Vennhausen – Siedlungen am Eller Forst
Vennhausen ist ein grüner Wohnstadtteil zwischen Eller, Gerresheim und Unterbach. Anders als die alten Ortskerne der Nachbarschaft besteht er vor allem aus Siedlungen verschiedener Entstehungszeiten. Kleine Häuser, Gärten, Düsselarme, Kleingärten und die Nähe zum Eller Forst prägen das Bild. Die einzelnen Quartiere besitzen jeweils eigene Geschichten und wirken teilweise stärker als der amtliche Stadtteilname.
Vom feuchten Gelände zum Siedlungsraum
Die Silbe „Venn“ erinnert an die früher feuchten und sumpfigen Flächen. Lange gab es nur einzelne Höfe und wenig zusammenhängende Bebauung. Vennhausen gehörte zur Bürgermeisterei Gerresheim und wurde 1909 gemeinsam mit Gerresheim nach Düsseldorf eingemeindet. Die Entwässerung und bessere Erschließung machten später größere Siedlungsprojekte möglich.
Besonders während der Weltwirtschaftskrise entstanden Wohnsiedlungen, deren Häuser von den künftigen Bewohnern teilweise in erheblicher Eigenleistung errichtet wurden. Große Familien schufen sich mit einfachen Mitteln Wohnraum und Gärten zur Selbstversorgung. Diese Geschichte gemeinschaftlicher Arbeit prägt das lokale Selbstverständnis bis heute.
Unterschiedliche Siedlungen, kein einzelnes Zentrum
Vennhausen besteht aus mehreren Wohnbereichen, darunter die Tannenhofsiedlung und weitere kleinteilige Quartiere. Ein einziges großes Stadtteilzentrum gibt es nicht. Nahversorgung, Schulen, Kirchen und soziale Angebote verteilen sich auf verschiedene Orte oder liegen in den angrenzenden Stadtteilen. Dadurch führen viele Alltagswege nach Eller und Gerresheim.
Die überwiegend ruhigen Wohnstraßen stehen im Kontrast zu stärker befahrenen Randachsen. Für Kinder, ältere Menschen und den Radverkehr kommt es deshalb auf sichere Querungen und durchgehende Wege zwischen den Siedlungen an.
Düssel, Forst und Hochwasservorsorge
Wasser und Grün sind zentrale Bestandteile des Stadtteils. Die Düssel und ihre Nebenläufe durchziehen das Gebiet, der Eller Forst schließt im Süden an. Diese Räume bieten Erholung und ökologische Vielfalt, können bei Starkregen aber auch Risiken mit sich bringen. Gewässerentwicklung, Rückhalteflächen und der Schutz unversiegelter Böden sind daher nicht nur Naturschutzthemen, sondern Teil der örtlichen Vorsorge.
Kleingärten und private Gärten bilden zusätzliche Grünverbindungen. Bei Nachverdichtung stellt sich immer die Frage, wie zusätzlicher Wohnraum entstehen kann, ohne diese Freiraumstruktur schrittweise zu verlieren.
Wohnqualität durch Maßstab und Gemeinschaft
Vennhausen besitzt wenige monumentale Wahrzeichen. Sein Charakter liegt im Maßstab der Siedlungen, in Gärten, gewachsenen Nachbarschaften und dem direkten Zugang zu Wald und Wasser. Die historische Orientierung nach Gerresheim und die Nähe zu Eller zeigen, dass amtliche Grenzen den Alltag nur teilweise bestimmen. Künftige Entwicklungen betreffen daher besonders die Beziehungen zwischen den einzelnen Quartieren und die Sichtbarkeit ihrer Siedlungsgeschichte.
Siedlungsgeschichte im Wandel
Die häufig in Eigenleistung entstandenen Häuser erzählen von Wohnungsnot, Selbsthilfe und gemeinschaftlicher Organisation. Sanierung und Generationenwechsel verändern, wie sichtbar diese Geschichte bleibt. Nicht jedes Haus ist unverändert; Maßstab, Gärten und gemeinschaftliche Freiräume geben den Siedlungen dennoch ihren Zusammenhang. Beratung kann energetische Erneuerung und den Siedlungscharakter miteinander verbinden.