werden, ist eine kontinuierliche Weiter-
entwicklung der kommunalen Präventionsstrukturen erforderlich, die vom Gesundheitsamt in
enger Abstimmung mit dem Amt für Soziales und Jugend gesteuert wird. Aktuelle Entwicklungen und Herausforderungen
Im Jahr 2024 wurde die Suchtprävention an Schulen mit dem von CROSSPOINT entwickelten
Düsseldorfer Schulkonzept deutlich gestärkt. Die Schulen zeigen großes Interesse, die Infor-
mationsveranstaltungen sind gut besucht, und die Rückmeldungen deuten auf eine breite Ak-
zeptanz des neuen Ansatzes hin.
Bei den Konsumtrends zeigt sich, dass die Nachfrage nach Präventionsangeboten zu Medi-
enkonsum und Vapes weiter anhält, während Anfragen zum Lachgas -Konsum rückläufig sind.
Gleichzeitig bleiben hochriskante Entwicklungen wie der Missbrauch opiathaltiger Medika-
mente oder synthetischer Cannabinoide ein zentrales Beobachtungsthema.
Die zunehmende thematische Vielfalt in der Prävention stellt Fachkräfte vor neue Herausfor-
derungen. Neben der stoffgebundenen Prävention gewinnen Themen wie Medienabhängig-
keit, Glücksspiel und Verhaltenssüchte an Bedeutung. Diese Dynamik erfordert eine kontinu-
ierliche Erweiterung des Fachwissens, die Entwicklung zielgruppengerechter Methoden sowie
die Qualifizierung von Multiplikator*innen in Schulen, Jugendhilfe und offenen Einrichtungen.
Auf kommunaler Ebene verschärfen sich die Herausforderungen durch:
> •
die Legalisierung von Cannabis und die parallele Vermarktung neuer Nikotinprodukte,
> •
die Digitalisierung des Alltags mit neuen Formen suchtbezogener Risiken,
> •
die schwer erreichbaren vulnerablen Gruppen (z. B. junge Erwachsene, Wohnungs-
lose, psychisch belastete Personen)
> •
und die begrenzten Ressourcen in Prävention und Vernetzungsarbeit.
Empfehlungen für Düsseldorf
Um die Suchtprävention in Düsseldorf weiter zu stärken, ergeben sich aus aktuellen For-
schungsergebnissen und erfolgreichen Praxisprojekten folgende Handlungsempfehlungen:
1. Ausbau kommunaler Netzwerke:
Ein verbindliches Netzwerkmanagement zwischen Stadt, Schulen, Polizei, Ju-
gendhilfe und Suchthilfe erhöht die Wirksamkeit und Nachhaltigkeit der Maßnahmen.
Bestehende Kooperationen sollten formalisiert und durch regelmäßige Fachforen ge-
stärkt werden.
2. Qualifizierung und Materialentwicklung:
Die Entwicklung passgenauer Materialien (z. B. digitale Medienpakete, Aktionsboxen
für Sport und Freizeit, Methodenkoffer für Lehrkräfte) sowie regelmäßige Fortbil-
dungsangebote für lokale Akteur*innen sichern Qualität und Wiedererkennbarkeit der
Düsseldorfer Präventionsarbeit. 3. Digitale und hybride Präventionsformate:
Um junge Zielgruppen zu erreichen, sollten digitale Tools, Social -Media -Formate
und interaktive Lernplattformen verstärkt eingesetzt werden.
4. Evaluation und Qualitätssicherung:
Eine wissenschaftliche Begleitung und die Einführung eines kommunalen Monito-
ringsystems ermöglichen es, Wirksamkeit und Reichweite von Projekten systematisch
zu bewerten und Ressourcen gezielt einzusetzen.
# Teil C
Überleben sichern / Grundbedürfnisse erfüllen
# Überlebenshilfen (Arbeitsfeld II)
Das Arbeitsfeld der Überlebenshilfen richtet sich an schwerstabhängige und häufig mehrfach
belastete Menschen, die sich überwiegend im öffentlichen Raum aufhalten. Ziel ist die Siche-
rung des Überlebens sowie die Reduzierung gesundheitlicher und sozialer Fo lgeschäden
(Harm Reduction). Abstinenz ist dabei nicht primäres Ziel, sondern langfristige Stabilisierung
und Zugang zum Hilfesystem.
Zentrale Angebote sind aufsuchende Arbeit (Streetwork), niedrigschwellige Kontakt - und Auf-
enthaltsangebote (Kontaktläden), Drogenkonsumräume, Notschlafstellen sowie medizinische
Versorgungsangebote für Menschen ohne ausreichenden Zugang zum Regelsystem. Er gän-
zend bestehen tagesstrukturierende Angebote und spezialisierte Hilfen für besonders vul-
nerable Gruppen (z. B. Frauen, Menschen ohne Krankenversicherung).
Die Struktur ist durch eine enge Verzahnung sozialer, medizinischer und ordnungspolitischer
Akteure geprägt. Aktuell gewinnt der Ausbau dezentraler Hilfeangebote sowie die Reaktion
auf veränderte Konsummuster (insbesondere Crack -Konsum) an Bedeutung.
