Ratssitzung · Sitzung beendet
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Ratssitzung · Sitzung beendet
Historische Ratsnachlese
Ratssitzung vom 18. Juni 2020
Die Sitzung in einer Minute
Die Sitzung verband finanzielle Handlungsfähigkeit mit hohen Ausgaben für Betreuung und Kultur sowie langfristigen Vorgaben für Wohnen und Klimaschutz. Konflikte drehten sich vor allem um Kostenkontrolle, die kurzfristige Vorlage großer Ausgabenpakete und die Belastungen, die aus Wohnungs- und Klimavorgaben entstehen konnten.
Nachrichtenwert statt Reihenfolge der Tagesordnung
Nachtragssatzung zur Haushaltssatzung der Landeshauptstadt Düsseldorf für das Haushaltsjahr 2020 mit Anlagen
Der Rat beschloss die Nachtragssatzung für den Haushalt 2020 mit großer Mehrheit. Damit wurde die maximale Obergrenze für Liquiditätskredite auf 500 Millionen Euro erhöht.
FDP und CDU stimmten zu, verlangten aber Haushaltsdisziplin, regelmäßige Berichte und einen Plan zur Rückführung tatsächlich beanspruchter Kredite. Drei Mitglieder der Fraktion Tierschutz Freie Wähler stimmten dagegen.
Der Beschluss erweiterte den finanziellen Spielraum der Stadt erheblich. Zugleich machte die Debatte deutlich, dass der Rat den Kreditrahmen nicht als zusätzliches Ausgabenbudget verstanden wissen wollte.
Nachweis: TOP 17, PDF-Seite 1
Grundsatzbeschluss zur Umsetzung von Kita-Baumaßnahmen - Schaffung zusätzlicher Betreuungsplätze zur Deckung des Rechtsanspruches auf einen Kindergartenplatz
Der Rat fasste einstimmig einen Grundsatzbeschluss über Kita-Baumaßnahmen im Umfang von 46 Millionen Euro. Vorgesehen waren 30 zusätzliche Gruppen an Standorten in mehreren Stadtbezirken, damit die Planungen unmittelbar beginnen konnten.
Grüne und CDU verlangten, Hitzeschutz und weitere ökologische Aspekte in den Planungen zu berücksichtigen. CDU und SPD verwiesen zugleich darauf, dass die umfangreiche Vorlage kurzfristig vorgelegt worden war; trotz dieser Kritik fiel der Beschluss einstimmig.
Das Paket sollte zusätzliche Betreuungsplätze zur Erfüllung des Rechtsanspruchs schaffen. Die Verteilung auf mehrere Stadtbezirke sollte den Ausbau näher an den jeweiligen Bedarf bringen.
Vorlage HFA/016/2020 · Nachweis: TOP 27, PDF-Seite 79
Ehrenhof 4-5, Stiftung Museum Kunstpalast – Sanierungen und Umbaumaßnahmen
Der Rat bewilligte der Stiftung Museum Kunstpalast einen Zuschuss von 40 Millionen Euro für Sanierungs- und Umbaumaßnahmen am denkmalgeschützten Gebäudekomplex Ehrenhof 4–5. In diesem Betrag waren nach Angaben der Verwaltung auch mögliche Kostensteigerungen berücksichtigt.
In der Debatte wurde auf die Entwicklung von ursprünglich 15 Millionen Euro über einen Stand von 37 Millionen Euro bis zum Beschlussbetrag verwiesen. Die Verwaltung kündigte striktes Controlling und monatliche Berichte an; AfD und Tierschutz Freie Wähler stimmten dagegen, die große Mehrheit dafür.
Der Beschluss band einen hohen kommunalen Betrag an die Erneuerung eines zentralen Kulturgebäudes. Die Kostenentwicklung machte die Kontrolle des Bauprojekts zu einem wesentlichen politischen Thema.
Vorlage KUA/054/2020 · Nachweis: TOP 24, PDF-Seite 46
Änderungsantrag der Ratsfraktionen von CDU, Bündnis 90/Die Grünen und FDP zur Vorlage APS/037/2020:Evaluierungsergebnis zum Handlungskonzept für den Wohnungsmarkt, Weiterentwicklung der Quotierungsregelung und weiteres Vorgehen
Der Rat nahm die Verwaltungsvorlage zum Handlungskonzept Wohnen in geänderter Fassung an. Für preisgedämpfte Mieten wurden eine Bindungsfrist von 20 Jahren und ein Startwert von 9,80 Euro je Quadratmeter beschlossen; Veränderungen der Quotierung wurden zur Prüfung gegeben.
Der erfolgreiche Änderungsantrag kam von CDU, Grünen und FDP. Die Verwaltung hatte 25 Jahre Bindung vorgeschlagen, während die Grünen zuvor unter anderem 60 Prozent Quotierung und einen Startwert von 9 Euro angeregt hatten; SPD und Linke stimmten gegen zentrale Teile der beschlossenen Änderungen.
Die Regeln bestimmten, wie lange und zu welchem Ausgangspreis preisgedämpfter Wohnraum gebunden wurde. Damit betraf die Entscheidung sowohl künftige Mieterinnen und Mieter als auch die Bedingungen für Wohnungsbauprojekte.
Vorlage RAT/256/2020 · Nachweis: TOP 38.3, PDF-Seite 91
Konzept 2035 - Methodik zum Pfad zur Erreichung der Klimaneutralität
Der Rat nahm die Methodik für den Weg zur Klimaneutralität 2035 zur Kenntnis; einen Umsetzungsbeschluss fasste er damit nicht. Das Konzept sah eine Erhöhung der Sanierungsquote von 1 auf 3 Prozent vor; in der Debatte wurden 245 Millionen Euro für 7,4 Millionen Quadratmeter sowie eine mögliche Erhöhung der Warmmiete um fast 3 Euro je Quadratmeter genannt.
Die CDU unterstützte den Weg, verlangte aber eine stärkere Beteiligung des Handwerks und größere städtische Fördertöpfe. In der weiteren Debatte wurden die Umsetzbarkeit, die Belastung durch Sanierungen und Angaben zur Fernwärme kontrovers erörtert; die FDP verlangte eine Überprüfung von Zahlen.
Die Methodik beschrieb einen Sanierungsumfang mit möglichen Folgen für Finanzierung, Handwerkskapazitäten und Wohnkosten. Weil der Rat sie lediglich zur Kenntnis nahm, blieben konkrete Maßnahmen und Mittel weiteren Entscheidungen vorbehalten.
Nachweis: TOP 47, PDF-Seite 4
Amtliche Quellen
Niederschrift, Einladung und weitere Unterlagen der Stadt.
Orte der Sitzung
Die Karte zeigt den Sitzungsort. Weitere konkrete Adressen wurden nicht zuverlässig extrahiert.
Kartendaten: OpenStreetMap · Adressen aus den strukturierten Ortsdaten der Sitzung und ihrer Vorlagen.
Alle öffentlichen Tagesordnungspunkte in amtlicher Reihenfolge – einschließlich Ergebnis, Vorlage und verfügbarer Anlagen.
Verknüpfte Anträge, Anfragen und Verwaltungsvorlagen mit eigenständigen Detailseiten.