Ratssitzung · Sitzung beendet
Rat
Ratssitzung · Sitzung beendet
Historische Ratsnachlese
Ratssitzung vom 15. Dezember 2022
Die Sitzung in einer Minute
Die Sitzung reichte von milliardenschweren Haushaltsfestlegungen und einem konkreten Schulneubau bis zu Änderungen im Nahverkehr und bei kommunalen Gebühren. Politische Konflikte entzündeten sich vor allem an der Finanzierung großer Vorhaben, an der Aufteilung des Straßenbahnnetzes und am Verhältnis zwischen Freiraumschutz und Infrastrukturbedarf.
Nachrichtenwert statt Reihenfolge der Tagesordnung
Stellenplan und Stellenübersicht der Landeshauptstadt Düsseldorf für das Haushaltsjahr 2023
Der Rat beschloss den Stellenplan mit den zuvor angenommenen Veränderungen und anschließend die Haushaltssatzung für 2023. Diese setzte Aufwendungen von 3.712.090.084 Euro, Investitionsauszahlungen von 626.839.498 Euro und Investitionskredite von 348.817.333 Euro fest; zum Ausgleich waren 210.869.725 Euro aus der Ausgleichsrücklage vorgesehen.
Bündnis 90/Die Grünen, CDU und der Oberbürgermeister stimmten für Stellenplan und Haushalt. FDP, SPD, Die Linke, AfD und Ratsherr Lemmer votierten dagegen.
Der Beschluss bestimmte den finanziellen und personellen Handlungsrahmen der Stadt für 2023. Zugleich machte die Abstimmung die Trennlinie zwischen der Ratsmehrheit und der Opposition sichtbar.
Vorlage HFA/041/2022/01 · Nachweis: TOP 43.4, PDF-Seite 170
Beschlussvorlage zur Herbeiführung eines Ausführungs- und Finanzierungsbeschlusses für das Projekt "Neubau eines 4-zügigen Gymnasiums mit Sporthalle des Luisen-Gymnasiums am Standort Völklinger Straße"
Der Rat beschloss den Neubau des vierzügigen Luisen-Gymnasiums mit Dreifach-Sporthalle an der Völklinger Straße für 106.477.000 Euro einschließlich Ausstattung und Inventar. Hinzu kamen ausgewiesene Folgekosten von 9.219.620 Euro netto und 11.582.224 Euro, die für 2023 in die Haushaltsplanung aufgenommen werden sollten. Die Schule sollte zum Schuljahr 2026/2027 umziehen und schrittweise in den gebundenen Ganztag wechseln; außerdem wurde die Verlegung der Erschließung der benachbarten Geflüchtetenunterkunft beschlossen.
Die FDP kritisierte den Anstieg gegenüber dem früheren Ansatz von 65 Millionen Euro, die Kreditfinanzierung und einzelne Ausstattungsentscheidungen. Sie enthielt sich; der übrige Rat stimmte zu, sodass der Beschluss ohne Gegenstimme fiel.
Der Rat gab damit eines der finanziell größten Einzelprojekte der Sitzung zur Ausführung frei. Der Beschluss betraf zugleich Schulorganisation, Sportinfrastruktur und die Erschließung der Geflüchtetenunterkunft.
Vorlage SCHUA/073/2022 · Nachweis: TOP 32, PDF-Seite 50
Änderungsantrag der Ratsfraktionen von CDU und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN zur Vorlage OVA/116/2022/1
Der Rat stimmte dem RheinTakt-Konzept zu und beauftragte Rheinbahn und Verwaltung mit Abstimmung und stufenweiser Umsetzung zum nächstmöglichen Zeitpunkt. Vorgesehen waren jährliche Mehrkosten von 4,21 Millionen Euro ab etwa Mitte 2023, weitere 5,37 Millionen Euro für die zweite Stufe ab voraussichtlich Mitte 2024 sowie einmalig 800.000 Euro; die zuvor beschlossene Verdichtung der U75 mit Mehrkosten von rund 3,1 Millionen Euro jährlich entfiel. Für U71, U83 und 708 wurde zunächst Variante A zur Umsetzung beauftragt, während zwei weitere Netzvarianten nur konkretisiert, öffentlich vorgestellt und später erneut zur Entscheidung vorgelegt werden sollten; der M3 sollte samstags zwischen Reisholz und Lörick weiterfahren.
