Ratssitzung · Sitzung beendet
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Ratssitzung · Sitzung beendet
Historische Ratsnachlese
Ratssitzung vom 2. Juni 2021
Die Sitzung in einer Minute
Die Sitzung verband unmittelbare finanzielle Entlastungen für Familien mit längerfristiger Jugend- und Stadtentwicklungspolitik. Während bei der Bekämpfung von Antisemitismus Einigkeit bestand, stritt der Rat bei Elternbeiträgen, zusätzlichen Vorgaben für die Jugendarbeit und der Entwicklung im Düsseldorfer Norden über Umfang und Instrumente.
Nachrichtenwert statt Reihenfolge der Tagesordnung
Ergänzungsantrag der FDP-Ratsfraktion zur Vorlage JHA/032/2021/1
Der Rat nahm den Kinder- und Jugendförderplan 2021 bis 2025 mit einem Umfang von 5,1 Millionen Euro an. Er betraf Kinder- und Jugendarbeit, Jugendverbandsarbeit, Jugendsozialarbeit und den erzieherischen Kinder- und Jugendschutz; eine Ergänzung von CDU und Grünen zur Berücksichtigung der Pandemiefolgen und zur Nutzung des Programms „Aufholen nach Corona“ wurde ebenfalls angenommen.
Die Verwaltungsvorlage wurde ohne Gegenstimme bei Enthaltung der Linken angenommen. Der FDP-Vorschlag für eine eigene Arbeitsgemeinschaft zur Digitalisierung, eine besondere Jugendhilfeplanung zur Schulsozialarbeit und eine stärkere Behandlung von Careleavern und Ombudschaft scheiterte an AfD, CDU, Oberbürgermeister und Grünen.
Der Plan legte für mehrere Jahre fest, welche Arbeitsfelder der außerschulischen Kinder- und Jugendhilfe finanziell und inhaltlich berücksichtigt wurden. Die Abstimmung zeigte zugleich unterschiedliche Vorstellungen darüber, wie detailliert der Rat zusätzliche Strukturen vorgeben sollte.
Vorlage RAT/405/2021 · Nachweis: TOP 15.3, PDF-Seite 19
Änderungsantrag der Ratsfraktion DIE LINKE zur Vorlage JHA/030/2021/1
Der Rat nahm die neue Elternbeitragssatzung an, durch die Familien mit Kindern unter drei Jahren bis zu einem Jahreseinkommen von 40.000 Euro beitragsfrei gestellt wurden. Abgelehnt wurde der Antrag der Linken, auch den Beitrag von 50 Euro für Haushalte unter 20.000 Euro zu streichen, wenn mehr als 45 Betreuungsstunden benötigt wurden.
Für den Änderungsantrag stimmten Linke, Die Partei-Klima-Fraktion und Ratsfrau Krüger; SPD/Volt enthielt sich. Grüne, Oberbürgermeister, CDU, FDP und AfD lehnten ihn ab. CDU und Grüne verwiesen auf den gleichzeitigen Ausbau und die Sicherung der Betreuungsplätze, während SPD/Volt eine höhere Einkommensgrenze von 60.000 Euro bevorzugt hätte, der Vorlage aber zustimmte.
Die Satzung entlastete Familien mit niedrigerem Einkommen unmittelbar. Umstritten blieb, ob Haushalte mit besonders langen Betreuungszeiten vollständig beitragsfrei werden sollten.
Vorlage RAT/400/2021 · Nachweis: TOP 14.1, PDF-Seite 16
Plan Nr. 05/019 - Kalkumer Schloßallee
Der Rat beschloss mehrheitlich den Plan für die Kalkumer Schloßallee einschließlich einer Vorkaufsrechtssatzung. Sie verschaffte der Stadt ein Zugriffsrecht auf Grundstücke zur Steuerung der Entwicklung, schuf aber weder automatisch Baurecht noch eine Enteignungsmöglichkeit.
Grüne und CDU sahen darin ein Instrument gegen Bodenspekulation und für eine geordnete Entwicklung. Die FDP befürchtete zusätzliche Wohnbauflächen und eine Zersiedelung des Nordens; Tierschutz/Freie Wähler verwiesen auf Naturbelange. Beide stimmten dagegen, alle übrigen Fraktionen sowie der Oberbürgermeister dafür.
Mit dem Vorkaufsrecht konnte die Stadt bei Grundstücksverkäufen Einfluss auf eine Fläche nehmen, auf der Baulandreserven und Freiraumschutz miteinander konkurrierten.
Vorlage APS/040/2021 · Nachweis: TOP 12, PDF-Seite 13
Aktuelle Informationen zur Corona-Pandemie
Der Rat nahm den damaligen Bericht zur Corona-Lage zur Kenntnis. Gemeldet wurden 24.887 diagnostizierte Infektionen seit März 2020, 578 aktuell Infizierte, 81 Krankenhauspatientinnen und -patienten, darunter 29 auf Intensivstationen, 13 freie Intensivbetten sowie 418 Todesfälle; die Sieben-Tage-Inzidenz lag bei 40,8.
Eine substanzielle Ratsdebatte oder kontroverse Abstimmung war zu dem Lagebericht nicht dokumentiert. Der Bericht wurde zur Kenntnis genommen.
Die Zahlen bestimmten den damaligen Handlungsspielraum für Öffnungen und die Belastung des Gesundheitssystems. Bei einem erneuten Wert unter 50 am folgenden Freitag wären ab Sonntag die entsprechenden Lockerungsregeln möglich gewesen.
Nachweis: TOP 4, PDF-Seite 10
Antrag der Ratsfraktionen von CDU, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, SPD und FDP: Resolution gegen Antisemitismus
Der Rat beschloss einstimmig eine Resolution gegen Antisemitismus. Sie bekräftigte den Schutz jüdischen Lebens und das Existenzrecht Israels und zielte auf stärkere Präventionsangebote in Schulen und in der Jugendhilfe.
Eingebracht wurde die Resolution von CDU, Grünen, SPD/Volt und FDP. Die Partei-Klima-Fraktion und die Linke kritisierten, nicht als Mittragende angefragt worden zu sein, kündigten jedoch ihre Zustimmung an. Der Beschluss fiel einstimmig.
Der Rat reagierte damit politisch auf antisemitische Vorfälle in Düsseldorf und richtete einen gemeinsamen Appell an Stadtgesellschaft und Einrichtungen.
Vorlage RAT/389/2021 · Nachweis: TOP 23.15, PDF-Seite 80
Amtliche Quellen
Niederschrift, Einladung und weitere Unterlagen der Stadt.
Orte der Sitzung
Die Karte zeigt den Sitzungsort. Weitere konkrete Adressen wurden nicht zuverlässig extrahiert.
Kartendaten: OpenStreetMap · Adressen aus den strukturierten Ortsdaten der Sitzung und ihrer Vorlagen.
Alle öffentlichen Tagesordnungspunkte in amtlicher Reihenfolge – einschließlich Ergebnis, Vorlage und verfügbarer Anlagen.
Verknüpfte Anträge, Anfragen und Verwaltungsvorlagen mit eigenständigen Detailseiten.