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Rat
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Historische Ratsnachlese
Ratssitzung vom 8. Oktober 2020
Die Sitzung in einer Minute
Die Sitzung reichte von der akuten Pandemielage über erhebliche finanzielle Verpflichtungen eines städtischen Unternehmens bis zu langfristigen Entscheidungen über Wohnen und Verkehr. Zentrale Konflikte betrafen den Umgang mit knappem Wohnraum und die Frage, ob die U81 trotz veränderter Rahmenbedingungen weitergebaut werden sollte.
Nachrichtenwert statt Reihenfolge der Tagesordnung
Bekanntgabe der genehmigten über- und außerplanmäßigen Mittelbereitstellungen - Haushaltsjahr 2020
Der Rat nahm die über- und außerplanmäßigen Mittelbereitstellungen zur Kenntnis. In der Aussprache erläuterte die Stadtkämmerin, dass die Gesellschafter dem Flughafen ein Darlehen über 100 Millionen Euro gewährten: Auf die städtische Holding entfielen 50 Millionen Euro, von denen 30 Millionen bereits ausgezahlt waren und 20 Millionen noch ausstanden.
Ratsherr Grenda von den Piraten fragte nach der Beschlussgrundlage und einer Befassung der politischen Gremien. Die Stadtkämmerin verwies auf den Konsortialvertrag, die Information des Holding-Aufsichtsrats und dessen frühere Ermächtigung der Geschäftsführung; der Rat fasste dazu keinen neuen Finanzierungsbeschluss.
Die Aussprache machte Größenordnung und Entscheidungsweg der Unterstützung für das städtische Beteiligungsunternehmen sichtbar. Zugleich wurde deutlich, dass das Geld aus der Holding und nicht aus dem Kernhaushalt kam.
Vorlage RAT/265/2020 · Nachweis: TOP 11, PDF-Seite 26
Aktuelle Informationen zur Corona-Pandemie
Der Rat nahm den Lagebericht zur Pandemie zur Kenntnis. Gemeldet wurden 32 Neuinfektionen, eine Sieben-Tage-Inzidenz von 32,4, insgesamt 33 Erkrankte in Düsseldorfer Krankenhäusern, darunter sechs auf Intensivstationen und eine beatmete Person; zugleich standen 50 Intensivbetten zur Verfügung und die Zahl der Verstorbenen lag bei 51.
Nach den Berichten beantworteten Vertreter der Verwaltung Fragen, unter anderem zu Kontrollen und Bußgeldverfahren. Eine kontroverse Abstimmung gab es nicht, da es sich um einen Bericht zur Kenntnisnahme handelte.
Die Angaben beschrieben die erneute Dynamik der Pandemie und die damalige Belastung der Krankenhäuser. Auch die verfügbaren Intensivkapazitäten und die Durchsetzung der Schutzregeln wurden damit für den Rat nachvollziehbar.
Nachweis: TOP 4, PDF-Seite 11
Bebauungsplan-Entwurf Nr. 06/004 (eh. Nr. 5781/038) - Nördlich Westfalenstraße (Nordteil) - Stellungnahmen, Satzung
Der Rat beschloss mit großer Mehrheit den Bebauungsplan für den nördlichen Teil des Gebiets an der Westfalenstraße. Das Vorhaben umfasste in zwei Bauabschnitten knapp 500 Wohnungen; im ersten Abschnitt waren bereits mehr als 200 Wohnungen entstanden, während der Beschluss den zweiten Abschnitt betraf.
Die CDU regte an, im zweiten Bauabschnitt Räume oder Angebote für Jugendliche zu berücksichtigen; die Verwaltung nahm dies zu Protokoll. Die Linke und Ratsfrau Krüger stimmten gegen den Bebauungsplan, weitere Gegenstimmen oder Enthaltungen wurden nicht genannt.
Der Satzungsbeschluss schuf die planungsrechtliche Grundlage für einen großen weiteren Wohnungsbauabschnitt in Rath. Zugleich rückte die Debatte die soziale Infrastruktur für Jugendliche im neuen Quartier in den Blick.
Vorlage APS/099/2020 · Nachweis: TOP 29, PDF-Seite 35
Änderung der Satzung zum Schutz und Erhalt von Wohnraum
Der Rat beschloss mit großer Mehrheit Änderungen an der Satzung zum Schutz und Erhalt von Wohnraum. Die Präzisierungen sollten das Verwaltungshandeln gegen Leerstand und Zweckentfremdung praktikabler und rechtssicherer machen.
Die SPD unterstützte die Änderungen, sah aber bei Befreiungen wegen wirtschaftlicher Härte weiterhin Unschärfen und kündigte eine genaue Beobachtung an. Die FDP-Fraktion und Ratsherr Dr. Wlecke stimmten dagegen; Enthaltungen gab es nicht.
Die Entscheidung betraf den Umgang mit Wohnungen, die dem regulären Wohnungsmarkt entzogen wurden. Der Konflikt konzentrierte sich darauf, wie weit die kommunalen Eingriffsmöglichkeiten reichen sollten und wie Ausnahmen behandelt wurden.
Vorlage AWM/027/2020 · Nachweis: TOP 16, PDF-Seite 27
Antrag der Ratsfraktion Die Linke: Moratorium: Baustopp für die U-81
Der Rat lehnte den Antrag der Linken auf ein Moratorium und einen Baustopp für die U81 mit sehr großer Mehrheit ab. Damit wurde kein Stopp des laufenden Projekts beschlossen.
Die Linke stellte angesichts der Entwicklung des Luftverkehrs den Nutzen der Flughafenanbindung und die finanziellen Prioritäten infrage. SPD und Grüne verwiesen dagegen auf die regionale Verkehrsfunktion und die geplante Rheinquerung; für den Antrag stimmten Linke und Republikaner, die AfD enthielt sich.
Die Abstimmung entschied, dass die Stadt das große Verkehrsvorhaben nicht wegen der damals veränderten Rahmenbedingungen anhalten sollte. Die Debatte zeigte den Konflikt zwischen regionalem Schienenausbau und der Kritik an Kosten und verkehrspolitischem Nutzen.
Vorlage RAT/279/2020 · Nachweis: TOP 33.2, PDF-Seite 39
Amtliche Quellen
Niederschrift, Einladung und weitere Unterlagen der Stadt.
Orte der Sitzung
Genauer Standort nicht zugeordnet. Die Karte dient nur der Orientierung; es werden keine Ersatzpunkte angezeigt.
Kartendaten: OpenStreetMap · Adressen aus den strukturierten Ortsdaten der Sitzung und ihrer Vorlagen.
Alle öffentlichen Tagesordnungspunkte in amtlicher Reihenfolge – einschließlich Ergebnis, Vorlage und verfügbarer Anlagen.
Verknüpfte Anträge, Anfragen und Verwaltungsvorlagen mit eigenständigen Detailseiten.