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Title: Antrag
URL Source: http://ris-oparl.itk-rheinland.de/Oparl/bodies/0015/downloadfiles/00590447.pdf
Published Time: 2026-06-18T08:04:00.000Z
Number of Pages: 3
Markdown Content:
RAT/358/2026
X öffentlich nicht öffentlich
Düsseldorf, 18.06.2026
# An den Vorsitzenden
# des Rates der Landeshauptstadt Düsseldorf
# Herrn Dr. Stephan Keller
# Betrifft:
Änderungsantrag der AfD-Ratsfraktion zur Vorlage RAT/322/2026
Antrag:
Der Ursprungsantrag der FDP-Ratsfraktion unter TOP Ö 21.13 wird wie folgt geändert und
ergänzt:
1. Der Rat der Landeshauptstadt Düsseldorf beschließt, den Beschluss zur
Generalsanierung des Plenarsaals (BAU/008/2023) aufzuheben.
2. Die von der FDP-Fraktion beantragte Prüfung alternativer, kostengünstigerer
Umbaulösungen zur Barrierefreiheit wird dahingehend konkretisiert, dass die Verwaltung
beauftragt wird, ausschließlich eine zweckmäßige und budgetschonende
Teilmodernisierung zur Erhaltung des laufenden Betriebs und zur Umsetzung
gesetzlicher Barrierefreiheitsstandards auszuarbeiten. Diese umfasst:
2.1 Die technische Erneuerung der veralteten Audio- und Videotechnik zur Behebung der
mangelhaften Raumakustik und zur Sicherung der Übertragungsqualität.
2.2 Die technische Umrüstung des Rednerpults sowie des Mikrofons auf eine
mechanisch oder elektrisch variable Höhenverstellung, um eine flexible Nutzung im
Ratsbetrieb zu gewährleisten.
3. Im Zuge dieser medientechnischen Überprüfung wird die Verwaltung beauftragt, die
Machbarkeit und die Kosten einer softwarebasierten Live-Transkription (Sprach-zu-Text)
für hörgeschädigte Teilnehmer und Zuschauer zu prüfen. Ein solches Wortprotokoll soll
bei Bedarf auf bestehenden Leinwänden, zusätzlichen Displays und/oder im Livestream
eingeblendet werden können.
4. Die Verwaltung wird beauftragt, im Rahmen der Alternativenprüfung rein funktionale
Anpassungen für Rollstuhlfahrer zu untersuchen. Dies betrifft die Zugänglichkeit der
Zuschauerbereiche, die Ausweisung von Rollstuhlstellplätzen im Saal sowie die
physische Unterfahrbarkeit des Rednerpults.
5. Die Verwaltung wird beauftragt, zur Reduzierung des Lärmpegels und zur Verbesserung
der Aufenthaltsqualität im Vorraum (Foyer) des Plenarsaals die Installation von Seite 2
schallabsorbierenden Wandbildern (Akustikpaneelen mit Bildmotiven) zu prüfen und
umzusetzen.
6. Zur Reduzierung laufender Beschaffungskosten für Flaschenwasser und zur praktischen
Müllvermeidung wird die Verwaltung beauftragt, im Vorraum des Plenarsaals einen
leitungsgebundenen Sprudelwasserspender zu installieren.
Begründung:
Der Antrag der FDP-Ratsfraktion unter TOP Ö 21.13 greift die unumgängliche Notwendigkeit
auf, den finanziell nicht darstellbaren Generalsanierungsbeschluss aus dem Jahr 2023
angesichts der angespannten städtischen Haushaltslage aufzuheben. Auch die dort
geforderte, nachgelagerte Prüfung von Alternativmaßnahmen ist der Sache nach folgerichtig,
bleibt in ihrer Formulierung jedoch zu unbestimmt.
Als AfD-Ratsfraktion fordern wir eine klare politische Steuerung und konkrete Vorgaben für
die Verwaltung, um ein erneutes Ausufern von Planungskosten zu verhindern. Ein gänzlicher
Verzicht auf funktionale Korrekturen ist im laufenden Betrieb nicht sachdienlich, da
insbesondere die veraltete Tontechnik im Saal die parlamentarische Arbeit und die
Übertragung für die Bürger behindert. Eine isolierte Erneuerung der Audio- und Videotechnik
ist hier die wirtschaftlich vernünftigste Minimallösung.
Die Anpassung des Rednerpults durch eine Höhenverstellung sowie die Prüfung einer
zweckmäßigen Unterfahrbarkeit und barrierefreier Zugänge für Rollstuhlfahrer sind
pragmatische Maßnahmen. Sie gewährleisten die rechtlich geforderten Mindeststandards
der Barrierefreiheit, ohne dass dafür teure bauliche Eingriffe in das gesamte historische
Gebäude vorgenommen werden müssen.
Ebenso verhält es sich mit der Prüfung einer simultanen Live-Transkription für
Hörgeschädigte. Da moderne Softwarelösungen heutzutage kostengünstig und ohne großen
Hardware-Aufwand in neue Medientechnik integriert werden können, ist eine entsprechende
Wirtschaftlichkeitsprüfung im Zuge der ohnehin notwendigen Technikmodernisierung
sachlich geboten.
Die Akustikprobleme beschränken sich zudem nicht nur auf das Innere des Saals.
Insbesondere im Foyer führt der Geräuschpegel bei starkem Publikumsandrang oder
während der Sitzungspausen zu einer massiven Lärmbelastung, die auch in den Plenarsaal
hineinwirkt. Durch die gezielte Anbringung schallabsorbierender Bilder kann hier ohne
aufwendige bauliche Eingriffe an Decken oder Wänden eine sofortige, kostengünstige und
optisch ansprechende Eindämmung des Raumschalls erzielt werden.
Die Installation eines leitungsgebundenen Trinkwasserspenders im Foyer stellt schließlich
eine einfache, administrative Sparmaßnahme dar. Durch den Rückzug von teurem Flaschen-
und Cateringwasser werden die laufenden Bewirtschaftungskosten des Rathauses direkt und
dauerhaft gesenkt.
Mit freundlichen Grüßen Für die Richtigkeit:
Andreas Winter Thomas Krabbe
Ratsherr
AfD-Ratsfraktion Düsseldorf Seite 3