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JHA/065/2026
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Beschlussvorlage
Betrifft:
Chancenfonds: Handlungskonzept für Hassels Nord - Streetwork, Quartiersmanagement und
Ordnungspartnerschaft
Fachbereich:
51 - Amt für Soziales und Jugend
Dezernentin / Dezernent:
Stadtdirektor Burkhard Hintzsche
Beratungsfolge:
Gremium SitzungsdatumBeratungsqualität
Jugendhilfeausschuss02.09.2026Entscheidung
Beschlussdarstellung:
Der Jugendhilfeausschuss beauftragt die Verwaltung mit der Umsetzung des Konzeptes
"žStreetwork, Quartiermanagement und Ordnungspartnerschaft" in Hassels Nord.
Für die Umsetzung werden aus dem Chancenfonds für das Jahr 2026 Mittel in Höhe von
50.000 Euro, für das Jahr 2027 205.000 Euro und für das Jahr 2028 155.000 Euro
bereitgestellt. Der Erprobungszeitraum beträgt zwei Jahre. Die Umsetzung beginnt am
01.10.2026.
Eine Bewilligung erfolgt vorbehaltlich des Inkrafttretens der Haushaltssatzung für das Jahr
2026.
Sachdarstellung:
Hassels-Nord ist ein Sozialraum mit besonders hohem sozialen Handlungsbedarf. Ein großer
Anteil der Bewohner und Bewohnerinnen ist von Armut betroffen. Der Anteil der Kinder und
Jugendliche, die in SGB II-Haushalten leben, ist höher als in jedem anderen Düsseldorfer
Sozialraum. Die schwierigen Lebensbedingungen führen zu weiteren Benachteiligungen im
Hinblick auf die Gesundheit, den Bildungserfolg und die grundsätzliche Teilhabe der
Menschen des Quartiers. Dies wurde in den letzten Jahrzehnten häufig und ausführlich
beschrieben, untersucht und dokumentiert. Aktuell wird beobachtet, dass das Quartier
weiterhin deutlich unter Druck steht:
ï‚· Der öffentliche Raum wird insbesondere in den Abendstunden und an Wochenenden
von Teilen problematischer Bevölkerungsgruppen vereinnahmt.
ï‚· Zunahme von Konflikten, Vandalismus und Vermüllung im öffentlichen Raum.
ï‚· Steigendes Unsicherheits- und Angstempfinden in der Bewohnerschaft.
ï‚· Wiederkehrende Müllproblematik. Trotz täglicher Reinigungsleistungen (jährliche
Aufwendungen der LEG für Müllbeseitigung: rund 500.000"¯â‚¬) ist keine langfristige
Verbesserung zu erkennen.
ï‚· Negative Auswirkungen auf das Wohnumfeld, das Quartiersimage und das
nachbarschaftliche Zusammenleben.
Gleichzeitig verfügt Hassels Nord bereits über eine sehr gut ausgebaute soziale Infrastruktur
sowie etablierte und funktionierende Kooperationsstrukturen zwischen den Akteuren der
Jugend-, Sozial- und Gemeinwesenarbeit. Die Motivation und das Engagement von
Fachkräften im Sozialraum ist sehr hoch.
Das bürgerschaftliche Engagement der Bewohner und Bewohnerinnen für den eigenen
Sozialraum ist eher gering, wirkt gehemmt. Eine weitere Ausweitung bestehender Angebote
erscheint daher allein nicht ausreichend, um die aktuellen Problemlagen wirksam zu
bewältigen.
Vor diesem Hintergrund haben das Stadtplanungsamt, das Amt für Soziales und Jugend und
die LEG Wohnen NRW GmbH in Abstimmung mit der Bezirksvertretung 9 einen integrierten
Handlungsansatz entwickelt, der präventive, sozialarbeiterische und ordnungsrechtliche
Maßnahmen miteinander verbindet. Ziel des Handlungskonzeptes ist die nachhaltige
Stabilisierung des Quartiers durch die Verbesserung von Sicherheit, Sauberkeit und
sozialem Zusammenhalt.
Insbesondere sollen folgende Ziele verfolgt werden:
ï‚· Aufbau niedrigschwelliger Zugänge zu allen Personengruppen mit auffälligem
Verhalten im öffentlichen Raum.
ï‚· Prävention von Gewalt und Konflikten sowie Förderung deeskalierender
Interventionen vor Ort.
ï‚· Stärkung des subjektiven Sicherheitsgefühls der Bewohnerinnen und Bewohner.
ï‚· Sichtbare Präsenz sozialarbeiterischer und ordnungsrechtlicher Akteure im Quartier.
ï‚· Etablierung einer verbindlichen Ordnungspartnerschaft zwischen Kommune, Polizei,
Ordnungsamt, Wohnungswirtschaft und weiteren relevanten Akteuren.
