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RAT/473/2026
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Bericht
Betrifft:
Bericht aus der Kleinen Kommission Klimaneutralität in Düsseldorf
Fachbereich:
05/0 - Dezernat für Mobilität und Umwelt
Dezernentin / Dezernent:
Beigeordneter Jochen Kral
Beratungsfolge:
Gremium SitzungsdatumBeratungsqualität
Rat 24.09.2026Kenntnisnahme
Sachdarstellung:
Die Kleine Kommission Klimaneutralität in Düsseldorf traf am 23.06.2026 von 16:00
bis 17:30 Uhr im Rheinturmsaal des Rathauses zusammen und diskutierte die im
Folgenden zusammengefassten Themen.
Klimaschutz-Monitor - Controlling-Tool Klimaneutralität
Die Verwaltung stellte das Controlling-Tool zur Klimaneutralität, den Klimaschutz-
Monitor, vor, welches am 25.06.2026 auf der städtischen Website veröffentlicht wird.
Das Tool setzt den Ratsbeschluss RAT/704/2021 um, der fordert, ein Konzept zu
erarbeiten, um Klimaschutzmaßnahmen in Düsseldorf zu controllen und für die
Öffentlichkeit transparent zu machen. Basierend auf dem in 2023 durch den Rat zur
Kenntnis genommenen Konzept (AUS/048/2022) für ein solches Controlling-Tool
wurde anschließend eine europaweite Ausschreibung durchgeführt, in dem sich die
finnische Softwarefirma Kausal Oy, eine Ausgliederung aus der Umweltverwaltung
der Stadt Helsinki, durchsetzen konnte und mit dem Betrieb der Software für drei
Jahre beauftragt wurde. Das Controlling-Tool kann unter http://klimaschutz-
monitor.duesseldorf.de/ eingesehen werden.
Die wichtigsten Funktionen wurden in einer Live-Vorführung vorgestellt. Alle
Klimaschutz-Maßnahmen der Stadtverwaltung sind anhand der Sektoren der
städtischen Energie- und Treibhausgasbilanz (Private Haushalte; Gewerbe, Handel,
Dienstleistungen und Industrie; Städtische Einrichtungen; Mobilität) geordnet,
ergänzt durch die Kategorie „Bildung" für Bildungs- und Informationsmaßnahmen.
Neben allgemeinen Informationen und Abbildungen zu den Klimaschutzmaßnahmen
können Informationen über den Umsetzungszeitraum, Kosten und Nutzen,
Projektmeilensteine oder beteiligte Ämter und Kooperationspartner hinterlegt
werden. Indirekte, über den Klimaschutzeffekt durch die Einsparung von
Treibhausgasemissionen hinausgehende positive Auswirkungen der Maßnahmen
werden anhand der 17 Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen (SDGs)
dargestellt. Ein eigens für die Landeshauptstadt Düsseldorf entwickeltes Plugin zur
Verknüpfung mit dem Kartendienst Düsseldorf Maps hilft, die unterschiedlichen
Klimaschutzmaßnahmen im Stadtgebiet zu verorten und bietet Orientierung für
Bürgerinnen und Bürger, welche Klimaschutzmaßnahmen in ihrer Nachbarschaft
umgesetzt werden. Zusätzlich verdeutlichen Indikatoren die Wirkungsweise von
Maßnahmen und zeigen, wie diese zur Reduzierung der Treibhausgasemissionen
beitragen.
Das Controlling-Tool verfügt über ein intuitives und responsives Design und wird
kontinuierlich aktualisiert und um neue Klimaschutzmaßnahmen ergänzt.
Verantwortlich für die Befüllung der Inhalte ist dabei immer das jeweilige Fachamt,
die übergeordnete Koordination erfolgt durch das Amt für Umwelt- und
Verbraucherschutz. Die Software ist vollständig als Open Source umgesetzt.
Sachstand Solaroffensive
Der Sachstand zur Solaroffensive wurde durch die Verwaltung erläutert. Infolge des
entsprechenden Ratsbeschlusses (RAT/316/2021) wurde die installierte Leistung der
PV-Anlagen auf Dächern der städtischen Liegenschaften auf 5.271 kWp erhöht,
weitere Anlagen mit einer Leistung von 6.496 kWp sind in Planung oder Umsetzung.
Die Ausbaudynamik hat sich seit dem Ratsbeschluss erheblich erhöht, die
Gesamtleistung der geplanten und bereits installierten Anlagen entspricht in Summe
bereits einem Viertel des umsetzbaren Gesamtpotenzials. In der Regel werden zur
Erhöhung der Wirtschaftlichkeit parallel auch Stromspeicher mit installiert.
Herausfordernd ist dabei, dass an vielen Standorten im Vorlauf noch bauliche
Ertüchtigungen der Dachkonstruktionen notwendig sind, um die Installation von PV-
Anlagen zu realisieren.
Daneben wird seit Februar 2026 das Bilanzkreismodell in einer Pilotphase getestet.
Hierin erzeugen 11 Anlagen rund 1.200 kWp Leistung, deren Überschüsse bilanziell
von 15 abnehmenden Standorten aufgenommen werden. Ein entsprechendes
Vertragswerk, das unter anderem die Höhe der dafür noch anfallenden Netzentgelte
regelt, wurde gemeinsam mit dem Stromlieferanten, der Stadtwerke Düsseldorf AG,
erarbeitet. Das Bilanzkreismodell soll nach erfolgreichem Abschluss des
Pilotprojektes ab 2027 im Rahmen der Neuausschreibung der Stromlieferung in
größerem Umfang weitergeführt werden.
