Ratssitzung · Sitzung beendet
Rat
Ratssitzung · Sitzung beendet
Historische Ratsnachlese
Ratssitzung vom 22. Februar 2024
Die Sitzung in einer Minute
Die Sitzung reichte von langfristigen Verkehrs- und Stadtentwicklungsplanungen bis zu unmittelbar auf soziale Problemlagen gerichteten Anträgen. Während Bikesharing, Hauptbahnhof und RRX mehrheitlich vorangebracht wurden, verliefen die Debatten über Grundstücksverkäufe und einen Szenetreffpunkt entlang unterschiedlicher Vorstellungen über Finanzierung, Eigentum und kurzfristige Hilfen.
Nachrichtenwert statt Reihenfolge der Tagesordnung
Aufbau eines kommunalen Bikesharing-Systems in Düsseldorf
Der Rat beauftragte die Verwaltung und die Connected Mobility Düsseldorf GmbH mit Aufbau und Betrieb eines kommunalen Bikesharing-Systems sowie mit der Ausschreibung eines externen Dienstleisters. Dafür waren über fünf Jahre 10.540.000 Euro vorgesehen; bei einer Verlängerung sollten jährlich rund 1.775.000 Euro zuzüglich marktbedingter Preissteigerungen anfallen.
Die FDP wandte sich gegen eine kommunal finanzierte Parallelstruktur und bevorzugte Kooperationen mit privaten Anbietern sowie Investitionen in Radwege und Stadtbahnen. Die Linke, SPD, Grünen, CDU und Partei-Klima-Fraktion stimmten zu; FDP, AfD und Ratsfrau Krüger dagegen.
Der Beschluss verband ein stadtweites Mobilitätsangebot mit einer langfristigen finanziellen Verpflichtung. Umstritten war, ob die Stadt selbst ein System aufbauen oder den bestehenden Markt stärker ordnen sollte.
Vorlage OVA/013/2024 · Nachweis: TOP 23, PDF-Seite 67
Ergänzungsantrag der SPD-Ratsfraktion zur Vorlage OVA/146/2023/1
Der Rat beauftragte die Verwaltung, das Bebauungsplanverfahren für den Konrad-Adenauer-Platz bis zum Offenlagebeschluss sowie die Frei-, Verkehrs- und Fahrradgaragenplanung fortzuführen. Oberirdisch sollten höchstens 30 Stellplätze verbleiben; vorgesehen waren außerdem Grüngleise, Tagesparkplätze für Fahrräder und eine Anbindung an das Radhauptnetz.
Die Verwaltungsvorlage erhielt eine breite Mehrheit. Ein SPD-Ergänzungsantrag, der eine stärkere Darstellung von Fußwegen, Barrierefreiheit und Sicherheitsmaßnahmen sowie Flächen für Schienenersatzverkehr verlangte, wurde mehrheitlich abgelehnt.
Der Auftrag konkretisierte die weitere Planung eines zentralen Düsseldorfer Verkehrsknotens. Er war noch kein Baubeschluss, legte aber wesentliche Vorgaben für Platzgestaltung, Autoverkehr und Radverkehr fest.
Vorlage RAT/031/2024 · Nachweis: TOP 24.1, PDF-Seite 71
mündlicher Änderungsantrag der Ratsfraktionen von CDU und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN zur Beschlussvorlage APS/145/2023
Der Rat beschloss Kriterien für die Verlosung und den anschließenden Verkauf städtischer Grundstücke am Pastor-Dörr-Ring und an der Bonifatiusstraße. Die Verwaltung sollte das Verfahren um eine soziale Komponente für Familien im mittleren Einkommenssegment erweitern und die erwarteten Verkaufserlöse dem Ankaufsetat für eine langfristige Bodenvorratspolitik zuführen.
Die SPD wollte die Flächen in Erbpacht vergeben, um städtisches Eigentum zu erhalten und Bauwillige zu entlasten. CDU und Grüne setzten dagegen den Verkauf mit erweiterten Einkommensgruppen durch; für die geänderte Vorlage stimmten nur diese beiden Fraktionen, alle übrigen genannten Fraktionen dagegen.
Die Entscheidung verband die Vergabe knapper Einfamilienhausgrundstücke mit der Frage, ob die Stadt Boden verkaufen oder dauerhaft behalten sollte. Zugleich wurden die Erlöse für spätere Grundstücksankäufe vorgesehen.
Nachweis: TOP 18.4, PDF-Seite 56
Planfeststellungsverfahren für das Vorhaben Rhein-Ruhr-Express (RRX), Planfeststellungsabschnitt (PFA 2.0) „Hellerhof - Reisholz" - Gesamtstädtische Stellungnahme
Der Rat nahm die Prüfung der Planfeststellungsunterlagen für den RRX-Abschnitt Hellerhof–Reisholz zur Kenntnis und stimmte dem Vorhaben der Deutschen Bahn Netz AG grundsätzlich zu. Die Stadt verlangte, ihre Forderungen, Auflagen und Hinweise in den Planfeststellungsbeschluss oder die spätere Ausführungsplanung und Baudurchführung aufzunehmen.
Eine inhaltliche Debatte fand nicht statt. Alle genannten Fraktionen stimmten zu; lediglich Ratsfrau Krüger votierte dagegen.
Mit der Stellungnahme positionierte sich Düsseldorf gegenüber dem Eisenbahn-Bundesamt zu einem großen Schieneninfrastrukturvorhaben. Die Zustimmung war ausdrücklich an kommunale Anforderungen für die weitere Planung und Umsetzung geknüpft.
Vorlage OVA/194/2023 · Nachweis: TOP 26, PDF-Seite 36
Antrag der Ratsfraktionen von SPD, DIE LINKE und Die PARTEI-Klima: Szenetreffpunkt zur Zwischennutzung am Gesundheitsamt/Kölner Straße einrichten
Der Rat lehnte den Antrag von SPD, Linken und Partei-Klima-Fraktion ab, am Gesundheitsamt an der Kölner Straße einen vorläufigen Szenetreffpunkt einzurichten. Gedacht war er als Aufenthaltsort für drogenkranke und obdachlose Menschen und sollte unter anderem öffentliche Toiletten umfassen.
Die Antragsteller verlangten eine kurzfristige, praktische Lösung in Bahnhofsnähe und zeigten sich für einen anderen zeitnah verfügbaren Ort offen. In der Gegenposition wurde auf bereits laufende Abstimmungen und das Konzept an der Moskauer Straße verwiesen; nur SPD, Linke und Partei-Klima-Fraktion stimmten für den Antrag, der übrige Rat einschließlich des Bürgermeisters dagegen.
Damit wurde weder der vorgeschlagene Standort beschlossen noch die Verwaltung mit seiner Einrichtung beauftragt. Die Abstimmung machte den Konflikt zwischen einer schnellen Zwischenlösung und dem bereits verfolgten Vorgehen sichtbar.
Vorlage RAT/034/2024 · Nachweis: TOP 39.5, PDF-Seite 98
Amtliche Quellen
Niederschrift, Einladung und weitere Unterlagen der Stadt.
Orte der Sitzung
Genauer Standort nicht zugeordnet. Die Karte dient nur der Orientierung; es werden keine Ersatzpunkte angezeigt.
Kartendaten: OpenStreetMap · Adressen aus den strukturierten Ortsdaten der Sitzung und ihrer Vorlagen.
Alle öffentlichen Tagesordnungspunkte in amtlicher Reihenfolge – einschließlich Ergebnis, Vorlage und verfügbarer Anlagen.
Verknüpfte Anträge, Anfragen und Verwaltungsvorlagen mit eigenständigen Detailseiten.