Beschlussvorlage als Text anzeigen
Title: Ö
URL Source: http://ris-oparl.itk-rheinland.de/Oparl/bodies/0015/downloadfiles/00586128.pdf
Published Time: 2026-05-12T09:29:00.000Z
Number of Pages: 9
Markdown Content:
OVA/062/2026
## X öffentlich nicht öffentlich
# Beschlussvorlage
## Betrifft:
## Neugestaltung östliche Königsallee
## Fachbereich :
## 66 - Amt für Verkehrsmanagement
## Dezernentin / Dezernent:
## Beigeordnete Cornelia Zuschke
## Beratungsfolge:
## Gremium Sitzungsdatum Beratungsqualität
## Bezirksvertretung 3 19.05.2026 Anhörung
## Bezirksvertretung 1 22.05.2026 Anhörung
## Ordnungs- und
## Verkehrsausschuss 24.06.2026 Vorberatung
## Ausschuss für Planung und
## Stadtentwicklung 01.07.2026 Vorberatung
## Haupt- und Finanzausschuss 06.07.2026 Vorberatung
## Rat 16.07.2026 Entscheidung
## Beschlussdarstellung:
Der Rat der Stadt beauftragt die Verwaltung für das Projekt „Neugestaltung östliche
Königsallee“ die Planung durchzuführen und eine Kostenberechnung zu erstellen. Die
Planung enthält neben der Aufwertung der Aufenthaltsqualität einen Radweg in zwei
Richtungen.
## Sachdarstellung:
Vorläufige Gesamtkosten* (brutto) 10.010.400,- EUR
* Gesamtkosten ohne Berücksichtigung einer evtl. Baupreissteigerung Seite 2
Bedarfslage
Der Ausschuss für Planung und Stadtentwicklung hat in seiner Sitzung am
09.06.2022 Leitsätze zur Zukunft der Königsallee beschlossen (Vorlage
APS/036/2022). Die Verwaltung wurde beauftragt, die weitere Entwicklung der
Königsallee auf der Grundlage der Leitsätze zu unterstützen.
Ein wesentliches Ziel der baulichen Weiterentwicklung besteht darin, ihre Funktion
als stadtbildprägender Freiraum der Düsseldorfer Innenstadt zu stärken und ihre
Aufenthaltsqualität nachhaltig zu verbessern. Durch eine hochwertige Gestaltung, die
Schaffung attraktiver Räume für Fußgängerinnen und Fußgänger sowie eine gezielte
Förderung des Radverkehrs soll die Kö als vielseitiger Begegnungs- und
Aufenthaltsort weiterentwickelt werden. Ein weiterer zentraler Bestandteil ist die
Einrichtung eines separaten, in beide Richtungen befahrbaren Radwegs,
vorzugsweise auf der Ostseite, um eine sichere und leistungsfähige Nord-Süd-
Verbindung für den Radverkehr zu gewährleisten. Gleichzeitig wird die
Außengastronomie in angemessener Weise in das denkmalgeschützte Stadtbild
integriert, um die gastronomische Vielfalt und Aufenthaltsqualität zu steigern.
Belange und Hinweise der Interessengemeinschaft Königsallee (IG Kö), insbesondere
zur Gestaltung des Radweges, zur Nutzung des Multifunktionsstreifens sowie zu
funktionalen Anforderungen, wurden in der vorliegenden Planung berücksichtigt. Sie
werden im weiteren Planungsprozess weiter konkretisiert und in aktuell laufenden
Gesprächen mit der IG Kö sowie einzelnen Teilgruppen weiter abgestimmt und
fortentwickelt.
Derzeit gibt es auf der Ostseite der Königsallee einen in Asphaltbauweise
hergestellten Streifen entlang des Kö-Grabens. Dieser ursprünglich als Radweg
gebaute Weg entspricht von seiner baulichen Ausgestaltung jedoch nicht den
Anforderungen des Radverkehrs und ist somit für eine regelmäßige Benutzung durch
Fahrradfahrer in beide Fahrtrichtungen nicht geeignet. Dieser Weg ist behelfsweise
als „Gehweg“ mit dem Zusatz „Radfahrer frei“ ausgeschildert, um das Radfahren für
alle zu ermöglichen, denen eine Mitbenutzung der Fahrbahn zu unsicher erscheint.
Am Kö-Graben entlang gibt es neben diesem Asphaltweg bis zum Geländer eine
wassergebundene Wegedecke als Fußgängerbereich. Insbesondere bei Nässe werden
diese Flächen von Fußgängern regelmäßig gemieden, was dazu führt, dass dann
ausschließlich der Asphaltweg von Fußgängern in Anspruch genommen wird.
