Holthausen – Industriestandort mit Wohnquartieren und Parks
Holthausen ist seit mehr als einem Jahrhundert eng mit dem Henkel-Werk verbunden. Große Industrieflächen und Arbeitsplätze prägen den Stadtteil, zugleich liegen rund um Kamper Acker, Elbroichpark und Niederheider Wäldchen vielfältige Wohnquartiere und Freizeitangebote. Die Herausforderung besteht darin, Wirtschaftsverkehr, Umweltqualität, lokale Zentren und grüne Erholungsräume miteinander zu verbinden.
Vom kleinen Ort zum Werksstandort
Vor der Industrialisierung bestand Holthausen nur aus wenigen Häusern und landwirtschaftlichen Flächen. 1899 verlegte Henkel seine Produktion hierher. Das Werk wuchs zu einem der größten Industriestandorte Düsseldorfs und beansprucht bis heute einen erheblichen Teil der Stadtteilfläche.
Mit den Arbeitsplätzen entstanden Wohnhäuser, Straßen und soziale Einrichtungen. Holthausen wurde 1929 im Zusammenhang mit Groß-Benrath nach Düsseldorf eingemeindet. Industrie und Wohnen blieben fortan eng benachbart.
Kamper Acker und Alltagsversorgung
Der Kamper Acker bildet mit Geschäften, Haltestellen und öffentlichem Raum ein lokales Zentrum. Seine Umgestaltung schuf mehr Aufenthalts- und Spielflächen. Die Kölner Landstraße verbindet Holthausen mit Wersten und Benrath und trägt einen großen Teil des Nah- und Autoverkehrs.
Gute Querungen und ein zuverlässiger Nahverkehr sind wichtig, weil Industrieflächen und Hauptstraßen Wege zwischen den Wohnquartieren verlängern. Auch Schichtarbeit stellt besondere Anforderungen an Verbindungen außerhalb klassischer Bürozeiten.
Elbroichpark und Niederheider Wäldchen
Der historische Elbroichpark besitzt alten Baumbestand und einen landschaftlichen Charakter. Das Niederheider Wäldchen ergänzt ihn mit Freizeitpark, Sportangeboten und Kinderbauernhof. In dem dicht genutzten Stadtteil übernehmen diese Grünräume Erholungs- und Klimafunktionen.
Sie verbessern das Klima und bieten Begegnung, sind aber durch Straßen und Betriebsflächen nicht von überall gut erreichbar. Durchgehende Fuß- und Radwege können ihre Wirkung in die Wohnquartiere verlängern.
Industrie im Wandel
Der große Werksstandort sichert Arbeitsplätze und gehört zur Identität Holthausens. Zugleich wirken sich Lärm, Schwerverkehr, Emissionen und Sicherheitsanforderungen auf die Umgebung aus. Bei neuen Gewerbe- oder Wohnprojekten an den Rändern werden deshalb Übergänge und Schutzkonzepte verhandelt.
Holthausen ist weder bloße Werkssiedlung noch reiner Wohnstadtteil. Sein Charakter entsteht aus dem Nebeneinander von Industrie, lokalen Nachbarschaften und überraschend großen Parks. Künftige Entwicklungen verändern das Verhältnis dieser Funktionen zueinander.
Auch bei der Klimaanpassung bestehen Wechselwirkungen zwischen Werk und Wohngebieten. Entsiegelung, schattige Wege und Grünverbindungen können die stark unterschiedlichen Teilräume räumlich verbinden.
Nachbarschaften jenseits des Werks
Die Wohnbereiche Holthausens besitzen eigene Geschichten und Bedürfnisse, die im Schatten des großen Industriestandorts leicht übersehen werden. Schulen, Sport, Wochenangebote und kleine Geschäfte schaffen lokale Bindung. Eine bessere Verbindung dieser Orte untereinander kann den Stadtteil unabhängiger von einzelnen Hauptachsen machen und besonders Menschen ohne Auto kurze Alltagswege ermöglichen.