CDU und Bündnis 90/Die Grünen reagierten mit ihrem Änderungsantrag zum M3 auf Einwände aus Itter. Die SPD unterstützte das RheinTakt-Konzept grundsätzlich und sprach zusätzliche Angebote für Garath und Hellerhof an; die Vorlage wurde verändert beschlossen, eine genaue Stimmverteilung war im Material nicht dokumentiert.
Der Beschluss veränderte Fahrpläne und Linienangebote in mehreren Stadtteilen und band dafür dauerhaft zusätzliche Mittel. Bei Teilen des Straßenbahnnetzes blieb die endgültige Struktur ausdrücklich offen.
Vorlage RAT/558/2022 · Nachweis: TOP 25.1, PDF-Seite 35
Kalkulation der Abwassergebühren des Stadtentwässerungsbetriebes der Landeshauptstadt Düsseldorf für den Zeitraum 01.01.2023 bis 31.12.2023 - Beschluss -
Der Rat nahm die Gebührenkalkulation zur Kenntnis und erlaubte dem Stadtentwässerungsbetrieb, bis zu 7.782.590 Euro aus zweckgebundenem Eigenkapital zu entnehmen. Ab dem 1. Januar 2023 wurden 1,65 Euro je Kubikmeter für Schmutzwasser, 1,04 Euro je Quadratmeter und Jahr für Niederschlagswasser sowie 0,52 Euro für entsprechend berechnete Gründachflächen festgesetzt. Die Eigenkapitalverzinsung wurde auf 0,46 Prozent festgelegt.
Eine inhaltliche Debatte wurde nicht geführt. Die Linke, die AfD und Ratsherr Lemmer stimmten dagegen; Enthaltungen gab es nicht.
Der Beschluss legte die konkreten Entwässerungsgebühren für das gesamte Jahr 2023 fest. Die Eigenkapitalentnahme sollte zur ausgewiesenen Kostendeckung beitragen.
Vorlage SEBD/029/2022 · Nachweis: TOP 39, PDF-Seite 28
Städtebaulicher und freiraumplanerischer Wettbewerb Nr. 05/015 - Nördlich Kalkumer Schloßallee -
Der Rat beschloss einen städtebaulichen und freiraumplanerischen Wettbewerb für das Gebiet nördlich der Kalkumer Schloßallee und beauftragte die Verwaltung mit dem Verfahren. Damit wurde noch kein Bauvorhaben genehmigt. Im weiteren Planungsprozess sollten auch die Belange von Kindern und Jugendlichen besonders berücksichtigt werden.
Bündnis 90/Die Grünen und CDU befürworteten das Verfahren, verwiesen aber auf die Abwägung zwischen Freiraumschutz sowie Bedarfen bei Schule, Pflege, Sport und Wohnen. Die FDP hielt das Wettbewerbsgebiet für zu groß und stimmte dagegen; ebenfalls dagegen votierten die AfD, Ratsherr Lemmer und drei Mitglieder der Linken, während sich ein Mitglied der Linken enthielt. SPD, Grüne, CDU und der Oberbürgermeister trugen den Mehrheitsbeschluss.
Das Verfahren sollte klären, welche Nutzungen auf der Fläche möglich waren und wie viel Freiraum erhalten werden konnte. Der zentrale Konflikt zwischen zusätzlicher Infrastruktur und Flächenverbrauch blieb Teil der weiteren Planung.
Vorlage APS/125/2022 · Nachweis: TOP 18, PDF-Seite 32
Amtliche Quellen
Niederschrift, Einladung und weitere Unterlagen der Stadt.
Orte der Sitzung
Genauer Standort nicht zugeordnet. Die Karte dient nur der Orientierung; es werden keine Ersatzpunkte angezeigt.
Kartendaten: OpenStreetMap · Adressen aus den strukturierten Ortsdaten der Sitzung und ihrer Vorlagen.
Alle öffentlichen Tagesordnungspunkte in amtlicher Reihenfolge – einschließlich Ergebnis, Vorlage und verfügbarer Anlagen.
Verknüpfte Anträge, Anfragen und Verwaltungsvorlagen mit eigenständigen Detailseiten.