Die gemeinsame Nutzung der gleichen Fläche von Fußgängern und Radverkehr führt
aufgrund der starken Frequentierung sehr häufig zu Konflikten. Die Dauerzählstelle
für Radverkehr auf der Ostseite der Königsallee (Grabenseite im Seitenraum)
nördlich der Steinstraße erfasste im vergangenen Jahr im gesamtstädtischen
Vergleich (16 Zählstellen) überdurchschnittlich viele Radfahrende pro Tag. Obwohl
sich die Zählstelle im Seitenraum (Gehweg mit Fahrrad frei) befindet und
Radfahrende auf der Fahrbahn bei der Zählung nicht erfasst werden, liegt die
Zählstelle auf Platz 5 der insgesamt 16 Dauerzählstellen. Der Bedarf an einer in
beide Richtungen befahrbaren und vom Fußverkehr unabhängigen
Radverkehrsanlage ist insofern gegeben.
Die Königsallee ist Bestandteil des Radbezirksnetzes im Stadtbezirk 1.
Gestaltung des öffentlichen Raumes
Die verkehrliche Neuordnung der östlichen Königsallee ermöglicht es, wesentliche
Punkte der Leitsätze zur Weiterentwicklung des öffentlichen Raumes und den
Themen Grün, Klima und Nachhaltigkeit auf der Kö umzusetzen:
Der Wassergraben und die Baumalleen stellen ein herausragendes Freiraumpotential
mit hoher Gestaltqualität dar, das es zu sichern gilt. Neben ihrer ökologischen und
denkmalpflegerischen Bedeutung stellen sie einen wichtigen Beitrag zur
Aufenthaltsqualität dar. Ergänzende Pflanzungen und Möglichkeiten zur Seite 3
Standortverbesserung der Bäume werden untersucht und in der weiteren Planung
konkretisiert.
Die Aufenthaltsqualität auf der sog. „Grabenseite“ wird auch durch die Neuordnung
des Radverkehrs auf der Ostseite erheblich verbessert. Konflikte zwischen
Radverkehr und Fußgänger*innen werden durch die Neuordnung vermieden und
Freiraum für temporäre Nutzungen gewonnen. Durch die Neuordnung des ruhenden
Verkehrs wird die bisher dadurch verursachte Barrierewirkung reduziert.
Der Bau des Radwegs bietet die Chance, den angrenzenden Pflanzstreifen sowohl
ökologisch aufzuwerten als auch gestalterisch zu verbessern. Dabei hat der Erhalt
der bestehenden Bäume Priorität. Zu Gunsten einer Erhöhung der Aufenthaltsqualität
im urbanen Raum wird der Straßenraum neu geordnet. Demnach soll klassisches
Parken hauptsächlich auf dem neu geplanten Längsparkstreifen auf der Grabenseite
stattfinden. Auf der östlichen Seite wird der bestehende Längsparkstreifen zu einem
Multifunktionsstreifen für verschiedene Nutzungsmöglichkeiten wie
Außengastronomie, temporäre Bespielung bei Veranstaltungen und für
Mobilitätsangebote (z.B. Sharing-Angebote, Anlieferung, Kurzzeitparken, Valet-
Parken) umgebaut.
Die Ausweisung von Flächen zur Errichtung von Pavillons im Stil der bestehenden
Kioske im Kö-Design durch private Betreiber und mobile Gastronomieanbieter
können das gastronomische Angebot erweitern.
Gestalterisch soll dieser Bereich das hochwertige Pflastermaterial des Gehweges
–Herschenberger Granit – aufgreifen und so optisch zu einer Verbreiterung des
Fußgängerbereiches werden.
Die Implementierung dieses Multifunktionsstreifens zielt darauf ab, die
Aufenthaltsqualität im urbanen Raum zu erhöhen, die verschiedenen
Mobilitätsbedürfnisse zu berücksichtigen und weiteren funktionellen Anforderungen
(z.B. Lieferverkehr) gerecht zu werden.
Zur Belebung von Bereichen, die nicht gastronomisch genutzt werden, können neue
Sitzmöbel als Weiterentwicklung der typischen Kö-Möblierung zum Aufenthalt ohne
Konsumzwang einladen. Die Kö wird für ein breites Publikum dadurch noch intensiver
als Flaniermeile wahrgenommen.
Im Zuge der weiteren Planung werden zudem in Abstimmung mit der IG Kö
geeignete Abstellanlagen für Fahrräder berücksichtigt, um den Anforderungen des
Radverkehrs sowie der Besucherinnen und Besucher der Königsallee gerecht zu
werden.