Zentrale Akteure:
> •
Düsseldorfer Drogenhilfe e. V.
> •
SKFM Düsseldorf e. V.
> •
Flingern mobil e. V.
> •
Aidshilfe Düsseldorf e. V.
> •
Care24 Soziale Dienste gGmbH
> •
Stadt Düsseldorf (Gesundheitsamt, Sozialpsychiatrischer Dienst) Herausforderungen, Empfehlungen, Ausblick
Im Jahr 202 5 sah sich die kommunale Drogenhilfe mit erheblichen Herausforderungen kon-
frontiert. Der Anstieg des Crackkonsums sowie die zunehmende Verbreitung synthetischer
Opioide führten zu einer Zunahme akuter Krisensituationen im öffentlichen Raum. Damit ver-
bunden waren veränderte Gesundheitsrisiken, eine höhere psychosoziale Belastung und ein
wachsender Hilfebedarf.
Trotz begrenzter Ressourcen reagierten die Einrichtungen flexibel: Niedrigschwellige Ange-
bote wurden erweitert, die Zusammenarbeit mit relevanten Akteur*innen intensiviert und neue
Versorgungsmodelle erprobt. Insbesondere mobile und medizinische Streetwork er: innen er-
reichten verstärkt Personengruppen außerhalb des bestehenden Hilfesystems. Zielgruppen-
spezifische Angebote z. B. für Frauen wurden weiterentwickelt. Deutlich wurde zudem der Be-
darf an struktureller Unterstützung, etwa beim Ausbau von Konsumräum en und der Fachkräf-
tegewinnung.
Auch der Ausblick macht deutlich: Die Hilfen für Abhängige von Drogen stehen vor einem
strukturellen Wandel. Um integrierte Hilfen dauerhaft zu sichern und das Überleben zu sichern
sowie der zunehmenden Verelendung entgegenzuwirken, bedarf es klarer rechtl icher, finanzi-
eller und planerischer Rahmenbedingungen.
Die kommunale Drogenhilfe bleibt ein zentraler Baustein öffentlicher Gesundheitsvorsorge.
Um auf komplexe Problemlagen im urbanen Raum wirksam reagieren zu können, sind eine
verlässliche Finanzierung, rechtliche Öffnung für innovative Maßnahmen, eine stärk ere Ver-
netzung sowie die Einbindung in stadtentwicklungspolitische Prozesse erforderlich.
# Teil D
motivieren/verändern/aussteigen/stabilisieren/sichern
# Ausstiegsorientierte Hilfen (Arbeitsfeld III)
Dieses Arbeitsfeld umfasst alle Angebote, die auf die Überwindung von Abhängigkeitserkran-
kungen und die gesellschaftliche Reintegration abzielen. Ziel ist es, Betroffene zur Verände-
rung zu motivieren, Behandlungsprozesse einzuleiten und stabile Lebensperspektiven zu ent-
wickeln.
Zentrale Zugänge sind die Suchtberatungsstellen, die Diagnostik, Krisenintervention sowie die
Vermittlung in Entgiftung, Therapie und Rehabilitation übernehmen. Ergänzend spielen psy-
chosoziale Betreuungsangebote im Rahmen der Substitution eine wichtige Rol le. Maßnahmen zur sozialen Stabilisierung – insbesondere Beschäftigungs - und Tagesstrukturangebote – un-
terstützen die nachhaltige Integration.
Die Struktur ist durch ein abgestuftes Hilfesystem geprägt, das ambulante Beratung, medizi-
nische Behandlung und stationäre Angebote miteinander verbindet. Enge Schnittstellen be-
stehen zur Psychiatrie, zu Kliniken, zur Justiz sowie zu weiteren sozialen Hilf esystemen.
> Zentrale Akteure:
> •Caritasverband Düsseldorf e. V.
> •Diakonie Düsseldorf e. V.
> •Düsseldorfer Drogenhilfe e. V.
> •SKFM Düsseldorf e. V.
> •BerTha F. e. V.
> •ProMädchen –Mädchenhaus Düsseldorf e. V.
> •Aidshilfe Düsseldorf e. V.
> •Stadt Düsseldorf ( Gesundheitsamt / Sozialpsychiatrischer Dienst )
> •Kliniken und Justizvollzug (z. B. LVR -Klinikum, JVA Düsseldorf)
# Herausforderungen, Empfehlungen, Ausblick
Die Entwicklungen im Jahr 2024 unterstreichen die Notwendigkeit, ausstiegsorientierte Hilfen
als integralen Bestandteil der kommunalen Suchtpolitik weiter zu stärken. In der breiten Öf-
fentlichkeit sind oft die Problemlagen im Zusammenhang mit dem Konsum vo n illegalen Dro-
gen im Fokus. Wichtig ist es aus diesem Grund, auch die Zielg
Auszug – das vollständige Dokument ist über den Original-Link verfügbar.