ï‚· Nachhaltige Reduzierung von Vermüllung und Vandalismus.
ï‚· Stärkung der Bewohnerbeteiligung und Förderung eines positiven Quartiersimages.
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Ein abgestimmtes Paket aus mehreren Maßnahmen ist vorgesehen:
1.SozialräumlichesZur Bearbeitung der Problemlagen im öffentlichen Raum wird ein
Streetwork sozialräumliches Streetwork-Angebot eingerichtet.
Kernbestandteile:
ï‚· Einrichtung von 2,0 Vollzeitstellen Streetwork. Mindestens
eine Fachkraftstelle plus Honorarkräfte mit
unterschiedlichem Arbeitsschwerpunkt.
ï‚· Schwerpunktmäßige Präsenz in den Abendstunden und
an Wochenenden.
ï‚· Aufsuchende Sozialarbeit an bekannten Konflikt- und
Aufenthaltsschwerpunkten.
ï‚· Konfliktvermittlung, Gewaltprävention und
Krisenintervention.
ï‚· Vermittlung in bestehende Hilfesysteme.
ï‚· Enge Kooperation mit Polizei, Ordnungsamt, Schulen,
Einrichtungen der Jugend- und Sozialhilfe.
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2.Quartiers-Zur Stärkung des Zusammenlebens und zur Unterstützung der
managementQuartiersentwicklung wird in einem zweiten Schritt 2027 ein
Quartiersmanagement eingerichtet.
Aufgabenbereiche:
ï‚· Anlauf- und Beratungsstelle für Bewohnerinnen und
Bewohner.
ï‚· Aktivierung und Beteiligung der Bewohnerschaft.
ï‚· Unterstützung nachbarschaftlicher Initiativen und Projekte.
ï‚· Koordination und Vernetzung der Akteure im Sozialraum.
ï‚· Vermittlung zwischen Quartier, Verwaltung und
Wohnungswirtschaft.
ï‚· Entwicklung und Umsetzung von Maßnahmen zur
Quartiersaufwertung.
ï‚· Unterstützung eines positiven Quartiersimages durch
Ã-ffentlichkeitsarbeit und Beteiligungsformate.
3.Ordnungs-Die bestehenden Kooperationen sollen in einer verbindlichen
partnerschaftOrdnungspartnerschaft weiterentwickelt werden.
Bestandteile:
ï‚· Regelmäßiger Austausch zwischen Polizei, Ordnungsamt,
Amt für Soziales und Jugend, Stadtplanungsamt,
Quartiersmanagement, Streetwork und
Wohnungswirtschaft.
ï‚· Gemeinsame Lageeinschätzungen und abgestimmte
Einsatzplanung.
ï‚· Verzahnung präventiver und ordnungsrechtlicher
Maßnahmen.
ï‚· Intensivierte Zusammenarbeit mit Umweltamt, AWISTA
und LEG zur Bekämpfung illegaler Müllentsorgung.
ï‚· Die Wohnungseigentümerin LEG Wohnen NRW GmbH
engagiert sich und setzt zahlreiche stabilisierende
Maßnahmen durch (Zum Beispiel Projekt "žGute Seelen").
ï‚· Abstimmung der Maßnahmen zur Quartiersaufwertung.
Finanzierungspaket
Maßnahme Kosten
Streetwork Personal, Honorare160.000 €
Streetwork Sachmittel 30.000 €
QuartiersmanagementPersonal 50.000 €
QuartiersmanagementSachmittel 5.000 €
Zwischensumme 245.000 €
Beteiligung LEG Wohnen NRW 40.000 €
GmbH
Gesamtkosten pro Jahr 205.000 €
Räumlichkeiten für ein wird von Seiten der LEG zur
Stadtteilbüro Verfügung gestellt
Begleitende Maßnahmen und nach VerfügbarkeitAmt 61: finanzielle Mittel aus
Aktionen ZUKUNFT
QUARTIER.DÜSSELDORF
Ergänzend hat die Verwaltung, eine Bewerbung im Rahmen der Fördermaßnahme
"žIdeenschmiede für nachhaltige Städte und Regionen" des Bundesministeriums für
Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) eingereicht. Ziel der Bewerbung ist es,
Fördermittel für innovative Projektbestandteile des Handlungskonzeptes zu erhalten. Sollte
eine Förderung bewilligt werden, werden die Fördermittel vorrangig zur Finanzierung der
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förderfähigen Maßnahmen eingesetzt; die Inanspruchnahme von Mitteln aus dem
Chancenfonds reduziert sich entsprechend.
Evaluation
Eine Wirksamkeitsmessung anhand ausgewählter Kriterien (z. B. Zufriedenheit der
Bürgerinnen und Bürger, Kosten für Müllentsorgung, weniger Anzeigen, "¦) wird dem
Jugendhilfeausschuss im 1. Quartal 2028 vorgelegt.
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