Die durch die Kö-Kandelaber geprägte Beleuchtung wird durch geeignete
Maßnahmen optimiert.
Um den hohen Gestaltungsanforderungen der Königsallee gerecht zu werden,
werden entsprechende Kriterien im Vergabeverfahren für die Beauftragung
qualifizierter Fachbüros berücksichtigt. Insbesondere wird darauf geachtet, dass das
beauftragte Fachbüro über nachweisliche Expertise in der hochwertigen Gestaltung
öffentlicher Räume in Metropolen verfügen.
Gestaltung Fahrbahn und Radweg
Es ist vorgesehen die Fahrbahn und den Radweg durch ein hochwertiges Material in
die Gesamtgestaltung zu integrieren, um eine gestalterische Einheit über den
gesamten Straßenquerschnitt hinweg zu schaffen. Ziel ist es, eine sinnvolle optische
Verknüpfung mit dem Kö-Bogen sicherzustellen. Seite 4
Dabei ist zu beachten, dass die jeweilige Nutzung durch die Art der Gestaltung gut
erkennbar ist, damit die Funktionalität gewährleistet ist. Für den Radweg wird dabei
eine gestalterisch zurückhaltende Ausführung angestrebt.
Die Kreuzungen werden im besonderen Maße betrachtet, um die Ost-West-
Wegeverbindungen zu optimieren. Exemplarisch wird die Querung Grünstraße als ein
solcher Bereich gezeigt, in dem die besondere Gestaltung der Fahrbahn auf die
querenden Fußgänger ausgerichtet wird. Hierdurch soll die Verknüpfung zwischen
Kö, Altstadt und Carlstadt gestärkt werden.
Beschreibung des Radweges:
Die Verwaltung hat in der Qualität eines Vorentwurfes die Umgestaltung des
Straßenraumes mit Anlage eines Radweges auf der Ostseite der Königsallee
(Geschäftsseite) geplant. Es hat sich im Zuge der Ausarbeitung des Vorentwurfes
gezeigt, dass ein Radweg sehr gut in der erforderlichen Breite neben dem am Kö-
Graben liegenden Gehweg entlanggeführt werden kann. Dabei werden die heute
vorhandenen Schrägparkstände in einen Längsparkstreifen umgewandelt.
Auf der Westseite der Königsallee wird der Radverkehr gemeinsam mit dem
Fahrzeugverkehr auf der Fahrbahn geführt. Hier darf ausschließlich in Fahrtrichtung
Süden gefahren werden. Die Verwaltung beabsichtigt kurzfristig Schutzstreifen zu
markieren um für die gemeinsame Nutzung der Fahrbahn des Radverkehrs mit dem
motorisierten Verkehr bestmöglich zu unterstützen. Darüber hinaus ist vorgesehen,
auf der Königsallee die zulässige Höchstgeschwindigkeit auf 30 km/h zu
beschränken. Dies dient insbesondere der Erhöhung der Verkehrssicherheit für alle
Verkehrsteilnehmer sowie der weiteren Verbesserung der Aufenthaltsqualität. Die
Planung dieser Maßnahme erfolgt separat und wird der Bezirksvertretung 1 zur
Beschlussfassung vorgelegt.
Der Planungsbereich der im Folgenden beschriebenen Maßnahme beschränkt sich
somit auf die östliche Straßenseite und erstreckt sich von der Graf-Adolf-Straße im
Süden bis zur Blumenstraße im Norden. Ein größerer Umbau der unlängst im
Zusammenhang mit der Wehrhahn-Linie und dem Kö-Bogen neu hergestellten
Flächen im Bereich des Corneliusplatzes und südlich der Graf-Adolf-Straße ist nicht
vorgesehen. Eine Abstimmung bzgl. der Radverkehrsführung mit der Planung der
Außenanlagen des Kö Towers (Königsallee 106) findet statt.
Der heute als Radweg mitgenutzte asphaltierte Weg entlang des Kö-Grabens soll
künftig frei von Radverkehr bleiben und von Fußgängern uneingeschränkt genutzt
werden können. Die heute häufig auftretenden Konflikte zwischen Fußgängern und
Radfahrern sollten dann nicht mehr auftreten bzw. deutlich minimiert werden. Die
Oberflächen des heutigen Radweges sollen saniert werden, um für Fußgänger einen
attraktiven, befestigten Flanierstreifen auf der Grabenseite zu bieten. Der Radweg ist
durch den Pflanzstreifen deutlich vom Gehweg abgetrennt und auch baulich als
eigenständiger Radweg erkennbar. Deshalb und auch aufgrund des auf der Fahrbahn
stattfindenden Kfz-Verkehrs ist die Situation nicht mit der auf der Schadowstraße
vergleichbar. In den Einmündungsbereichen sind bauliche Änderungen und das
Entfernen von Radwegemarkierungen erforderlich. Der genaue Umfang dieser
Anpassungen ist im Rahmen der Entwurfsplanung zu ermitteln.