Das Bilanzkreismodell kann ergänzt werden durch ein Contracting-Modell, welches
entwickelt wurde, um ergänzend zum Eigenausbau in einem zweiten Pfad die
Planungs-, Installations- und Investitionskapazitäten Dritter zu nutzen. Im Rahmen
des Contracting-Modells wird die Dachfläche einer städtischen Liegenschaft an einen
Contractor verpachtet, der darauf eine PV-Anlage installiert. Der Contractor
verpachtet die PV-Anlage dann zurück an die LHD und bietet ergänzende Wartungs-
und Serviceleistungen, der Strom kann durch die LHD vor Ort oder im Rahmen eines
Bilanzkreises genutzt werden.
Evaluation Caritas-Projekt
Die Verwaltung berichtete über den aktuellen Stand im Projekt „Balkonsolaranlagen
für Haushalte mit geringem Einkommen", ein Kooperationsprojekt zwischen der
Landeshauptstadt Düsseldorf, dem Caritasverband Düsseldorf, der BürgerStiftung
Düsseldorf und der Deutschen Postcode-Lotterie. Das im März 2023 gestartete
Projekt läuft bis Ende des Jahres 2026 und ermöglicht es Bürgerinnen und Bürgern
durch eine vollumfängliche Förderung von 1-2 Balkonsolarmodulen,
einkommensunabhängig einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten und die
Stromrechnung um durchschnittlich 80-100 Euro pro Jahr zu reduzieren.
Antragsberechtigt sind alle Haushalte mit Düsselpass, wobei 80 % der Kosten (bis zu
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800 Euro) von der Landeshauptstadt Düsseldorf getragen werden, die restlichen 20%
werden durch die BürgerStiftung Düsseldorf mit Mitteln der Deutschen Postcode-
Lotterie beigesteuert, während der Caritasverband Düsseldorf die operationale
Umsetzung und begleitende Energieberatung übernimmt. Die Anlagen gehen in das
Eigentum des geförderten Haushalts über.
Obwohl das Projekt in den ersten beiden Jahren unter den Erwartungen zurückblieb,
da in 2023 und 2024 nur 18 Anlagen installiert werden konnten, wurden in der
Zwischenzeit unterschiedliche Hemmnisse in der Umsetzung abgebaut. Diese waren
unter anderem dadurch begründet, dass es ich um ein zum damaligen Zeitpunkt
deutschlandweit einmaliges Pilotprojekt handelte. In der Zwischenzeit hat sich nicht
nur die gesetzliche Rahmenbedingung für die Installation von Balkonsolaranlagen
signifikant verbessert, es konnten auch wertvolle Erfahrungen in der Ansprache von
Hauseigentümer*innen und in der technischen Umsetzung gewonnen werden, der
Geschäftsprozess konnte anhand der gewonnenen Erfahrungen optimiert werden und
die Akquise interessierter Haushalte wurde stetig ausgebaut. Durch den Wegfall von
regulatorischen Hemmnissen, die Entwicklung von organisatorischen Verbesserungen
und den systematischen Aufbau einer Interessentenkartei sind inzwischen 70
Anlagen pro Jahr realistisch umsetzbar. Durch das Projekt entstehen wertvolle
Synergien mit der Caritas-Energiesparberatung für einkommensschwache Haushalte.
Die Mittel der Deutschen Postcode-Lotterie stehen noch bis Ende des Jahres 2026 zur
Verfügung, über eine Weiterführung des Projektes und die entsprechende finanzielle
Ausstattung für die kommenden Jahre muss die Politik entscheiden.
CO2-Uhr
Auf Anregung des Jugendrats (JURAT/025/2020) wurde die Verwaltung beauftragt,
die Errichtung einer CO2-Uhr im öffentlichen Raum zu prüfen (AUS/003/2021;
AUS/007/2021) und später die Idee einer CO2-Uhr zu einer Klimaschutz-
Informations-Stele weiterzuentwickeln (AUS/028/2024), auf der unterschiedliche
Informationen zum Klimaschutz in Düsseldorf (z.B. CO2-Bilanz, Anzahl
Fahrradnutzer*innen, neu gebaute PV-Anlagen, Entwicklung E-Autos, usw.)
dargestellt werden können. Die Verwaltung wurde beauftragt, einen stark
frequentierten und gut einsehbaren Standort für eine entsprechende Installation zu
identifizieren. Aufgrund der örtlich stark begrenzten Wirkung und den
verhältnismäßig hohen Kosten einer entsprechenden Stele schlug die Verwaltung
stattdessen vor, zu regelmäßigen Zeitpunkten etwa alle vier Wochen die Rubrik
„News of the " auf den Roadside Screens im Stadtgebiet zu bespielen, für die
kostenlose Kontingente zur Verfügung stehen. Die Politik begrüßte diesen Vorschlag
und regte an, auch den Klimaschutz-Monitor über die Roadside Screens zu
bewerben, um so medienübergreifend auf das städtische Klimaschutzziel
aufmerksam zu machen.
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