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Rat
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Historische Ratsnachlese
Ratssitzung vom 4. Juli 2019
Die Sitzung in einer Minute
Die Sitzung verband eine unmittelbare Einnahme in zweistelliger Millionenhöhe mit langfristigen Weichenstellungen für Klima, Mobilität und soziale Infrastruktur. Politische Konflikte zeigten sich besonders beim Klimabeschluss sowie bei den Vorgaben für Radwege und Stellplätze.
Nachrichtenwert statt Reihenfolge der Tagesordnung
Jahresabschluss 2018 der Stadtsparkasse Düsseldorf
Der Rat nahm den Jahresabschluss 2018 der Stadtsparkasse zur Kenntnis und beschloss die Verwendung des Überschusses. Ein kleiner ausschüttungsgesperrter Betrag ging in die Sicherheitsrücklage; der übrige Betrag einschließlich der Gewinnrücklage aus dem Vorjahr von rund 14 Millionen Euro sollte an die Landeshauptstadt ausgeschüttet werden.
Eine Debatte wurde nicht geführt. Die Gewinnverwendung wurde ohne Gegenstimmen oder Enthaltungen beschlossen; bei der Entlastung von Verwaltungsrat und Vorstand gab es jeweils fünf Enthaltungen.
Die Stadt erhielt damit einen zweistelligen Millionenbetrag aus dem Ergebnis ihres Kreditinstituts. Unter den vorliegenden Entscheidungen war dies die größte konkret bezifferte unmittelbare Finanzwirkung.
Nachweis: TOP 13, PDF-Seite 91
Resolution "Climate Emergency"
Der Rat beschloss die Resolution zum „Climate Emergency“ in geänderter Form und setzte Klimaneutralität bis 2035 statt bis 2050 als Ziel. Die Verwaltung wurde mit einem Konzept beauftragt, das eine Reduzierung um 4,6 Tonnen je Einwohner:in in den genannten Bereichen Haushalt, Handel und Dienstleistungen, Industrie, Verkehr sowie städtische Einrichtungen behandeln sollte; bei klimarelevanten Vorlagen sollten zudem Auswirkungen und Alternativen dargestellt werden.
Der Resolution lagen mehrere Änderungsanträge zugrunde; auch der Jugendrat war an der Aussprache beteiligt. Über Ziffer 1 wurde mit 37 zu 35 Stimmen entschieden, während die Ziffern 2 bis 8 in der von SPD, Grünen und FDP geänderten Fassung eine klar erkennbare einstimmige Mehrheit erhielten.
Der Rat zog das kommunale Klimaziel um 15 Jahre vor. Zugleich sollte Klimawirkung künftig systematischer in die Beratung relevanter Vorlagen einfließen.
Nachweis: TOP 37, PDF-Seite 44
Neubau der Einrichtung „Haus der Jugend“ Lacombletstraße 10, Düsseldorf - Bedarfsbeschluss
Für die Lacombletstraße 10 beschloss der Rat den Bedarf für einen Neubau mit Haus der Jugend, Kindertageseinrichtung und einem Komplex für Auszubildende. Es handelte sich noch nicht um den Ausführungs- und Finanzierungsbeschluss; die Vorlage wurde in der vom Jugendhilfeausschuss empfohlenen Fassung angenommen.
In der Debatte wurden die Unterbringung während der vorgesehenen 15-monatigen Bauphase, mögliche zusätzliche Geschosse und die Räume für die Junge Aktionsbühne angesprochen. Die Verwaltung erklärte, der Interimsstandort werde spätestens mit dem späteren Ausführungs- und Finanzierungsbeschluss feststehen; beschlossen wurde ohne Gegenstimme bei zwei Enthaltungen von Tierschutz Freie Wähler.
Die Bedarfsentscheidung bündelte Jugendverbandsarbeit, Kinderbetreuung und Angebote für Auszubildende an einem Standort. Wichtige Fragen zur Ausführung und zur Zwischenunterbringung blieben dem weiteren Verfahren vorbehalten.
Nachweis: TOP 20, PDF-Seite 119
Änderung Ausführungs- u. Finanzierungsbeschlusses f. d. Baumaßnahme Radweg Karlstraße/Worringer Str.
Der Rat beschloss mehrheitlich die Änderung des Ausführungs- und Finanzierungsbeschlusses für den Radweg an Karlstraße und Worringer Straße. Damit blieb die von der Verwaltung überarbeitete Planung maßgeblich.
Die SPD warb für den Anschluss der Karlstraße an das Radwegenetz und lehnte den Änderungsantrag der CDU ab. Die CDU unterstützte das Ziel einer Verbesserung für den Radverkehr, wollte die konkrete Ausführung jedoch ändern; ihr Antrag wurde abgelehnt, anschließend erhielt die Hauptvorlage eine Mehrheit.
Die Entscheidung betraf eine konkrete Verbindung im Düsseldorfer Radwegenetz. Der Konflikt drehte sich nicht um das grundsätzliche Ziel, sondern um die Ausgestaltung der Maßnahme.
Nachweis: TOP 14, PDF-Seite 106
Stellplatzsatzung Landeshauptstadt Düsseldorf
Der Rat beschloss die Stellplatzsatzung für Kraftfahrzeugstellplätze, Garagen und Fahrradabstellflächen in der geänderten Fassung von SPD, Grünen und FDP. Die Bauaufsicht erhielt damit eine kommunale Grundlage für entsprechende Vorgaben bei Baugenehmigungen; eine spätere Evaluation wurde in der Debatte angekündigt.
Die Linke wollte die Beratung wegen der Vielzahl kurzfristig vorliegender Fassungen vertagen. Grüne, SPD und FDP warben für eine sofortige Entscheidung, während der Änderungsantrag der CDU abgelehnt wurde; gegen die abschließende Satzung stimmten CDU, Tierschutz Freie Wähler und der Republikaner.
Die Satzung regelte stadtweit, welche Stell- und Abstellflächen bei Bauvorhaben nachzuweisen waren. Zugleich blieb politisch umstritten, wie eng sich Düsseldorf an der Mustersatzung der kommunalen Spitzenverbände orientieren sollte.
Nachweis: TOP 25, PDF-Seite 121
Amtliche Quellen
Niederschrift, Einladung und weitere Unterlagen der Stadt.
Orte der Sitzung
1 zuverlässig zugeordnete Punktpositionen. Sitzungsort und Orte der beratenen Vorlagen sind getrennt bezeichnet.
Kartendaten: OpenStreetMap · Adressen aus den strukturierten Ortsdaten der Sitzung und ihrer Vorlagen.
Alle öffentlichen Tagesordnungspunkte in amtlicher Reihenfolge – einschließlich Ergebnis, Vorlage und verfügbarer Anlagen.
Verknüpfte Anträge, Anfragen und Verwaltungsvorlagen mit eigenständigen Detailseiten.