Der Radweg wird als Zweirichtungsradweg mit einer nutzbaren Breite von
mindestens 3,20 m im Streckenverlauf ausgebildet. Je Fahrtrichtung steht somit
mindestens ein 1,60 m breiter Streifen für den Radverkehr zur Verfügung. Derzeit ist
vorgesehen, die Abgrenzung zum entgegenkommenden Radverkehr durch eine
gestrichelte Linie zu kennzeichnen. Diese kann zum Überholen grundsätzlich auch
überfahren werden, sofern beim Überholen der Gegenverkehr nicht gefährdet wird.
Als Abgrenzung des Radverkehrs zu dem danebenliegenden Gehweg fungiert der
Bordstein. Der Radweg wird vor und hinter den Kreuzungen aufgeweitet. Dies Seite 5
ermöglicht, dass sich zwei Radfahrende nebeneinander an der „Rot“ zeigenden
Signalanlage aufstellen können.
Neben dem Radweg soll im Abschnitt zwischen der Bahnstraße und der Blumenstraße
ein Längsparkstreifen zum Abstellen von Kfz angeordnet werden. Zwischen dem
Radweg und dem Parkstreifen wird ein Sicherheitsraum freigehalten, um Unfälle
zwischen Radfahrern und sich öffnenden Autotüren auszuschließen.
Durch den Bau des Multifunktionsstreifens reduziert sich die nutzbare Fahrbahnbreite
für den Kraftfahrzeugverkehr auf 3,80 m bis 4,25 m. Diese Breite ist für den
Fahrverkehr und das Ein- und Ausparken ausreichend.
Die Konzeption des Radweges erfordert eine Verkehrssteuerung in den Kreuzungen,
die eine sichere Abwicklung aller Verkehrsarten gewährleistet. Insbesondere sollen
die Programme der Signalanlagen jeweils so geschaltet werden, dass für den
Radverkehr eine eigene Grünphase eingerichtet wird. Radfahrende können dann
ohne Konflikte mit Kraftfahrzeugen queren und abbiegen. Eine Gefährdung des
Radverkehrs durch Abbiegende Kfz der gleichen Fahrtrichtung kann so wirksam
vorgebeugt werden. Ob bzw. in welchen Abschnitten auch eine grüne Welle für den
Radverkehr eingerichtet werden kann, muss mit der Entwurfsplanung geprüft
werden. Der Radverkehr aus den Querrichtungen wird weiterhin mit dem
Kraftfahrzeugverkehr signalisiert.
Damit der Radweg auf der Seite des Kö-Grabens eingerichtet werden kann, müssen
die Schrägstände auf gesamter Länge in einen Längsparkstreifen umgewandelt
werden. Der vorhandene Längsparkstreifen auf der Geschäftsseite wird zur
Verbreiterung des Seitenbereiches (Multifunktionsstreifen) umgenutzt.
Für den Bau des Radweges sind an allen Kreuzungen und Einmündungen bauliche
Anpassungen der Bordsteine und der Lichtsignalanlagen unterschiedlichen Umfangs
erforderlich. Durch die geplante Signalisierung, bei der Radfahrende eine eigene
Phase erhalten, wird es für einige Verkehrsteilnehmer zu längeren Wartezeiten
kommen.
Am Anfang und Ende der Königsallee muss eine funktionierende Überleitung des
Radverkehrs in das bestehende Verkehrsnetz geschaffen werden.
Verkehrsführung in den Kreuzungsbereichen
Königsallee/Graf-Adolf-Straße
Damit Radverkehr in und aus Richtung Talstraße gut über die stark befahrene Graf-
Adolf-Straße geführt werden und hier Platz für eine ausreichend große Verkehrsinsel
geschaffen werden kann, ist auf der Graf-Adolf-Straße die Wegnahme des
Linksabbiegestreifens in die südliche Königsallee (Richtung Talstraße) erforderlich.
Die Erreichbarkeit des südlich der Graf-Adolf-Straße liegenden Quartiers aus
Richtung Osten bleibt für den Kraftfah
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